Allergieauslöser Rapspollen?

Nun blüht wieder der Raps und der Deutsche Allergie- und Asthmabund erhält Anfragen zu möglichen allergischen Reaktionen auf Rapspollen. Diese haben in den letzten Jahren zugenommen und sind für uns Aufforderung unsere Mitglieder aktuell zu diesem Thema zu informieren. Nach Auskunft verschiedener Experten wurde die allergologische Relevanz bisher als sehr gering eingestuft. Der Rapsanbau hat aber zugenommen und so können auch allergische Reaktionen auf Rapspollen ansteigen. Bei Patienten, bei denen im April/Mai Heuschnupfen- oder sogar asthmatische Symptome beim Aufenthalt im Freien auftreten und bei denen die Auslöser nicht oder nicht vollständig entdeckt werden können, sollte daher auch diese Möglichkeit bedacht werden. Und zwar immer besonders dann, wenn die Patienten sich im direkten Umfeld von Raps-Anbaugebieten aufhalten, da die Pollen dort in merklichen Konzentrationen vorkommen.  Es wurden bisher neun verschiedene Allergene in Rapspollen entdeckt. Allergene, die für den Raps typisch sind aber auch solche, die auch in anderen Pflanzen vorkommen können wie beispielsweise sogenannte Profiline oder Polcacine. Bei Menschen mit Allergien auf Frühblüher wie Erle und Birke könnten somit auch Kreuzreaktionen durch ähnlich allergene Strukturen in Rapspollen ausgelöst werden. Auch eine Kreuzreaktion zwischen Raps- und Gräserpollen oder auch Glaskräutern (dazu gehören auch die Brennnesseln) könnte möglich sein. Innerhalb der Gattung Brassica (Kohlgewächse) in der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) wurde auch die Proteingruppe der sogenannten Napine als Allergene ausgemacht. Zu dieser Gattung gehören beispielsweise auch Raps- und Senfpflanzen. Immer wieder wird über Reaktionen beim Aufenthalt in der Nähe von Rapsfeldern berichtet. Hier können natürlich Pollenallergene die Ursache sein. Diskutiert werden aber auch Reaktionen auf Schimmelpilze oder Pflanzenschutzmittel und auf ätherische Öle, die sogenannte Terpene enthalten und bei blühendem Raps in die Außenluft geraten. Gegebenenfalls ist bei einer relevanten Rapspollenallergie eine Therapie mittels einer Spezifischen Immuntherapie (Hyposensibilisierung) möglich.

Achtung: Missbrauch bei der Label-Werbung

Der DAAB wird immer wieder angefragt nach Produkten, die angeblich durch den DAAB empfohlen würden, weil dies in PR-Texten – z.B. für Teppiche – behauptet wird oder, oder.

Daher zur Klarstellung: Der Deutsche Allergie- und Asthmabund empfiehlt keinen Teppich und keine spezielle Teppichmarke.

Bitte achten Sie daher beim Kauf von Produkten auf das aktuelle DAAB-Logo, da andere-  teils trotz Abmahnung im Umlauf befindliche – sich z.B. auf frühere, veraltete Kriterien- bzw. Test-Vorgaben beziehen.

Bei dem aktuellen, gültigen DAAB-Logo – etwa auf Hautpflegeprodukten, Waschmittel, Sonnenschutz etc. – sind keine allergisierenden Inhaltsstoffe vorhanden. Sie sind also  ohne allergieauslösende  Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe. Auch ein genauer Blick lohnt sich: Das aktuelle Logo trägt einen Hinweis, wann das Produkt getestet wurde.

Auch ÖKO-TEST wird aktiv bei Unternehmen, die missbräuchlich das ÖKO-TEST-Label nutzen und geht dabei gerichtlich gegen irreführende und falsche Werbung vor. Mit dem ÖKO-TEST – Label werben manche Firmen beispielsweise, indem sie es auch für Produkte verwenden, die gar nicht getestet wurden. ÖKO-TEST ruft derzeit Gerichte in der ganzen Republik an, um dem Missbrauch entgegenzuwirken. Daher empfiehlt der DAAB beim Kauf von gelabelten Produkten immer besonders genau hinzuschauen. (Quelle: Meldung  Öko-Test 25.04.2014)

Freihandelsabkommen (TTIP) zwischen Europa und den USA – Transparenz muss her!

