Gibt es bald die allergenarme Erdnuß?

Der DAAB startet als Kooperationspartner das neue Projekt LACOP (Low allergen containing plants). Es handelt sich um ein Forschungsprojekt des Bundesministerium für Bildung und Forschung zur Entwicklung allergenarmer Lebensmittel, speziell Erdnuss und Senf. Ziel ist die Herstellung von Nahrungspflanzen mit einem reduzierten Gehalt allergener Speicherproteine. Neben dem DAAB sind noch Experten der Leibniz Universität Hannover, TU Braunschweig und der Charité Berlin involviert. Das erste Treffen fand heute in der Leibniz Universität in  Hannover statt. Sabine Schnadt stellte den Kooperationspartnern den DAAB vor.

Wir werden weiterhin über die Erfolge des Projektes berichten.

 

Termine zur Anaphylaxie-Schulung in Willich frei

Für eine Eltern-Kind Schulung zum Thema Anaphylaxie sind noch Plätze frei. Die Schulungen werden durch ein interdisziplinäres Schulungsteam nach dem AGATE-Schulungsprogramm durchgeführt. Patientenschulungen leisten einen wesentlichen Beitrag zum besseren Verständnis der Erkrankung, der Auslöservermeidung und dem sicheren Umgang mit dem NotfallsetWenn Sie ein Kind über 7 Jahre mit einer Anaphylaxie haben, melden Sie ich bei der AGAK Viersen e.V..

Die Schulung findet am 28.2. und 7.3.2018 jeweils von 16:00 bis 19:00 in Willich statt.

Ansprechpartner für Informationen und Anmeldung:

AGAK e.V. Frau Verbraeken, www.agak-viersen.de, Fon 02162/5484900

Neue Anaphylaxie-Seite des DAAB geht online

Immer mehr Kinder leiden unter einer Anaphylaxie. Sie können bei guter Aufklärung, konsequenter Allergenvermeidung und passendem Notfallmanagement ein normales Leben führen und sollten speziell bei Aktivitäten in Schule und Kita nicht ausgegrenzt werden. Um über die Erkrankung aufzuklären und die Öffentlichkeit zu informieren, damit Kinder mit Anaphylaxie nicht ausgegrenzt werden, hat der DAAB eine extra Internetseite zu diesem Thema entworfen. Unter www.allergie-anaphylaxie.de können sich Eltern von betroffenen Kindern, Betroffene und Interessierte sowie Betreuungspersonen umfassend informieren. Die Seite soll Mut machen die Herausforderung “Ein Leben mit Anaphylaxie” anzunehmen.

Als Anaphylaxie bezeichnet man eine allergische Reaktion, die den ganzen Körper erfassen kann und daher die schwerste Form einer Allergie ist. Wie bei allen Allergien handelt es sich um eine überschießende Reaktion des Immunsystems, bei der der Körper auf normalerweise ungefährliche Substanzen (Allergene) reagiert.

Neues Webinar zur Hausstaubmilbenallergie

Kostenfreies Webinar zu typische Beschwerden, Diagnostik und Therapie der Hausstaubmilbenallergie

Termin 31.01.2018, 16:00 bis 17.00 Uhr.

Hausstaubmilben kommen ganz natürlich in unserer Wohnumgebung vor. Bevorzugt besiedeln sie regelmäßig genutzte Bettmatratzen. Dies hat aber nichts mit einer mangelnden Hygiene zu tun. Hausstaubmilben sind ganzjährige Allergieauslöser. Patienten mit Allergie-Verdacht auf Hausstaubmilben sollten daher frühzeitig diagnostiziert und behandelt werden. Oftmals bestehen sehr unspezifische Symptome und Allergie-Patienten spüren die Beschwerden durch saisonale Pollenallergien stärker als durch Hausstaubmilben. Somit erfolgt die Diagnose Hausstaubmilbenallergie häufig nicht frühzeitig. Privatdozent Dr. med. Matthias Krüll, Internist, Pneumologe und Geschäftsführer des Institutes für Allergie- und Asthmaforschung (IAAB) in Berlin, möchte in dem kostenfreien DAAB-webinar einen guten Einblick zum Thema Hausstaubmilbenallergie für Patienten und Interessierte geben. Es gibt viele Fragen, die beantwortet werden: Unter welchen typischen Beschwerden leiden Hausstaubmilbenallergiker? Wie funktioniert die Allergiediagnostik? Was kann man als Patient selbst tun? Wie kann eine gute Diagnose und Therapie gelingen?

