Lippenbremse und Kutschersitz – Hilfe bei Atemnot

Atemnot können Asthmatiker im Alltag oft mit der sogenannten Lippenbremse oder dem Kutschersitz lindern.

Person die durch den gespitzen, leicht geöffneten Mund langsam und kontrolliert wieder ausgeatmet

Lippenbremse

Lippenbremse: Diese Übung ist besonders bei akuter Atemnot oder bei Belastung von Bedeutung und bildet die Grundlage aller Atemübungen. Dabei wird die Luft durch die Nase eingeatmet und durch den gespitzen, leicht geöffneten Mund langsam und kontrolliert wieder ausgeatmet. Die Luft wird, wie oben beschrieben, in „sss“- oder „pff“- Lauten ausgeatmet. Durch diese Methode bleiben die Atemwege weit, die Lunge wird entleert und kann mit neuer, sauerstoffreichen Luft versorgt werden.

Person sitzt auf Stuhlkante und stützt Ellenbogen auf die Oberschenkel. Der Brustkorb wird vom Gewicht der Schultern entlastet

Kutschersitz

Kutschersitz: Diese Übung geht zurück auf die Droschkenkutscher, die nach getaner Arbeit auf dem Kutschbock zusammensackten und schliefen. Die Pferde liefen dann allein nach Hause. Für die Übung nimmt man einen Stuhl und setzt sich aufrecht auf den vorderen Teil der Sitzfläche. Dann lässt man sich langsam zusammensacken. Die Unterarme ruhen dabei auf den Oberschenkeln und die Hände hängen locker herunter. Der Rücken ist in der Position eines Katzenbuckels, also leicht gerundet und nicht verkrampft. Der Brustkorb wird vom Gewicht der Schultern entlastet. Außerdem können Muskeln, die normalerweise die Arme an den Körper heranführen, in diesen Haltungen helfen, den Brustkorb zu weiten. Dadurch wird es Ihnen möglich, freier durchzuatmen.

Weitere Übungen, die für Asthmatiker wichtig sind lesen Sie in unserem Flyer “Atemübungen”, den Sie kostenfrei unter info@daab.de bestellen können.

Wenn das Lächeln gefriert- Allergien auf Zahnmaterial

Allergien und Unverträglichkeitsreaktionen auf Zahnmaterial sind relativ selten, wenn man bedenkt wie viele Materialien es gibt und wie viele Patienten behandelt werden.
Aber auch wenn nur ca. 1% der Patienten ihre Füllungen, Kronen oder Teilprothesen nicht vertragen, ist der Leidensdruck doch sehr hoch.
Die Symptome reichen von Zahnfleischentzündungen, Schleimhautbrennen, Bläschenbildung oder Geschmacksstörungen bis hin zu Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Gelenk- oder Muskelschmerzen. Und die Folge der Allergien und Unverträglichkeitsreaktionen  sind gravierend: Fest eingesetzte Werkstoffe müssen wieder entfernt und ein geeignetes, verträgliches Material gefunden werden.

Mit welchen Testungen man den möglichen Auslöser identifizieren kann, lesen Sie in unserem ausführlichen Artikel in der„Allergie konkret“ 2/2018, den Sie  unter  info@daab.de anfordern können.

 

 

Erdnussallergie- neue Therapie-Ansätze?

Während nur 20% der Kinder eine Allergie auf Kuhmilch oder Hühnerei behalten, bleibt eine Allergie auf Nüsse und Erdnüsse bei rund 80% der Kinder bestehen. Neue Therapieansätze sind daher dringend gefragt. Gegenwärtig gibt es zwei vielversprechende Vorgehensweisen, so dass zumindest eine kleine Menge Erdnuss vertragen wird, ohne dass eine schwere allergische Reaktion stattfindet.

Eine untersuchte Therapie stellt die Orale Immuntherapie dar (OIT) dar. Hierbei wird versucht, den Körper langsam an das Allergen zu gewöhnen, indem das Allergen „oral“, also über das Essen aufgenommen wird.

In einer Studie erhielten Kinder von vier bis 17 Jahren über ein Jahr eine genau definierte Menge Erdnussmehl in Apfelmus oder Pudding eingerührt.  Als verträglich wurde eingestuft, wer keine oder nur eine leichte allergische Reaktion aufwies. 12% beendeten die Studie vorzeitig aufgrund von Nebenwirkungen.

Abschließend kann man sagen, dass die Therapieerfolge zwar sehr gut, aber das Ausmaß der Nebenwirkungen bislang noch nicht akzeptabel ist.

Eine weitere Möglichkeit bietet die epikutane Immuntherapie (EPIT). Hierbei wird ein Pflaster, das eine winzige Menge Erdnusseiweiß enthält, auf die intakte Haut an Rücken oder Arm geklebt und zwar jeden Tag ein neues Pflaster (ein Pflaster pro 24 Stunden). Unter dem Pflaster sammelt sich Wasser, welches aus der Haut verdunstet ist. Dieses Wasser verflüssigt das Erdnusseiweiß. Die Haut unter dem Pflaster ist aufnahmefähiger und das Erdnusseiweiß kann in die Haut eindringen. Es wird von Zellen aus der obersten Hautschicht umschlossen und zu den Lymphknoten befördert, so dass das Allergen nicht in den Blutkreislauf gelang. Diese Art der Allergenaufnahme scheint für den Patienten mit weniger Nebenwirkungen verbunden zu sein. Aktuell laufen dazu weitere Studien mit größeren Patientenzahlen. Die Kinder sind im Alter zwischen ein und drei Jahren (EPITOPE-Studie).

