Vorsicht: Winterliche Stimmungsmacher!

Der Deutsche Allergie- und Asthmabund gibt Tipps für eine beschwerdefreie Weihnachtszeit:

Duftstoffe können die Stimmung aufhellen und auch das Wohlbefinden beeinflussen. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher setzen in der Advents- und Weihnachtszeit auf duftende Stimmungsmacher. Bei empfindlichen Personen kann der Einsatz von Duftkerzen, Duftlampen oder Räucherstäbchen gesundheitliche Beschwerden auslösen. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund e.V. empfiehlt daher einen umsichtigen Umgang mit Beduftungsprodukten.

Entgegen der weit verbreiteter Meinung, trägt das Verbrennen von Duftlampen oder Räucherstäbchen nicht zur Verbesserung der Raumluftqualität bei. Die Verbrennungsprodukte der Duftkerzen und Co. können zusammen mit den freigesetzten Düften die Atemwege reizen und weitere gesundheitlichen Beschwerden verursachen. Insbesondere Kinder, empfindliche Personen, Allergiker und Asthmatiker können auf die Weihnachtsbeduftung mit Kopfschmerzen, Kreislaufproblemen bis hin zu Husten- und Asthmaanfällen reagieren können.

Daher empfiehlt der DAAB speziell in Haushalten mit Kleinkindern, Asthmatikern und Allergikern auf Raumbeduftung zu verzichten. Eine weihnachtliche Stimmung kann mit aufgeschnittenen Orangen gespickt mit Nelken oder einpaar Tannenzweigen herbeigezaubert werden.

Wer auf Duftkerzen, Räuchermännchen und Duftöle nicht verzichten möchte, sollte diese sparsam einsetzen und vor sowie während des Duftstoffeinsatzes den Raum regelmäßig lüften (2-3 Minuten lang Querlüften), damit die verbrauchte und mit Feinstaub belastete Luft ausgetauscht wird.

Nikolaus selbstgemacht

Wer seinen Liebsten eine ganz besondere Freude machen möchte, kann an Nikolaus auch selber Nikoläuse kreieren. Der DAAB liefert Ihnen das passende Rezept dazu. Es gibt viele Formen, die Sie mit Schokolade füllen können und so Figuren oder Tafeln selbst kreieren. Mit etwas Phantasie und Geschick bietet die selbst hergestellte Schokolade viel Geschmack mit Null Risiko zu einem guten Preis.

Zutaten für die selbstgemachte Schokolade:

500 Gramm Kokosfett, 400 Gramm Puderzucker,

200 Gramm echtes Kakao- oder Carob-Pulver, 2 Päckchen Vanillezucker

Zubereitung:

Das Kokosfett im Wasserbad auflösen. Dann den gesiebten Puderzucker und Vanillezucker nach und nach unterrühren. Zum Schluss den Kakao oder Carob dazugeben. Die Masse in die Backformen füllen und im Gefrierfach etwa 15 Minuten kalt stellen. Die Schokolade vorsichtig aus der Form klopfen, kühl aufbewahren oder sofort essen. Mit Zimt, Vanille, verträglichen Nüssen oder Samen können sie die Schokolade weiter verfeinern.

Gutes Gelingen und einen schönen Nikolaus!

Advent, Advent ein Lichtlein brennt….

…aber bitte eins, dass uns nicht den Atem nimmt!

Der Deutsche Allergie- und Asthmabund warnt: In vielen Kerzen stecken Stoffe, die für die Gesundheit gefährlich sein können und nicht nur Allergikern Probleme bereiten.

Adventsstimmung durch Kerzen – das kann heikel werden, denn Kerzen aus Paraffin und Duftkerzen verdampfen beim Abbrennen Dioxine, PAKs (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe), Terpene, Aromaten und Lösungsmittel. Zusätzlich belasten sie die Raumluft stark mit Ruß. Besonders in kleinen Räumen mit geringer Luftbewegung stellen sich so rasch Konzentrationen ein, die gesundheitsschädlich sein können, speziell für Menschen mit Atemwegsproblemen und Kinder.

Tipps für eine gesunde Adventszeit:

- Verwenden Sie ökologische Kerzen (mit dem RAL-Prüfzeichen) aus Pflanzenstearin, Soja oder Bienenwachs – ohne Paraffinzusatz.