Im Rahmen dieses webinars haben Haustaubmilbenallergiker die Möglichkeit zu erfahren, was sie tun können um ihre Lebensqualität zu verbessern, Menschen mit Hausstaubmilbenallergie-Verdacht können sich zu typischen Beschwerden und zum Thema Allergiediagnostik und -Behandlung informieren.

Das webinar kann keinen Arztbesuch ersetzen.

Anmeldung unter: https://attendee.gotowebinar.com/register/4958126027547690241

Was ist ein webinar?

Ein Webinar ist kurz gesagt, ein Live im Internet stattfindendes Seminar. Mit Hilfe der Chatfunktion können Webinar-Teilnehmer dem Dozenten der Live-Veranstaltung Fragen stellen. Jeder Teilnehmer sitzt dabei vor seinem PC, Laptop, Tablet etc.

 Voraussetzung zur Teilnahme sind:

Computer oder Laptop mit Internetzugang zur Bildübertragung (Vortragsfolien), Tonübertragung des Vortrags über
a) im Computer/ Laptop integriertes Mikrofon + Lautsprecher oder
b) externe, an den Computer anschlussfähige Kopfhörer (Headset) oder
c) Telefon (hierfür über die aufgeführte Telefonnummer einwählen).
Die Dauer der DAAB-Webinare beläuft sich auf 45-60 Minuten.

Neues aus der Forschung

Warum die Amish People selten Allergien bekommen

Kinder, die mit Dreck und Tieren in Kontakt kommen, haben seltener Allergien als Kinder in einem sterilen Umfeld – das zeigen Studien der letzten Jahre immer wieder. In einem interessanten Vergleich stellten Wissenschaftler nun fest, dass die Form der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung dabei eine Rolle spielt.

Bei den Amischen, die moderne Techniken ablehnen und ihre Äcker noch mit Pferden pflügen, beobachtete die Allergologin Erika von Mutius einen sehr ausgeprägten Allergie-Schutz.

Hier wachsen die Kinder im direkten Kontakt mit Tieren und Stallstaub auf. Dieser Bakteriencocktail scheint das Immunsystem zu einer Allergentoleranz zu bringen.

Die Hutterer hingegen, eine andere religiöse, Landwirtschaft betreibende Gemeinschaft in Nordamerika, leiden ähnlich häufig unter Allergien wie Stadtmenschen, da sie eine moderne, industrialisierten Landwirtschaft, mit Großbetrieben und großem Maschinenpark betreiben.

Wirklich effektiv funktioniert der Schutz aber nur, wenn Kinder schon von klein auf mit den Mikroben im Stall konfrontiert werden. Am besten schon vor der Geburt.

Auch andere Forscher haben inzwischen nachgewiesen: Je früher Kinder mit möglichst verschiedenen Mikroben und Allergenen aus der Umwelt konfrontiert werden, desto besser tolerieren sie diese im späteren Leben. Dies gilt auch für Nahrungsmittel. Die LEAP-Studie bei Kindern mit Neurodermitis, die schon eine geringfügige Sensibilisierung auf Erdnüsse haben, zeigte dass jene Kinder, die  Erdnüsse und Erdnussbutter erhielten, seltener allergisch auf dieses Nahrungsmittel reagierten.

Das Fazit der Forscher ist, dass ein früher Kontakt mit Mikroben, das frühe Zufüttern fester Nahrung, weniger Kaiserschnitte und keine Antibiotika unter der Geburt, Allergien in Zukunft vielleicht eindämmen würden.

Sprechstunde per Internet – ist das die Zukunft?

