Wir müssen draußen bleiben? Katzenallergie-Studie

Wenn Sie unter einer Katzenallergie leiden und verschiedene Behandlungen ausprobiert haben, ohne eine Besserung zu erzielen, könnte es eine weitere Möglichkeit für Sie geben:
Ärzte in Ihrer Umgebung führen eine Forschungsstudie zu einem Prüfpräparat durch, um zu untersuchen, ob es hilft, die Symptome der Katzenallergie zu lindern. Wenn Sie zwischen 12 und 65 Jahre alt sind und seit mindestens zwei Jahren unter Katzenallergiesymptomen leiden, sind Sie eventuell für eine Studienteilnahme geeignet. Infos: www.thecatallergystudy.com

Neues Urteil: Allergischock kann Unfall sein

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Gerichtsurteil des Bundesgerichtshof (AZ.IVZR 98/12) zum Thema Allergieschock

Ein 15-jähriges geistig behindertes Mädchen mit starker Nuss-Allergie starb nach dem versehentlichen Verzehr einer nusshaltigen Schokolade. Die private Unfall-versicherung der Familie wollte nicht zahlen, da sie den Fall als Erkrankung und nicht als Unfall angesehen hat. Der Gerichtshof entschied: “Der Verzehr nusshaltiger Schokolade, in dessen Folge ein an einer schweren Nussallergie leidendes Kind verstirbt, stellt einen versicherten Unfall dar. Das Auftreffen nusshaltiger Schokolade auf die Mundschleimhaut des Mädchens stelle eine Einwirkung von außen dar. Die weitere Wirkungskette im Körperinneren sei danach für den Unfallbegriff nicht mehr erheblich.”

Für alle die das Urteil interessiert. Hier einsehbar.

 

Neuer Forschungsansatz: Allergien verstärken Migräne

Eine amerikanische Studie (American Migraine Prevalence and Prevention  Study AMPP) fand heraus, dass es einen engen Zusammenhang zwischen Migräneanfällen und allergischem Schnupfen (Heuschnupfen) gibt. Die Arbeitsgruppe um Erstautor Vincent Martin an der University of Cincinnati vermutet, dass zwischen beiden Erkrankungen enge Verbindungen bestehen.

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Von 6000 Patienten mit Migräne litten zwei Drittel auch unter einer Allergie auf Pollen, Tierhaare oder Hausstaubmilben. Speziell diese Personen litten unter einem hohen Schweregrad der Migräne und häufigeren Attacken als die Patienten ohne Allergien. Ebenfalls spielten Trigger, wie Zigarettenrauch und Parfüm eine Rolle. Die Allergikergruppe hatte zudem ein 45 Prozent höheres Risiko überhaupt an Migräneattacken zu erleiden und ein 60 Prozent höheres Risiko für besonders beeinträchtigende Kopf­schmerzen. Die Forscher vermuten, dass die Allergien für eine Verschlechterung (Exazerbation) der Migränekopfschmerzen sorgen.

Umso wichtiger ist die Hyposensibilisierung als Therapieform bei diesen Patienten. In einer vorausgegangenen Studie konnte der positive Effekt der Hyposensibilisierung bei Migränepatienten gezeigt werden. Die die Anzahl der Migräneattacken konnte um die Hälfte reduziert werden. Welche genaue Rolle allergische Erkrankungen bei der Entstehung von Migräne spielen, müsse jedoch weiter untersucht werden.

Neue Flyer und Infoblätter

Die neuen DAAB-Flyer zur Fruchtzucker-Unverträglichkeit, Laktose-Intoleranz sowie zur Neurodermitis und zur Hautpflege bei Neurodermitis informieren den Betroffenen über das Beschwerdebild, die Ursache, Diagnose und die Therapie. Die Flyer können Sie beim DAAB bestellen unter info@daab.de oder unter              0 21 61 – 81 49 40.

Nahrungsmittel-Allergiker gesucht

Wenn Sie  aus dem Raum Berlin/Brandenburg stammen und Erfahrung mit einem IgG-Test zur Diagnose einer Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten haben, teilen Sie bitte Ihre Erfahrungen mit.