- Verzichten Sie auf Duftkerzen oder -sprays und auch ätherische Öle im Verdampfer haben im Innenraum nichts zu suchen.

- Achten Sie auf eine gute Raumluft. Stoßlüften (Fenster werden ganz geöffnet) kombiniert mit Querlüften (Durchzug durch mehrere Zimmer) mehrmals am Tag hilft das Klima im Innenraum gesund zu halten. Je kühler die Raumlufttemperatur, desto öfter muss gelüftet werden, um Luftfeuchte abzuführen.

 

 

Neue Heilungschancen bei Erdnuss-Allergie?

Leider nein, aber eine neue Therapie kann die Symptome einer Erdnuss-Allergie deutlich reduzieren und den Eltern die Angst vor schweren allergischen Reaktionen nehmen. Wann es in Deutschland soweit ist, ist noch nicht absehbar.

Während 20% der Kinder eine Allergie auf Kuhmilch oder Hühnerei behalten, bleibt eine Allergie auf Nüsse und Erdnüsse bei rund 80% der Kinder bestehen. Neue Therapieansätze sind dringend gefragt. Gegenwärtig gibt es zwei vielversprechende Vorgehensweisen, so dass zumindest eine kleine Menge Erdnuss vertragen wird, ohne dass eine schwere allergische Reaktion stattfindet.

Aus der Forschung

Eine untersuchte Therapie stellt die Orale Immuntherapie dar (OIT) dar. Hierbei wird versucht, den Körper langsam an das Allergen zu gewöhnen, indem das Allergen „oral“, also über das Essen aufgenommen wird. Die neusten Ergebnisse zur Phase-III-Studie PALISADE wurden nun veröffentlicht. In Europa und Nordamerika nahmen 66 Zentren teil, darunter die Uniklinik Frankfurt und die Charité – Universitätsmedizin Berlin. Über 490 Kinder mit einer klinisch relevanten Erdnussallergie im Alter von vier bis 17 Jahren nahmen an der Studie teil. Sie erhielten täglich das Medikament AR101 (Erdnussprotein) als Pulver über die die Nahrung. Die Kinder wurden in zwei Gruppen unterteilt. Eine Gruppe, die das Medikament AR101 erhielt, und eine Placebogruppe. Vor Therapiestart vertrug kein Kind mehr als 30 Milligramm Erdnussprotein, also circa ein Zehntel einer Erdnuss. Durch die Behandlung mit AR101 kam es innerhalb des Studienzeitraums zu einer Anhebung der Reaktionsschwelle, das bedeutet, dass die Kinder mehr Erdnussprotein vertragen haben, als in der Ausgangssituation. Zusätzlich reduzierte sich der Schweregrad der Beschwerden. In vielen Fällen kam es erst gar nicht zu Symptomen.

Kinder essen glücklich

Zum Abschluss der Studie vertrugen 67 Prozent der Kinder, die täglich das Medikament erhalten hatten, Erdnussprotein von zwei Erdnüssen. In der Placebogruppe, also bei den Kindern die kein Erdnussprotein erhielten, waren es nur vier Prozent. Die Hälfte der Medikamenten-Gruppe vertrug sogar die höchste getestete Dosis von drei bis vier Erdnüssen, im Vergleich zu zwei Prozent der Placebogruppe. Die Nebenwirkungen waren unter der Behandlung gering. Vierzehn Prozent der Kinder mit Medikamentengabe, zeigten allergische Nebenwirkungen, die als mild oder moderat eingestuft wurden.

Das Fazit der Wissenschaftler zu den Ergebnissen der Studie fällt positiv aus. Die Orale Immuntherapie dar (OIT) mit dem Medikament AR101 reduziert die Schwere und Häufigkeit allergischen Reaktion auf Erdnüsse und bietet so einen neuen Therapieansatz in der Behandlung der Erdnussallergie bei Kindern. Zwar ist es keine Heilung, aber die Reduktion der Beschwerden und das Anheben der Reaktionsschwelle bringt den Familien mehr Sicherheit im Umgang mit der Allergie und steigert die Lebensqualität.