Erste niederländische Studienergebnisse zur web basierten Versorgung asthmatische Kinder zeigt, dass diese auch virtuell gut versorgt sind. Eine Internet-Sprechstunde für Kinder mit Asthma mindert die Qualität der Versorgung offenbar nicht, dass fanden niederländische Forscher der Uniklinikum Nijmegen heraus, so berichtet heute die Ärztezeitung. Die Arzt-Patienten-Kommunikation über das Internet bietet vor allem bei chronischen Erkrankungen viele Chancen. Kritiker befürchten allerdings, dass die Versorgungsqualität darunter leiden könnte.

In der niederländischen Studie wurden 210 Kinder mit gesichertem mittelschwerem Asthma eingeschlossen, wobei jeweils 105 Familien das webbasierte Angebot nutzten und 105 Kinder in die Kontrollgruppe kamen. Für die Studie wurde ein Internetportal mit gesondertem Chatraum und einem Forum für die Eltern eingerichtet. Sowohl Eltern, wie auch Kinder konnten so Fragen stellen, Informationen austauschen, die Peak-Flow Daten an die behandelnden Ärzte schicken und mit dem Asthma-Management-Team kommunizieren. Alle Teilnehmer wurden im Vorfeld entsprechend geschult. Die persönliche Vorstellung in der Kontrollgruppe erfolgte alle vier Monate in der entsprechenden Ambulanz. Bei Kindern der Studiengruppe wurden diese Kontrolltermine auf alle acht Monate reduziert um einen direkten Vergleich zu haben.

Nach 16 Monaten schnitten die virtuell betreuten Kinder nicht nur genauso gut, sondern sogar etwas besser ab als die der Kontrollgruppe. Die Anzahl der beschwerdefreien Tage war nahezu identisch. Entscheidender so die Forscher, sei aber der Umstand, dass dies mit einem nur halb so großen Betreuungsaufwand durch das Ärzteteam erzielt wurde, zumindest was persönliche Vorstellungstermine angeht. Bezüglich aller anderen Kontroll- und Therapieparameter zeigten sich keine Unterschiede zwischen den Gruppen.

Ob sich dieser Effekt auch dauerhaft zeigt oder eher zu einer Verharmlosung der Erkrankung beiträgt, müsste sicherlich in weiteren Studien untersucht werden. Nach Ansicht des DAAB ist aber ein webbasiertes Angebot, wenn auch im Moment eher als zusätzliches Angebot, sehr sinnvoll. Ebenfalls könnte es hilfreich sein für Familien in Regionen, in denen keine pneumologischen Kinderärzte ansässig sind.  Bestätigen weitere Studien den Effekt, kann es sicherlich ebenfalls eine gute Alternative sowohl für Familien, wie auch Ärzte sein.

Weitere Informationen zur Studie finden Sie in der Ärztezeitung oder in der Originalveröffentlichung.

Neue webinare des DAAB

„Im Notfall sicher handeln“ – Notfallmanagement bei schweren allergischen Reaktionen

Wann:  Freitag, 19.01.2018 um 16 Uhr

Referentin: Britta Stöcker, Bonn (Kinder- und Jugendärztin und Anaphylaxie-Trainerin)

Inhalt:

  •  Wie erkenne ich eine schwere allergische Reaktion?

  • Welche Medikamente gibt es zur Soforthilfe bei Anaphylaxie?

  • Welche Maßnahmen werden im Notfall durchgeführt?

  • Hilfsmittel und Dokumente

Zielgruppe: Das Webinar richtet sich in erster Linie an Eltern von anaphylaxiegefährdeten Kindern und selbst betroffene Allergiker. Es kann bei Interesse auch von ErzieherInnen und LehrerInnen besucht werden.

Kosten:       Das Webinar ist kostenfrei

Link zur Anmeldung: https://attendee.gotowebinar.com/register/977812570592326403

Weitere DAAB Anaphylaxie-Webinare in Kürze auf der homepage des DAAB www.daab.de oder fordern Sie unser Programm an unter info@daab.de.

