Ganzjährige Immuntherapie überlegen

Die Pollensaison ist für viele Patienten vorbei, genau der richtige Zeitpunkt für den Start einer Spezifischen Immuntherapie (SIT). Eine polnische Studie verglich die Wirkung zweier unterschiedlicher Modelle: Die eine Gruppe Gräser- und Roggenpollenallergiker erhielt über drei Jahre hinweg alle vier bis sechs Wochen eine Spritze mit dem Pollenextrakt. Die zweite Gruppe erhielt ausschließlich präsaisonal Spritzen mit Extrakt – den Rest des Jahres waren es Placebo-Spritzen. Nach drei Jahren konnten die Daten von 120 Allergikern ausgewertet werden, die alle noch nie zuvor eine Spezifische Immuntherapie erhalten hatten. Und das Ergebnis ist beeindruckend: sowohl im Hinblick auf die Beschwerdelinderung als auch auf den Medikamentenverbrauch war die ganzjährige SIT deutlich überlegen. Im ersten Jahr war der Erfolg zwischen den beiden Gruppen noch vergleichbar, aber nach zwei Jahren schnitt bereits die Ganzjahresgruppe um 30%, nach drei Jahren um 43% besser ab. Die ganzjährige Spezifische Immuntherapie konnte die Symptome nach drei Jahren um 73% senken im Vergleich zu 56% mit der präsaisonalen Immuntherapie. Die bessere Wirkung hing direkt mit der höheren Extraktdosis zusammen, die die Patienten in den drei Jahren erhalten hatten. In beiden Gruppen traten keine schweren Nebenwirkungen auf und die Nebenwirkungen traten in beiden Gruppen gleichermaßen auf.

Quelle: Ärztezeitung

Kamelmilch als Allheilmittel?

Brüssel hat den EU-Markt für Kamelmilchprodukte nach langwierigen Verhandlungen  geöffnet. Kamelmilch wird als ein Allheilmittel angepriesen.

Das „weiße Gold der Wüste“ soll gegen Allergien und Diabetes, sogar gegen Krebs und Aids wirken.

Es ist jedoch Vorsicht geboten vor allzu hohen Erwartungen. Auf der sicheren Seite seien Milchallergiker keinesfalls, meint Margitta Worm vom Allergie-Centrum-Charité in Berlin. “Auch Kamelmilch enthält Allergene, die über die Kreuzreaktivität zu den Kaseinen bei Kuhmilchallergikern Reaktionen auslösen können”, sagt die Professorin. Zwar gebe es Studien, die darauf hinweisen, dass solche Reaktionen weniger oft vorkommen als etwa bei Ziegenmilch. Dennoch gelte: “Wenn jemand auf Kuhmilch allergisch reagiert, ist auch Kamelmilch nicht sicher.”

Zurzeit fehlen vor allem umfassende klinische Studien zum Thema. Auch die enorme Breite an Anwendungsmöglichkeiten und die Vielzahl an Heilsversprechen machten misstrauisch. “Man kann da wohl schon fast von einem Hype sprechen”, so der Berliner Allergieexperte Jörg Kleine-Tebbe vom Allergie- und Asthma-Zentrum Westend, “die Kamelmilch scheint eine aktive Lobby zu haben.”

Solange diese klinischen Studien nicht existieren, bleiben die Kamelmilchprodukte wohl nicht mehr als eine exotische Bereicherung des europäischen Lebensmittelmarktes.

Quelle: Spiegel online

Hochgebirgsklinik Davos soll geschlossen werden

Die Hochgebirgsklinik Davos steht aus wirtschaftlichen Gründen vor dem Aus und muss aller Voraussicht nach zum Jahresende schliessen. Zur Zeit läuft noch ein letzter Rettungsversuch durch eine Initiative der Mitarbeiter. Die Klinik weist darauf hin, dass sie bis zum 31.12.2013 ihre Leistungen noch erbringen kann. Gründe für die wirtschaftliche Schräglage dürften auch im starken Schweizer Franken liegen. Da die allgemeinen Kosten in der Schweiz proportional zur starken Währung steigen, sind immer weniger deutsche Kostenträger (Krankenkassen) bereit, noch Klinikaufenthalte in der Schweiz zu finanzieren.
Schade. Der DAAB hofft noch auf eine Rettung, da v.a. auch die kleinen Asthmapatienten vom Hochgebirgsklima profitiert haben.