Was nun jeden interessiert, wann können wir in Deutschland mit dem Medikament rechnen? Die Einreichung der Zulassung dieser Arznei bei der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) ist für Ende 2018 geplant, die Einreichung bei der europäischen Behörde (EMA) für die erste Jahreshälfte 2019. Das bedeutet, dass wir uns in Deutschland noch etwas gedulden müssen.

Eine weitere Möglichkeit bietet die epikutane Immuntherapie (EPIT). Hierbei wird ein Pflaster, das eine winzige Menge Erdnusseiweiß enthält, auf die intakte Haut an Rücken oder Arm geklebt und zwar jeden Tag ein neues Pflaster (ein Pflaster pro 24 Stunden). Unter dem Pflaster sammelt sich Wasser, welches aus der Haut verdunstet ist. Dieses Wasser verflüssigt das Erdnusseiweiß. Die Haut unter dem Pflaster ist aufnahmefähiger und das Erdnusseiweiß kann in die Haut eindringen. Es wird von Zellen aus der obersten Hautschicht umschlossen und zu den Lymphknoten befördert, so dass das Allergen nicht in den Blutkreislauf gelang. Diese Art der Allergenaufnahme scheint für den Patienten mit weniger Nebenwirkungen verbunden zu sein. Aktuell laufen dazu weitere Studien mit größeren Patientenzahlen. Die Kinder sind im Alter zwischen ein und drei Jahren (EPITOPE-Studie).

Einen ausführlichen Artikel zu diesem spannenden Thema finden Sie in unserer aktuellen Ausgabe „Allergie konkret“ 2/2018. Jetzt anfordern unter info@daab.de

Jetzt an Grippeschutz denken!

Menschen mit Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD, sowie Menschen ab 60 Jahren oder Personen mit Grundkrankheiten wie Diabetes, Schwangere, medizinisches Personal und Betreuer von Risikopatienten sollten sich jetzt gegen Grippe impfen lassen.

In Deutschland leiden circa 9 Millionen Menschen an chronischen Atemwegserkrankungen. Gerade diese Menschen mit Asthma und COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) kann die bevorstehende Grippewelle zum Verhängnis werden. Der beste Zeitpunkt für eine Impfung sind die Monate Oktober/November.

Die ersten Anzeichen

Ein Atemwegsinfekt, der für Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen schnell zu starken Beschwerden führen kann, entsteht, wenn Krankheitserreger in die Atemwege gelangen, sich dort vermehren und eine Entzündung verursachen. Zwei Arten von Erregern spielen hierbei eine Rolle: Viren und Bakterien.

Betroffene sollten auf die typischen Krankheitsanzeichen achten und schnell reagieren:

  • Allgemeines Unwohlsein, starkes Schwitzen, Fieber
  • verstärkter Husten mit und ohne Auswurf
  • Veränderter Auswurf: größere Menge, zäherer Schleim, weißlich-grauer Auswurf bei viralen Infekten, gelb-grüner Auswurf bei Bakterienbesiedlung
  • Warnsymptome: Abfall des Peak-Flow-Wertes (Atemstromstärke), zunehmende Atemnot – auch in Ruhe, Verringerung der körperlichen Leistungsfähigkeit, erhöhter Bedarf an bronchienerweiternden Medikamenten.

Vorbeugen ist die beste Strategie!

Um erst gar nicht einen Krankheitsschub durch Infekte auszulösen, sollten Patienten folgendes beachten:

  • Allgemeine Empfehlungen wie Verzicht auf Nikotin und Alkohol, eine ausgewogene Ernährung, körperliche Aktivität.
  • Meiden von großen Menschenansammlungen und von erkrankten Personen.
  • Hygiene: Reinigen Sie regelmäßig Ihre Inhalationsgeräte. Nur eine Person sollte die jeweiligen Hilfsmittel verwenden.
  • Jährliche Grippeschutzimpfung.
  • Pneumokokken-Schutzimpfung: Pneumokokken sind Bakterien, die besonders häufig (Atemwegs-) Infekte auslösen. Die Impfung sollte nach fünf Jahren wiederholt werden.
  • Schleimlösende Medikamente können bei regelmäßiger Einnahme in der kalten Jahreszeit vor Infekten und Krankheitsschüben schützen (unbedingt mit dem Arzt vorab besprechen).

Lassen Sie sich gerne vom DAAB Experten-Team beraten. Als Mitglied stehe Ihnen dieser Service natürlich kostenfrei zu Verfügung.