Ein interessanter Fall zum Jahresbeginn

Allergie auf Musikinstrumente

Bei Berufsmusikern sind allergische Kontaktekzeme ein häufiges Problem. Durch den sehr intensiven Kontakt mit Holz oder Metall kann es zu einer allergischen Reaktion an Händen, Mund oder Gesicht/Hals kommen. Als Auslöser bei Holzinstrumenten spielen vor allem Rosenhölzer wie Ebenholz oder Palisander eine Rolle. Auch die Schlagstöcke von Schlaginstrumenten werden aufgrund der Klangeigenschaften aus diesen Hölzern gefertigt. Bei Blechblasinstrumenten kann eine Kontaktallergie auf Nickel oder Messing entstehen.

Bei Hobbymusikern werden diese Reaktionen natürlich seltener beobachtet. Besteht allerdings zum Beispiel eine Neurodermitis oder eine Neigung zu Ekzemen, sollte bei entsprechendem Hobby auch an diese Auslöser gedacht werden. So gibt es einen aktuellen Fall von einem Kontaktekzem am Mund eines 14 jährigen Mädchens, dass viermal die Woche Blockflöte spielt. Durch mehrere Beratungsgespräche mit den Experten des DAAB und detektivischem Spürsinn, konnten wir mit den Eltern den Verdacht erhärten, dass das Blasinstrument eventuell der Auslöser ist. Allergietestungen beim Dermatologen stehen nun an um den Verdacht zu bestätigen.

Achtung: Viele Erkältungsbäder enthalten Allergieauslöser

Gerade in der kalten Jahreszeit greift man gerne auf duftende Erkältungsbäder zurück. Aber Vorsicht: Viele Erkältungsbäder enthalten starke Allergieauslöser.

Erkältungsbäder enthalten Zusätze wie Fichten- oder Kiefernadelöl, Rosmarin- oder Eukalyptusöl, Menthol oder Kampfer. Speziell der natürliche Bestandteil der Nadelholzöle (Kiefer, Fichte,) das Delta-3-Caren, gilt als starker Allergieauslöser. Kampfer ist für seine starke irritative und allergenisierende Wirkung an der Haut bekannt. Zudem besteht speziell bei Kindern und Säuglingen Vergiftungsgefahr.

Erkältungsbäder entspannen den Körper und die Seele und sind gerade in der kalten Jahreszeit eine Wohltat. Wählen Sie das Badeöl allerdings sorgsam aus und verzichten auf Duftstoffe, Kampfer, Menthol und Nadelholzöle. Oftmals reicht ein hochwertiges Pflanzenöl mit ein paar wenigen Tropfen eines verträglichen ätherischen Öls, wie Eukalyptus-, Thymian- oder Rosmarinöl.  Für Kinder und Säuglinge sollte ein Schuss Pflanzenöl im warmen Wasser ausreichen.

Erkältungsbäder werden als Arzneimittel oder kosmetische Produkte angeboten. Bei den Arzneimitteln müssen problematische Duftstoffe, wie auch bei den kosmetischen Produkten, seit diesem Jahr ebenfalls gekennzeichnet werden. Sie werden mit ihrer INCI Bezeichnung auf der Verpackung aufgeführt.

Kennzeichnungspflichtige  Duftstoffe
Duftstoffe mit der INCI-Bezeichnung
Amyl cinnamal Amylcinnamylalkohol
Anise alcohol Evernia furfuracea extract (Baummoosextrakt)
Benzyl alcohol Benzyl benzoate
Benzyl cinnamate Butylphenyl methylpropional
Benzyl salicylate Cinnamal
Cinnamyl alcohol Citral
Citronellol Coumarin
Evernia prunastri extract (Eichenmoosextrakt) Eugenol
Farnesol Geraniol
Hexyl cinnamal Hydroxycitronellal
Hydroxyisohexyl-3-cyclohexene-carboxaldehyde Isoeugenol
Limonene Linalool
Methyl-2-octynoate Alpha-Isomethyl-ionone