Aufgepasst! Bei Asthma bronchiale auch Begleiterkrankungen beachten

Bei Asthma-Patienten können mit steigendem Alter Begleiterkrankungen zunehmen und sich die Häufigkeit der jeweiligen Begleiterkrankungen verändern.
Schwedische Forscher untersuchten, welche Begleiterkrankungen in welcher Altersklasse auftreten und welchen Einfluss diese Erkrankungen auf das Asthma bei den Patienten hat. Dafür wurden anonymisierte Daten von fast 35.000 Asthma-Patienten ausgewertet.
Die Häufigkeit von akuten Verschlechterungen und Asthmaanfällen nimmt mit dem Alter zu. Ab einem Alter von 65 Jahren hatten 62 Prozent der Patienten drei oder mehr Begleiterkrankungen.

Welche Begleiterkrankungen gibt es?
Zu den Begleiterkrankungen gehörten sehr häufig akute Infektionen der oberen Atemwege, häufiger Rhinitis (entzündete Nasenschleimhaut), akute Infektionen der unteren Atemwege, Bluthochdruck sowie Angststörungen und Depressionen aber auch Lungenentzündungen, Stoffwechselerkrankungen, chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD), Typ-2-Diabetes, Koronare Herzkrankheiten oder Herzschwäche.
Bei Kindern waren akute Infekte der oberen Atemwege am häufigsten vertreten. Eine Rhinitis (Entzündung der Nasenschleimhaut) wurde in allen Altersklassen, eine COPD am häufigsten bei Patienten über 65 Jahren festgestellt.
Aufhorchen lässt, dass Angststörungen und Depressionen ab einem jugendlichen Alter in allen Altersgruppen auftraten und Patienten zwischen 30 und 64 Jahren sogar zu einem Viertel davon betroffen waren. Lagen neben dem Asthma auch eine COPD, Nasenpolypen oder eine Rhinitis vor, erhöhte dies das Risiko für akute Verschlechterungen und Asthmaanfälle besonders stark.
Patienten mit Asthma und COPD hatten ein doppelt so hohes Risiko für akute Verschlechterungen und Atemnotanfälle. Auch koronare Herzerkrankungen und Angststörungen/Depressionen konnten dieses Risiko erhöhen.

Begleiterkrankungen müssen entsprechend gut behandelt und Patienten müssen zu ihren Erkrankungen geschult werden, damit sie auch ihr Asthma besser managen können.
Bei einer allergischen Rhinitis (Entzündung der Nasenschleimhaut) gilt: Allergieauslöser, wenn möglich, vermeiden bzw. die allergischen Beschwerden durch eine entsprechende Behandlung gut lindern!

Quelle: Lisspers K, Janson C, Larsson K, Johansson G, Telg G, Thuresson M, Ställberg B. Comorbidity, disease burden and mortality across age groups in a Swedish primary care asthma population: An epidemiological register study (PACEHR). Respir Med. 2018 Mar;136:15-20. doi: 10.1016/j.rmed.2018.01.020. Epub 2018 Jan 31.

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