Kennzeichnung der Kosmetika – wichtige Information für Kontaktallergiker

Die Inhaltsstoffe der Kosmetika müssen auf den Produkten EU-weit einheitlich und vollständig angegeben werden. Alle Bestandteile in Shampoos, Lotion & Co. werden mit ihren englischen bzw. botanischen Fachbezeichnungen auf der Verpackung genannt. Eine Ausnahme sind Duftstoffe, die unter der Sammelbezeichnung „Parfum“ oder „Fragrance“ angegeben werden, nur für die 26 allergieauslösenden Duftstoffe gibt es eine Deklarationspflicht. Leider ist die Kennzeichnung nicht direkt verständlich, deutschsprachige Bezeichnungen sind nicht vorgesehen – zum Ärger vieler Verbraucher. Doch für Kontaktallergiker ist diese vollständige Deklaration eine wichtige Hilfe, um Produkte ohne ihre Allergieauslöser auswählen zu können. Anhand der diagnostizierten Kontaktallergene können sie unter Beachtung der INCI-Liste ihre problematischen Allergieauslöser erkennen und meiden.

Hautpflege im Herbst – die Gefahr von Kontaktallergien steigt

Gerade Menschen mit empfindlicher Haut, Neurodermitis oder Kontaktallergien benötigen in der kälter werdenden Jahreszeit eine geeignete und verträgliche Pflege. Im Herbst und Winter können sich, wenn der Schutzfilm der Haut durch eine nicht ausreichende Pflege nicht intakt ist, schneller Kontaktallergien entwickeln.

Hautpflege den Bedürfnissen der Haut anpassen

Herbstwinde, Heizungsluft, Temperaturwechsel und die letzten Sonnentage verlangen der Haut Vieles ab und sie wird stärker beansprucht. Die beginnende Kälte führt zu einer Verengung der Blutgefäße und zu einer schlechteren Durchblutung. Die Heizungsluft in den Innenräumen tut das Ihrige dazu und trocknet die Haut zusätzlich aus. Die Hautschutzfunktion ist durch die fehlende Feuchtigkeit und den niedrigeren Fettgehalt der Haut nicht optimal gegeben, Allergene haben leichteres Spiel und es kann schneller zu Kontaktekzemen oder einem Neurodermitisschub kommen. Trockene Haut juckt und durch das Juckreizlindernde „Kratzen“ wird die Haut verletzt und Keime und Bakterien können nun schneller eindringen.

Kontaktallergie – Haut in Aufruhr

Kontaktallergien entstehen, wenn allergieauslösende Bestandteile, wie z.B. Duft-, Konservierungs-, Farbstoffe oder ätherische Öle von Cremes oder anderen Pflegeprodukten, in die Haut eindringen und sie in Alarmbereitschaft versetzen. Allergische Reaktionen wie Rötungen, starker Juckreiz, Schwellungen, Bläschen, nässender Ausschlag, Hautschuppung können bis zu 72 Stunden nach dem Hautkontakt auftreten. Bei ständigem, wiederholtem Kontakt mit dem Allergieauslöser kann sich ein chronisches Hautekzem mit entzündlichen Hautverdickungen, starker Verhornung und einer Vergröberung der Hautfelderung (Lichenifikation) entwickeln.

Entscheiden Sie sich also für Pflegeprodukte ohne Duft-, Konservierungs-, Farbstoffe und ätherische Öle. Diese erkennen Sie im Handel an dem DAAB Logo für Pflegeprodukte. Dies garantiert Ihnen, dass keine Allergie auslösenden Stoffe in den Produkten enthalten sind. Die aktuelle Logo Liste des DAAB zu Kosmetika/Pflegeprodukten ohne Duft-, Farb- und Konservierungsstoffen, schicken wir Ihnen gerne zu. Einfache eine Email an info@daab.de senden.

Noch ein Wort zur Lippenpflege im Herbst

Um spröde Lippen zu verhindern, sollte man die dünne Haut der Lippen mit einer speziellen Lippenpflege, einem Lippenbalsam oder einer -creme mit einem höherem Fettgehalt, pflegen. Dies wird mit jedem Tag an dem die Temperaturen weiter sinken wichtiger. Verzichten Sie auf Pflegestifte mit Mineralölen, die sich wie ein Film auf die Lippen legen. Die Haut quillt dadurch auf und trocknet noch mehr aus. So hat man ständig das Gefühl, noch mehr cremen zu müssen.