In den letzten Tagen hören wir immer mehr von den Verhandlungen zum geplanten Transatlantischen Freihandelsabkommen (TTIP) zwischen Europa und den USA. Darüber informierte Verbraucher sind tief verunsichert und es regt sich immer mehr Protest, der nun auch in höchsten Regierungskreisen angekommen ist.

Der Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat inzwischen einen TTIP-Beirat mit über 20 Mitgliedern berufen, der zusammen über die einzelnen Punkte des Abkommens beraten und Kritikpunkte diskutieren soll. Vertreten sind neben Verbänden der Industrie- und des Handels, auch Vertreter von Verbraucherschutzorganisationen wie der Bundesverband der Verbraucherzentrale, Transparency International, Naturschutzverbände wie der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) aber auch Vertreter von Gewerkschaften und Kirche oder Kulturschaffende. Der DAAB vermisst hier aber Stimmen, die mit dem großen Thema „Gesundheit“ in Deutschland befasst sind und eventuell mögliche Veränderungen durch das TTIP-Abkommen in diesem Bereich beleuchten. Langsam wird allen klar, das Freihandelsabkommen könnte nicht nur Chlorhühnchen nach Deutschland bringen, sondern weitreichende Veränderungen in allen Lebensbereichen nach sich ziehen. Die nicht vorhandene Transparenz bei den Verhandlungen führt zu Spekulationen. Die Unwissenheit ärgert den Verbraucher und macht ihm Angst. Und so erhält der Protest gegen das Abkommen nun auch von vielen Seiten große Unterstützung. Beispielsweise haben der Bundesverband der Verbraucherzentralen oder der BUND auf ihren Internetseiten Informationen zum Thema bereitgestellt.

Momentan recherchiert der DAAB, inwieweit auch Fragestellungen zur Debatte stehen könnten, die für Menschen mit Allergien wichtig sind. Beispielsweise im Zusammenhang mit der Kennzeichnung von Lebensmitteln, Kosmetika oder Arzneimitteln. Der DAAB unterstützt den Protest zur gegenwärtigen Informationslage zum TTIP. Im Hinblick auf mögliche Auswirkungen des Abkommens auf alle Lebensbereiche der Menschen in Europa, schließt sich der DAAB der Forderung nach absoluter Transparenz bei den Verhandlungen an.

Stellungnahme des DAAB zu der EU- Konsultation zu Duftstoffen in Kosmetika

Der DAAB begrüßt die Pläne der EU-Kommission zur strengeren Regulierung der Duftstoffe in Kosmetika sowie das Verbot und die Einschränkung des Einsatzes allergener Duftstoffe in kosmetischen Produkten. Der DAAB sieht in dieser Initiative einen wichtigen Schritt um der Entstehung von Kontaktallergien vorzubeugen und einen Beitrag zur Sekundärprävention der allergischen Kontaktdermatitis bei bereits sensibilisierten Patientinnen und Patienten.

Quelle: evgenyb/fotolia.com

Wir freuen uns über diesen wichtigen Fokus auf die Lebenssituation der Allergiker, Asthmatiker und Neurodermitiker, die auf Duftstoffe mit Unverträglichkeit reagieren und sie zwingend meiden müssen. Gleichzeitig ist das Verbot der Stoffe mit besonders hoher allergenen Potenz wie HMPCC (Lyral), Atranol, Chloratranol ein wichtiger Schritt zur mehr Sicherheit der kosmetischen Produkte.

Auch die Regulierung der Deklarationspflicht für weitere allergieauslösende Stoffe sehen wir als eine richtige und wichtige Maßnahme, um betroffenen Patienten die Karenz ihrer Allergieauslöser zu ermöglichen. Allerdings ist der tatsächliche Nutzen dieser Maßnahme für die betroffenen Patienten nur dann vorhanden, wenn sie gleichzeitig die Möglichkeit haben, die betreffenden Allergieauslöser in einer Epikutantestung diagnostizieren zu lassen. Die diagnostische und medizinische Versorgung der Kontaktallergiker ist aber derzeit in Deutschland nur unzureichend. Unser Vorschlag dazu ist, dass die EU-Kommission auch die diagnostische Versorgung für Kontaktallergiker entsprechend erweitert bzw. diesbezügliche Empfehlungen an die Gesundheitsminister der EU-Mitgliedsländer ausgibt.