„Holi“Partys sind angesagt, Allergiker und Asthmatiker sollten Farbvielfalt lieber auf andere Art genießen

„Holi“ ist das Fest der Farben und gehört in Indien zu den wichtigsten Feierlichkeiten. Bei diesem Fest werfen die Feiernden gleichzeitig bunt gefärbten Puder (Gulal) in die Luft oder bemalen sich damit. In Indien wird mit den bunten Farben der Frühling begrüßt oder es wird der Sieg des Guten über das Böse gefeiert. Auch in Deutschland wächst die Fan-Gemeinde der Farb-Partys. Nach Recherchen von Doccheck.com kann man 2013 bereits in 14 deutschen Städten an einem „Holi Festival of Colors“ teilnehmen. Daneben gibt es aber inzwischen auch viele kleinere Farbpartys. Und wie sieht es dabei mit der Gesundheit aus? Das hessische  Landeslabor fand in einem originalen indischen Farbpuder potentiell krebserregende Stoffe, darunter das Oxalat Malachitgrün. Auch Staubexplosionen, die auftreten können, wenn Pulver auf eine Flamme trifft, werden diskutiert.  Gesetzliche Regelungen liegen hierzu bisher weder vom Bund noch von der EU vor. Das von der Hirams Trade GmbH europaweit vertriebene Holipulver ist als „sonstige Bedarfsgegenstände“ entsprechend §2 des Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuches eingestuft. Es soll nach Prüfung durch einen Chemiker und nach Aussagen der Firma ausschließlich aus zugelassenen Lebensmitteln oder Lebensmittelzusatzstoffen, nämlich aus dem Trägerstoff Maisstärke, dem Trennmittel Siliciumdioxid (E551), dem Konservierungsmittel Schwefeldioxid (E220), Speisesalz und Wasser bestehen. Auch die Explosionsfähigkeit wurde geprüft. Demnach ist das angebotene Farbpulver nicht staubexplosionsfähig. Bei den Farbstoffen handelt es sich um wasserlösliche Lebensmittelfarben, die in der EU „zur Färbung von kosmetischen Mitteln“ zugelassen sind. Bei empfindlichen Personen wie Allergikern oder Asthmatikern könnten diese Stoffe allerdings allergische Reaktionen auf der Haut und in den Atemwegenhervorrufen. Daher steht auf den Farbbeuteln folgender Warnhinweis: „Nicht bei asthmatischen oder anderen allergischen Vorerkrankungen benutzen. Kann Augenreizungen bei Kontaktlinsenträgern hervorrufen. Es wird empfohlen, beim Einsatz einen Augen-/Mundschutz zu tragen.” Die Firma Hirams Trade GmbH gibt an, auf die Löslichkeit der Stoffe in der Lunge sowie auf der Haut und der Umwelt zu achten. Außerdem will sie einen geringen Feinstaubanteil durch das  Produktionsverfahren gewährleisten. Die Höchstmengen der zulässigen Lebensmittel-Farbstoffe und Lebensmittel-Zusatzstoffe sollen nicht überschritten werden. Die Firma warnt allerdings vor den originalen indischen Farben. Sie sollen meistens aus allergenhaltigem Maismehl oder Mineralstoffen bestehen, die gar nicht oder nur schlecht aus der menschlichen Lunge löslich sind und zudem auch keine Explosionssicherheit gewährleisten.