Insektengift-Allergie Blitzlichter aus unserem Webinar

Wussten Sie schon, dass

  • Wespenstiche auch im Winter möglich sind. Die Königinnen überwintern zum Beispiel in Holzstapeln und an wärmeren Tagen werden sie wach. Seien Sie als Allergiker also vorsichtig, wenn Sie draußen Holz für den Kamin holen.
  • Hornissen nachtaktiv sind. Reagieren Sie allergisch auf Hornissenstiche, müssen Sie auch nachts mit einem Stich rechnen.
  • im Durchschnitt 2/3 der Menschen mit einer Insektengift-Allergie keine Hyposensibilisierung durchführen. Dabei ist das die einzige und sicherste ursächliche Behandlung dieser Allergieform. Es ist wie eine Lebensversicherung!
  • Sie unter einer Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie SIT) Blutspenden dürfen. Jeweils ab einer Woche nach der Injektion ist das möglich. Dies betrifft jegliche SIT, unabhängig vom Allergen (also sowohl Insektengifte als auch Frühblüher etc.)
  • Insektenstiche bei Kindern mit 28 % der 2. häufigste Auslöser und bei Erwachsenen mit 60 % der häufigste Auslöser einer einer anaphylaktischen Reaktion sind.
  • Sie nach durchgeführter Hyposensibilisierung (SIT), in der Klinik eine Stichprovokation machen sollten, um zu sehen ob die Behandlung erfolgreich war.
  • Sie auch bei einer Schwangerschaft die Hyposensibilisierung weiterführen können, wenn sie gut vertragen wird.

Tattoos – Gefährlicher Körperschmuck

Tattoos sind beliebt, etwa 10 Prozent der Deutschen haben mindestens ein Tattoo. Bei den unter 30-Jährigen ist es fast ein Viertel, die ihr Äußeres auf diese Art und Weise dauerhaft verändert haben, nicht immer direkt sichtbar, aber dem Modetrend folgend. Beim Tätowieren werden Farbpigmente mit speziellen Nadeln tief in die Haut gebracht, nicht ohne langfristige Folgen und Risiken, denn der dauerhafte Hautschmuck kann langwierige ästhetische und gesundheitliche Folgen haben. Wer eine empfindliche Haut und eine höhere Allergiedisposition hat, sollte auf die riskante Tätowierung eher verzichten, denn sie stellt nach den aktuellen Eischätzungen der Wissenschaftler eine unkalkulierbare Belastung für den Körper mit unklaren Langzeitfolgen dar.

Beim Tätowieren werden Farbpigmente mit Hilfe von feinen Nadeln unter die Haut – genauer gesagt in die Dermis, also in die mittlere Hautschicht – eingebracht, wo sie dauerhaft verbleiben sollen. Da bei diesem Verfahren die Hautbarriere umgangen beziehungsweise verletzt wird, sind hohe hygienische Standards beim Tattoo-Stechen wichtig. Die Qualität der Tätowiermittel wird durch die seit Mai 2009 geltende Tätowiermittelverordnung geregelt: sie sollen sicher sein und die Gesundheit nicht schädigen. In einer langen Verbotsliste werden ungeeignete Farbstoffe aufgeführt. Doch diese gesetzliche Regelung bietet keinen umfassenden Schutz, denn eine gesundheitliche Bewertung von Einzelstoffen auf ihre Eignung für Tätowierungen fehlt bisher.

Schätzungen zu Folge treten bei jedem zehnten Tätowierten unangenehme bis schwere Hautreaktionen auf wie Ausschlag, Nesselfieber, Juckreiz, Schwellungen und Hautentzündung auf, die oft langwierige Behandlungen nach sich ziehen. Ein großes Risiko stellen allergieauslösende Stoffe wie Nickel (häufigster Auslöser einer Kontaktallergie mit höchster Sensibilisierungsrate), Konservierungsmittel wie Isothiazolinone oder Farbstoffe wie para-Phenylendiamine, Chrom (in grünen Farben), Cadmium (gelb), Quecksilber (rot) oder Kobalt (blau) dar. Besorgniserregend ist, dass beispielsweise Nickel oder Cadmiumsalze unter UV-Wirkung beim Sonnenbaden oder im Solarium starke Hautreizungen auslösen können. Auch können Sonnenstrahlen einige Tattoofarbstoffe verändern oder spalten und so eine Unverträglichkeitsreaktion auslösen. Die Diagnostik der Hautunverträglichkeitsreaktionen sollte bei einem spezialisierten Dermatologen durchgeführt werden.