Ein weiterer Vorschlag betrifft die Deklaration der allergieauslösenden Duftstoffe. Um den sensibilisierten Verbraucherinnen und Verbrauchern das Erkennen ihrer Allergieauslöser zu erleichtern, sollten die deklarationspflichtigen allergieauslösenden Duftstoffe mit dem Zusatz „Allergieauslöser“ gekennzeichnet werden – nach dem Vorbild der nano-Kennzeichnung für nanoskalige Inhaltsstoffe in Kosmetika.

Wichtig ist zudem, dass die deklarationspflichtigen allergieauslösenden Duftstoffe nicht nur auf den Kosmetikverpackungen genannt werden, sondern auch auf weiteren Produkten und Gegenständen, in denen sie zum Einsatz kommen wie medizinischen Produkten und Arzneimitteln, Bedarfsgegenständen wie Farben, technischen Ölen, Reinigungsmitteln, Raumbeduftungsprodukten, etc. Denn nur eine umfassende Deklarationspflicht bringt den richtigen Nutzen für die betroffenen Allergiker und Asthmatiker.

Achtung: Erdnuss- und Haselnussallergiker aufgepasst!

Hinweis zum Produkt CLUBS Cracker der Firma Lorenz: Snack World ++ ACHTUNG: Die CLUBS Cracker können aufgrund verlagerter Produktionsstätte bis Juli 2014 möglicherweise Erdnuss-und Haselnussbestandteile enthalten++

Copyright: S. Schnadt

Erdnuss- und Haselnussallergiker aufgepasst!

Wir möchten Sie darüber informieren, dass die Firma Lorenz Snack World die Produktion ihres Produktes CLUBS in ein Werk verlegen musste, in welchem im Gegensatz zu der regulären Produktionsstätte auch Erdnüsse und Haselnüsse verarbeitet werden.

Da Kreuzkontaminationen in diesem Werk mit Erdnüssen und Haselnüssen nicht ausgeschlossen werden können, weisen alle Lorenz CLUBS Verpackungen, die im relevanten  Zeitraum bis Juli 2014 produziert werden zusätzlich zum regulären „Spurenhinweis“ auf Sesam, Ei und Soja, der in der Nähe des Zutatenverzeichnisses zu finden ist, einen weiteren Warnhinweis auf.

Dieser zweite, zusätzliche Hinweis ist ebenfalls auf der Verpackungsrückseite zu finden, jedoch oben rechts in dem weißen Feld unterhalb des Mindesthaltbarkeitsdatums. (siehe Abbildungen)

Da der zweite Hinweis möglicherweise nicht gelesen wird, weist der Deutsche Allergie- und Asthmabund auf diesem Weg auf die Möglichkeit der Kreuzkontamination mit Erdnuss und Haselnuss hin, die bei den zurzeit im Handel erhältlichen Produkten besteht.

Ab Juli 2014 werden die CLUBS Cracker wieder im regulären Werk produziert, das keine Erdnüsse und Haselnüsse verarbeitet, so dass die dann produzierten Verpackungen den 2. Warnhinweis nicht mehr tragen.

Da die CLUBS Cracker eine längere Haltbarkeit haben, kann es sein, dass über einen gewissen Zeitraum beide Sorten in den Regalen zu finden sind.

Copyright: S. Schnadt

Copyright: S. Schnadt

 

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Allergieklinik gerettet: Neuausrichtung Hochgebirgsklinik Davos