Der DAAB rät Menschen mit empfindlicher Haut bzw. Atemwegen, Allergien und/oder Asthma vom Besuch der Farbpulverfeste ab, damit es dadurch erst gar nicht zu Haut- und Augenreizungen sowie Beschwerden an den Atemwegen kommen kann. Kann man nicht darauf verzichten, sollte aber unbedingt an Schutzkleidung, Schutzbrille und Mundschutz gedacht werden.

Die Apfelsaison hat begonnen – Problem für Allergiker

Kribbeln auf Lippen und Zunge, ein Anschwellen der Mundschleimhaut und weitere Symptome lassen Pollen-Allergikern oftmals die Lust auf frische Äpfel vergehen. Ist jetzt ein vollständiger Verzicht auf Obst nötig?

Sechzig Prozent der Pollenallergiker reagieren auch auf Obst- und Gemüsesorten allergisch. So mancher Birkenpollenallergiker kennt und fürchtet das Gefühl: Kribbeln im Mund bis hin zum Anschwellen der Lippe und des Rachenraums vermiesen ihm den Genuss frischen Obstes.

Die Symptome zeigen sich vor allem bei Menschen, die eine Allergie auf Frühblüher, also auf die Pollen von Birke, Erle und Hasel haben. Experten sprechen hier von einer pollenassoziierten Nahrungsmittelallergie oder Kreuzallergie. Die Ursache liegt in bestimmten Eiweißproteinen, die der Apfel enthält. Besonders eines davon ähnelt dem in Birkenpollen enthaltenen Eiweiß so stark, dass das sensibilisierte Immunsystem die beiden nicht mehr auseinander halten kann und daher mit einer allergischen Reaktion antwortet.

 Alte Sorten besser verträglich

Auch die Apfelsorte kann eine Rolle bei der Verträglichkeit spielen. In vielen deutschen Supermärkten ist das Angebot, im Sinne der Vielfalt, an Apfelsorten eher begrenzt. Meist werden diese weit verbreiteten oft überzüchteten Sorten aus der Massenproduktion von Großplantagen vom Allergiker schlechter vertragen als Äpfel von Streuobstwiesen. Nach aktuellen Forschungen spielt hierbei auch der Gehalt an Bio-Phenolen (sekundäre Pflanzenstoffe) in den Äpfeln eine Rolle bei der Verträglichkeit. Polyphenole sind unter anderem dafür verantwortlich, dass ein Apfel nach dem Anschneiden braun wird und Polyphenole inaktivieren das Apfelallergen.

Aber auch neue Züchtungen können Vorteile haben. Die landwirtschaftliche Fakultät der Universität Wageningen in den Niederlanden wollte eine Apfelsorte züchten, die resistent gegen Apfelschorf ist. Durch die Kreuzung der Sorten Elstar und Priscilla entstand die neue Sorte Santana. Neben der Schorfrestistenz hat die neu gezüchtete Sorte anscheinend einen weiteren positiven Nebeneffekt. Viele Apfelallergiker berichten von einer guten Verträglichkeit.

Tipps zur Apfelallergie:

- Die allergieauslösenden Komponenten im Apfel werden durch Hitze zerstört. Deshalb vertragen viele Allergiker Apfelkompott oder -kuchen problemlos. Tipp: Gibt man den Apfel für 1 Minute bei 600 Watt in die Mikrowelle, ist er noch knackig, aber die Allergenität ist deutlich verringert.

- Sauerstoff inaktiviert das Allergen ebenso wie Hitze. Lassen Sie den geschälten Apfel etwas an der Luft liegen.

- Das Allergen sitzt häufig in oder nah unter der Schale. Geschälte Äpfel können oftmals besser vertragen werden.

- Auch Lagerung und Reifegrad können eine Rolle spielen. Länger gelagerte Äpfel werden oft besser vertragen.

- Die Verträglichkeit einzelner Apfelsorten kann variieren. Die gut verträgliche Apfelsorte Santana ist vor allem in Bioläden erhältlich.

 - Viele Kreuz-Allergiker berichten, dass sie frisches Obst in der pollenfreien Zeit besser vertragen als während des Pollenflugs.