Zusätzlich fehlen Untersuchungen, ob und wie die eingebrachten Tätowiermittel im Körper wirken, denn sie bleiben nicht an Ort und Stellen, sondern werden auch abtransportiert oder abgebaut. Eine weitere Gefahr sind Pigmentablagerungen in den Lymphknoten. Farbpigmente in Nanogröße können sich im Lymphknoten dauerhaft anreichern und sie vergrößern. Die Langzeitfolgen solcher Ablagerungen für den Organismus sind bisher nicht erforscht.

Tattooentfernung – ein Abschied nicht ohne Risiko

Wenn die Freude über ein Tattoomotiv nachlässt, stehen für das Entfernen verschiedene Methoden zur Wahl. Doch jede Methode birgt Gefahren, wie Hautinfektion, Narbenbildung oder eine Freisetzung giftiger Spaltprodukte. Die Methode der Wahl ist die Laserbehandlung, aber auch Anwendung ätzender hochkonzentrierter Milchsäure, Hautabschleifung oder operatives Entfernen von Hautschichten werden eingesetzt. Bei der Laserbehandlung mit hochenergetischen Lichtimpulsen werden die Farbpigmente gespalten, dadurch verblasst die Farbe des Tattoos. Diese Methode ist bei schwarzen und dunkelblauen Pigmenten effektiv. Eine BfR-Studie aus dem Jahr 2015 hat gezeigt, dass dabei hochtoxische und krebserregende Fragmente wie Blausäure oder Benzol entstehen können. Beschrieben wurden auch Verbrennungen der Haut, Narbenbildung, Pigmentstörungen oder die Entstehung von Bindegewebswucherungen, die das Erscheinungsbild der Haut gravierend verschlechtern und weitere Behandlungen erforderlich machen. Bei der Anwendung flüssiger Tattoo-Entferner wie der hochkonzentrierten Milchsäure kann es zu schweren Entzündungsreaktionen mit Narbenbildung kommen. Hinzu kommt, dass für die Kosten einer Tattoo-Entfernung die Krankenkassen nicht aufkommen. Das bedeutet – je nach Größe des Tattoos sind mehrere Behandlungen notwendig, die aus eigener Tasche bezahlt werden müssen. Eine Tattoo-Entfernung sollte auf jeden Fall nur vom geschulten Personal durchgeführt werden – mittels medizinisch anerkannter Verfahren.

Wer eine empfindliche Haut und höhere Allergiedisposition hat, sollte auf die riskante Tätowierung eher verzichten, denn sie stellt nach den aktuellen Eischätzungen der Wissenschaftler eine unkalkulierbare Belastung für den Körper mit unklaren Langzeitfolgen dar.

Tipps zur Vitamin D-Versorgung

Gerade jetzt wenn die Tage kürzer werden ist oftmals auch die Vitamin D Produktion verringert. Der Körper braucht daher tägliche Spaziergänge an der frischen Luft. Kurze kontrollierte Aufenthalte in der Sonne (wenn sie denn scheint) ohne Sonnenschutz-mittel, verbessern die Vitamin-D Synthese in der Haut (aber Sonnenbrand vermeiden). Ein- bis zweimal in der Woche frischen Seefisch essen und eine ausgewogene Ernährung mit Milch- und Milchprodukten (Lebensmittel-allergiker sollten eine Ernährungs-therapie nutzen). Wer zu einer Risikogruppe gehört, sollte mit dem Hausarzt die Bestimmung des Vitamin D 25 (OH) Spiegels besprechen. Der Wert sollte vor dem Winter bestimmt werden und idealerweise über 60 nmol/l liegen. Die Bestimmung des Vitamin D 25 (OH) Spiegels ist eine IGEL-Leistung, allerdings eine sinnvolle!