Antibiotika unter Verdacht!

Antibiotika helfen bei einer Vielzahl von Erkrankungen und sind aus der modernen Medizin nicht mehr weg zu denken. Viele Studien belegen aber auch, dass sie sich negativ auf das Darmmilieu auswirken. Amerikanische Forscher fanden nun einen Zusammenhang zur Allergieentstehung heraus. Sie untersuchten Kinder, die im ersten Lebensjahr mit einem Antibiotikum behandelt wurden. Die Untersuchung ergab, dass bei diesen Kindern ein größeres Risiko für Nahrungsmittelallergie gegen Eier, Fisch, Milch und Nüssen bestand, als in der Kontrollgruppe.

Wunderwerk Immunsystem

Allergien sind Erkrankungen, die über das Immunsystem gesteuert werden. Diese Abwehrzentrale ist im Säuglingsalter noch nicht optimal ausgebildet und im Lernprozess. Zu der gesunden und normalen Entwicklung dieses komplizierten Systems, tragen unter anderem auch Darmbakterien bei. Das so genannte Mikrobiom bekommt immer mehr Bedeutung in der heutigen Sichtweise der Medizin. Die Forscher fanden nun heraus, dass eine antibiotische Behandlung in den ersten Lebensmonaten eines Säuglings die bakterielle Darmansiedlung stören kann. In Folge dessen entsteht ein höheres Risiko für eine Nahrungsmittelallergie. Die Barriere Funktion der Darmwand spielt hier eine entscheidende Rolle. Durch die Störung kann das Immunsystem keine normale Toleranz gegenüber Allergieauslösern in der Nahrung entwickeln.

An der Studie nahmen mehr als 500.000 Kindern teil, die im Jahr 2006 in insgesamt 28 Bundesstaaten der USA geboren und innerhalb des ersten Lebensjahrs mit einem Antibiotika behandelt wurden. In der Kontrollgruppe wurde eine gleiche Anzahl an nicht behandelten Kindern aufgenommen.

Fazit der Studie

Die Kinder, die als Säugling mit Antibiotika behandelt wurden, besaßen ein 84 Prozent höheres Risiko, in den ersten vier Lebensjahren eine Nahrungsmittelallergie zu entwickeln. Zudem entwickelten diese Kinder die Allergien 40 Prozent früher. Um den Zusammenhang zwischen der frühen antibiotischen Therapie und der Allergie gegen Nahrungsmittel jedoch eindeutig nachweisen zu können, sind weitere Untersuchungen nötig.

Ein spannender Zusammenhang, wie wir finden und wenn wir uns die steigende Zahl der Antibiotikagaben im Säuglingsalter ansehen, auch kein Wunder.

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