Die Hochgebirgsklinik Davos wird eine Neuausrichtung vornehmen und kann einen Konkurs abwenden. Ende letzten Jahres war die Klinik in finanzielle Schieflage geraten, der DAAB hat über die Situation in Davos berichtet. Uns erreichten dazu viele Anfragen von besorgten Betroffenen, die uns sehr viele positive Berichte über den Aufenthalt in der Davoser Klinik gaben und eine Schließung sehr bedauern würden. Der Unternehmer Klaus-Michael Kühne hat über seine Kühne Real Estate AG die Liegenschaften der Hochgebirgsklinik erworben. Die Zürich Versicherung und die Banca Popolare di Sondrio haben auf Teile ihrer Forderungen verzichtet. 170 Arbeitsplätze und die 100-jährige Geschichte des Hauses konnten gerettet werden. Nun wird die Klinik neu ausgerichtet, neben einem Behandlungszentrum auf weltweit einzigartigem Niveau soll auch ein Allergieforschungszentrum und ein Klinik-Campus mit internationaler Ausstrahlung entstehen. Hauptpfeiler des Forschungszentrums ist das Christine Kühne Center for Allergy, Research and Education mit seinen in dieser Organisation zusammengeschlossenen internationalen Partnern.

Quelle: Pressemitteilung der Hochgebirgsklinik Davos vom 08.05.2014

Gräserpollenallergiker haben die längste Leidenszeit

Aktuell startet nahezu bundesweit der Gräser-Pollenflug. Jeder dritte Pollenallergiker ist jetzt von Symptomen betroffen. Da die einzelnen Gräserarten ähnliche allergene Strukturen haben, sind  Gräserpollenallergiker vom späten Frühjahr bis zum Herbst durchgehend betroffen. Und: Die Pollen von Gräsern verursachen oftmals starke allergische Reaktionen.

Die Patienten leiden unter Fließschnupfen, Niesanfällen, juckenden und tränenden Augen oder Atemnot.

Doch statt schnelle Hilfe zu finden, warten Gräserpollenallergiker oft wochenlang auf einen Behandlungs-termine beim Allergologen und müssen zudem häufig lange Wegstrecken zum nächstgelegenen Facharzt in Kauf nehmen. Denn: In den letzten Jahren ging die Zahl der Arztpraxen, die allergologische Diagnostik und Therapie anbieten, um 30% zurück. Überhaupt haben nur noch 1,5 Prozent aller deutschen Ärzte eine allergologische Fachausbildung und das bei 30 Millionen Allergikern.

Grund genug für den deutschen Allergie- und Asthmabund die Aktion „vergiss mein nicht – Allergien brauchen (D)eine Stimme“ zu starten.

In den ersten Wochen unterschrieben bereits 13.000 Menschen den Aufruf, Allergien endlich in den Fokus der Gesundheitspolitik zu setzen.

Allergisch im Abi

Allergisch im Abi

Gerade jetzt zur Zeit der Abiturprüfungen startet der Gräserpollenflug. Ein unbehandelter Heuschnupfen führt bei 40% der betroffenen Schülerinnen und Schüler laut Experten zu einer Verschlechterung der Schulleistungen. Doch statt schnelle Hilfe zu finden, warten Gräserpollenallergiker oft wochenlang auf einen Behandlungstermine beim Allergologen und müssen zudem häufig lange Wegstrecken zum nächstgelegenen Facharzt in Kauf nehmen. Denn: In den letzten Jahren ging die Zahl der Arztpraxen, die allergologische Diagnostik und Therapie anbieten, um 30% zurück. Überhaupt haben nur noch 1,5 Prozent aller deutschen Ärzte eine allergologische Fachausbildung und das bei 30 Millionen Allergikern.

Schnelle Hilfe:

Schnelle Hilfe beim Heuschnupfen bringen antiallergische Präparate. Die ursächliche Bekämpfung der Pollenallergie erfolgt durch die Allergieimpfung, auch Hyposensibilisierung genannt. Die Erfolgsquote liegt bei rund 80%. Bei dieser Allergie-Impfung werden dem Heuschnupfen-Patienten mit Beginn der pollenfreien Zeit die Pollenbestandteile, auf die er sonst reagiert, in sehr geringen Dosen gespritzt, um seinen Körper an diese Allergene zu gewöhnen und ihn so auf Dauer dagegen unempfindlich zu machen.

Und noch Großmutters Tipp

Ein alt bewährter Tipp erlebt als Linderung für Heuschnupfengeplagte eine Renaissance: Die Nasendusche. Hierbei werden die Gänge der Nasenhöhle täglich mit Wasser und Sole gespült. Dadurch werden Pollen und Schmutzpartikel einfach hinaus transportiert. Die Nasenschleimhaut wird in ihrer Struktur und Funktion wieder normalisiert, was auch vorbeugend wirkt.