Der rbb sucht Menschen mit einer Nahrungsmittel-Unverträglichkeit für einen TV Beitrag im Gesundheitsmagazin “rbb praxis” aus dem Raum Berlin/Brandenburg.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an:

Redaktion rbb-praxis Thomas Förster

tf@sehsucht.com / thomas.foerster@rbb-online.de

Fon 030/66 76 46 53 oder 0170/342 55 26

DAAB rüttelt das Europäische Parlament auf…

Aktuell läuft im EU Parlament eine Unterschriftenaktion zur stärkeren Berücksichtigung von Allergien auf EU-Ebene.

Initiiert wurde diese Initiative von 11 Mitgliedern des EU-Parlaments aus vier verschiedenen politischen Lagern. Die Initiative fokussiert das Bewusstsein, dass Allergien sich zu einer Volkskrankheit mit relevanten sozioökonomischen Folgen entwickelt haben.

Wie der DAAB mit Verwunderung feststellte, sind es gerade die deutschen EU-Abgeordneten, die die „Written Declaration on Recognising the Burden of Allergic Disease (Ref. 022/2013)“, die dem EU-Parlament zur Unterzeichnung vorliegt, bislang nicht unterzeichnet haben.

Da die Frist für die Unterzeichnung am 21. Januar 2014 abläuft,  wurde der DAAB heute aktiv und schrieb 78 deutsche Parlamentarier an mit der Bitte, die Unterschriftenaktion zu unterstützen.

Erste Rückmeldungen bedankten sich für die Erinnerung…

… das lässt dann ja hoffen

 

2014 – Was gibt es Neues im Bereich Lebensmittel

Am 13. Dezember 2014 treten die neuen EU-Vorschriften zur Lebensmittelkennzeichnung in Kraft.

  •  Ab diesem Tag müssen  die 14 Stoffe, die am häufigsten allergische Reaktionen auslösen, bei verpackten Produkten zusätzlich in der Zutatenliste hervorgehoben werden.
  • Diese Stoffe müssen ebenfalls ab Dezember 2014 bei lose abgegebener Ware (Restaurant, Kantine, Bäckerei, Metzgerei etc.) gekennzeichnet werden. Über die Art und Weise der Kennzeichnung wird noch entschieden.
  • Ab diesem Tag müssen alle verpflichtenden Informationen auf dem Zutatenverzeichnis gut lesbar sein und eine Mindestschriftgröße haben.
  • Bei der Verwendung von Lebensmittelimitaten ist vorgeschrieben, dass der ersatzweise verwendete Stoff in unmittelbarer Nähe des Produktnamens angegeben wird. Sogenanntes “Klebefleisch” ist künftig anhand des Hinweises “aus Fleischstücken zusammengefügt” zu erkennen. Der Begriff “Käse” darf nur noch für echten Käse verwendet werden.
  • Lebensmittelzutaten, die im fertigen Lebensmittel in Form von technisch hergestellten Nanomaterialien vorhanden sind, werden mit dem Zusatz “Nano” gekennzeichnet.
  •  Beim Online-Einkauf von Lebensmitteln müssen Verbraucher zukünftig über Verkehrsbezeichnung, Zutatenliste und eventuell enthaltene allergieauslösende Substanzen informiert werden. Bislang waren genaue Angaben zur Zusammensetzung mit wenigen Ausnahmen nicht verpflichtend.

Was gibt es 2014 sonst noch Neues

Neues Logo – Das Regionalfenster

  • Ab Januar 2014 können Verbraucher mit dem „Regionalfenster“ auf einen Blick erkennen, welche Lebensmittel tatsächlich aus der auf der Verpackung angegebenen Region kommen. Mit diesem Zeichen können Hersteller freiwillig informieren, woher die Zutaten stammen, wo das Produkt verarbeitet und verpackt wurde. Das Regionalfenster ist bereits erprobt und eine freiwillige Kennzeichnung auf Initiative des Bundesernährungsministeriums.

Health Claims

  • Im Bereich der Health Claims gibt es ebenfalls Neuerungen. Folgende gesundheitsbezogene Aussagen zu Lebensmitteln sind in der Werbung zulässig. Zum Beispiel  Trockenpflaumen dürfen angepriesen werden mit dem Hinweis, dass sie zu einer normalen Darmfunktion beitragen.

 

Pollenflug wirklich jetzt erst gestartet?