 Zusammenfassend kann man sagen, dass nicht jeder Kreuzallergiker, der auf Äpfel reagiert, komplett auf Obst verzichten muss. Man sollte beim Testen jedoch Vorsicht walten lassen.

Methylisothiazolinon (MI) – Kontaktallergien auf dem Vormarsch

MI ist ein Kontaktallergen und wird immer häufiger in Kosmetika eingesetzt. Als Konservierungsstoff ist die Substanz in Haut- und Haarpflegemitteln, Seifen, Sonnenschutz, Duschgel, Badezusätzen, Weichspüler, Klebstoffen, Holzpflegemittel und Wandfarbe zu finden. Grund für das BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) eine aktuelle Stellungnahme abzugeben: … „Das Risiko einer Sensibilisierung gegenüber der Substanz ist daher höher und eine gesundheitliche Gefährdung der Verbraucher möglich…“, so in der Stellungnahme. Das BfR  fordert den SCCS (Scientific Committee for Cosmetic Products) auf aufgrund der neue Datenlage, die bisherigen Grenzwerte neu zu bewerten.

Nach Ansicht des DAAB sollte dieser Stoff in Kosmetika verboten werden. Die Anfragen an der Beratungshotline zu dem Thema Methylisothiazolinon als Kontaktallergen nehmen stetig zu. Und es gibt gut verträgliche Alternativen. Das zeigen die Produkte mit dem DAAB-Logo. Der Kriterienkatalog des DAAB  für kosmetische Produkte verbietet diesen Stoff in Produkten für Allergiker, Neurodermitiker und hautsensitive Menschen.

Verbraucher, die auf den Stoff verzichten möchten, sollten die Inhaltsstoffe genau kontrollieren oder auf „sichere“ Produkte mit dem DAAB Logo zurückgreifen.

In Deutschland sind bis zu 20 Prozent der Bevölkerung auf Kontaktallergene sensibilisiert und haben schon mal auf mindestens einen Auslöser allergisch reagiert.

Möchten Sie sich darüber informieren was in unseren Pflege- und Kosmetikprodukten vorkommt. Dann bestellen Sie kostenfrei den Ratgeber „Bewusster Leben mit Kontaktallergien“.

Boxspringbetten für Allergiker durchgefallen

Die Stiftung Warentest hat in ihrer aktuellen September-Ausgabe so genannte Boxspringbetten (Continentalbetten) getestet. Diese Betten haben ein Zwei-Matratzensystem. Es gibt keinen Lattenrost sondern einen gepolsterten Rahmen mit Federkern, dem „Boxpring“, auf dem dann eine Taschenfederkernmatratze und wiederum darüber noch eine weitere dünnere Schaumstoffmatratze liegt. Als „rundum empfehlenswert“ wurde keins der drei Bettsysteme beurteilt. Von den drei Modellen konnte nur bei einem Bett der Bezug gewaschen werden.

Der Deutsche Allergie- und Asthmabund empfiehlt die Nutzung dieser Betten für Hausstaubmilbenallergiker nicht, da die Verwendung eines allergendichten Matratzenüberzuges (Encasing) zwar für die oberste Matratze möglich wäre, ein allergendichter Schutz dann aber für die unteren Matratzen- und Polsterauflagen fehlt und deren zusätzliche Verwendung aufgrund der Matratzendicke kaum oder durch das zusammenhängende Bettgestell gar nicht möglich ist. Hausstaubmilben könnten hier ähnlich gute Lebensbedingungen wie in einem viel genutzten Polstermöbel vorfinden.

In einem weiteren Test zu Kaltschaummatratzen zeigte sich, dass Matratzen mit der Bezeichnung „Geeignet für Asthmatiker und Allergiker“ falsche Versprechungen bieten, da diese nur einen waschbaren aber keinen allergendichten Matratzenbezug besitzen, der für Allergiker geeignet wäre.