Den Deutschen Allergie- und Asthmabund erreichen im neuen Jahr die ersten Meldungen zu Heuschnupfenbeschwerden. Durch die milde Witterung sind die ersten Haselpollen bereits unterwegs, was auch die frühe Pollenflugmeldung 2014 des Deutschen Wetterdienstes bestätigt. Gemeldet wird leichter Haselpollenflug für NRW, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringens Tiefland, Saarland, Pfalz, Nahe und Mosel, Mainfranken. Leichter bis schon mittlerer Pollenflug wird bereits für das Rhein-Main-Gebiet, den Oberrhein und das untere Neckartal angegeben.

Beschwerden traten bei auffallend vielen Pollenallergikern aber bereits im November und Dezember auf. Die Ursachen hierfür sind noch unklar, da keine bundesweit-flächendeckende Pollenmessung erfolgt, Pollenflugmessung Ende Oktober weitgehend eingestellt wird und auch nur die meist verbreiteten Pollen gemessen werden.

Die klassische Pollenflugmessung berücksichtigt zum Beispiel nicht die in den letzten Jahren stattgefundenen Änderungen der Vegetation in Deutschland, die zum Beispiel durch Trends in der privaten Gartenbepflanzung stattgefunden haben und sich auch durch eine den Klimawandlungen angepasste neue Baumauswahl in städtischen Bepflanzungen manifestieren.

Unter www.pollentrend.de sammelt der DAAB daher bundesweit die Meldungen zu Heuschnupfenbeschwerden, um eine sinnvolle Ergänzung zum offiziellen Pollenflug zu schaffen. www.pollentrend.de

Marktcheck Eiersatzprodukte

Gerade in der Winterzeit steht das Plätzchen backen hoch im Kurs. Für viele Allergiker ist das problematisch, wenn zum Beispiel 0eine Allergie auf Hühnereiweiß besteht. Kaum ein Kuchen- oder Keksrezept aus Backbüchern oder aus dem Internet kommt ohne diese Grundzutat aus. Wie kann die Backerei trotzdem funktionieren und schmackhaft sein?

Neben natürlichen Lebensmitteln, die je nach Rezept das Hühnerei ersetzen können (zum Beispiel Quark zum Binden von Frikadellen), gibt es mittlerweile eine Auswahl an industriell hergestellten Eiersatz-Produkten in Pulverform. Einige Produkte sind aber eher für Pfannkuchen geeignet, andere wiederum zur Herstellung von Pudding. Der DAAB hat eine Übersicht erstellt, welche Produkte für welche Herstellung geeignet und welche zusätzlichen Inhaltsstoffe enthalten sind.

Die vollständige Übersicht finden Sie in der aktuellen Ausgabe von “Allergie konkret”, die im jährlichen Mitgliedsbeitrag von 33,-€ enthalten ist.

Sie kennen die Zeitschrift Allergie konkret noch nicht?

Wir schicken Ihnen gerne ein kostenfreies Probeexemplar zu.

E-Mail mit Ihrer Adresse an sl@daab.de “Stichwort Probeexemplar Allergie konkret” oder direkt über diese Seite bestellen.

Aus der Forschung: Impfung gegen Hühnereiweiß-Allergie

Forscher des Paul Ehrlich-Instituts ist es gelungen, durch modifizierte Impfviren die Entstehung einer Lebensmittelallergie auf Hühnereiweiß zu verhindern. Bei dem Impfvirus handelt es sich um ein modifiziertes Vacciniavirus Ankara (MVA), durch das der Körper sich an die genetische Information des Allergens – hier Hühnerei – gewöhnen soll. Im Gegensatz zur klassischen Hyposensibilisierung, z.B. gegen Gräserpollen, wo ein direkter Allergenextrakt verwendet wird, wird bei dieser Impfmethode die genetische Information des Allergens zuerst in die Antigen präsentierenden Zellen des Körpers transportiert und erst dort zum Protein umgebaut. Hierbei kommt das Immunsystem nur in Fragmenten mit dem Allergen in Kontakt, wobei schwere allergische Reaktionen wie beim Direktkontakt ausbleiben.

Ob sich dieses Verfahren etabliert und für die breite Praxis angeboten werden kann, bleibt abzuwarten.