Beide Therapien sind bisher nicht „nebenwirkungsfrei“ und werden deshalb noch nicht außerhalb klinischer Studien empfohlen und angeboten.

Einen ausführlichen Artikel zu diesem spannenden Thema finden Sie in unserer aktuellen Ausgabe „Allergie konkret“ 2/2018. Jetzt anfordern unter info@daab.de

Beiß nicht gleich in jeden Apfel

Pollenallergiker vertragen rohe Äpfel häufig nicht, da das Allergen im Apfel den Allergenen in der Birkenpolle ähneln. Vereinfacht bedeutet das: Das Immunsystem “verwechselt” den Apfel mit Birkenpollen und reagiert allergisch. Die Folge können Jucken und Brennen im Hals- und Rachenraum sein, bis hin zu Fließschnupfen und Atembeschwerden. In unserem Beitrag finden Sie hilfreiche Tipps!

Leider haben immer mehr Menschen beim Verzehr von Äpfeln Symptome wie Brennen der Mundschleimhaut oder Jucken und Anschwellen der Lippen. Sie gehören damit zu den vier Millionen Menschen in Deutschland, die eine pollenassoziierte KreuzAepfel_in_Kisteallergie haben.
Das Brennen und Jucken im Mund bei dem Biss in einen frischen Apfel kommt durch die Allergie auf Birkenpollen. Da einige Bestandteile im Apfel denen der Birkenpolle ähneln „verwechselt“ der Körper die beiden und reagiert mit Symptomen.
Es gibt jedoch auch Äpfel, die sogenannten „alten Sorten“, die häufig besser vertragen werden, zum Beispiel: Geheimrat Oldenburg, Goldparmäne, Finkenwerder Herbstprinz, Prinz Albrecht von Preußen oder Eifeler Rambur.
In Studien von Medizinern wurde belegt, dass diese oft besser vertragen werden, da hier der Gehalt an  Polyphenolen höher ist.
Polyphenole sind unter anderem dafür verantwortlich, dass ein Apfel nach dem Anschneiden braun wird. Aus neueren Sorten wurden diese Stoffe aus diesem Grund heraus gezüchtet. Auch weil diese Äpfel häufig etwas säuerlicher schmecken. Polyphenole inaktivieren das Apfelallergen. In den alten Apfelsorten ist davon zehn bis hundertmal mehr enthalten als in neuen Sorten. Viele Allergiker können daher alte Apfelsorten besser vertragen.
Ganz wichtig!
Wer einen Apfel ausprobieren möchte , sollte zuerst den „Lippentest“ machen,
indem man ein kleines Stück vorsichtig auf die Lippe legt und die Reaktion
abwartet. Stellen sich Beschwerden ein, wird der „Selbst-Versuch“ abgebrochen.
Leider kann man diese alten Apfelsorten in fast keinem Supermarkt kaufen. Da lohnt sich eventuell ein Besuch im Hofladen oder im Biomarkt.
Übrigens:

  • Durch lange Lagerzeiten erhöht sich der Anteil des Allergens, deshalb sollten Äpfel lieber frisch gegessen werden.
  • Durch das Erhitzen wird das Allergen zerstört. Daher wird auch Apfelmus und Apfelkuchen von den meisten gut vertragen.
  • Unser Tipp: Den Apfel klein schneiden und ab in die Mikrowelle. Nach einer Minute in der Mikrowelle mit 600 Watt ist der Apfel noch knackig, verliert aber die Allergenität und wird besser vertragen. Zum Beispiel mit Natur-Joghurt oder Quark.

Weitere Informationen zu Nahrungsmittelallergien und Unverträglichkeit finden Sie auf www.daab.de

Akupunktur: Stich für Stich gesünder?

Der Deutsche Allergie- und Asthmabund e.V. bekommt häufig Anfragen zur Wirksamkeit von Akupunktur bei Heuschnupfen. Dazu lässt sich folgendes sagen:
Eine Akupunkturbehandlung kann eine gute unterstützende Behandlung bei einem allergischen Schnupfen darstellen. Sie kann zusätzlich zu antiallergischen Medikamenten und der ursächlichen Therapie, der Hyposensibilisierung, angewendet werden.
Wichtig bei der Akupunktur ist jedoch, dass sie in die Hand eines geschulten Akupunktur-Arztes gehört. Akupunktur-Experten weisen darauf hin, dass ähnlich wie bei der Desensibilisierung, auch die Akupunktur Geduld braucht bis sie ihre Wirkung voll entfaltet.
Die Behandlung geht ebenfalls meist über drei Jahre mit neun bis zwölf Sitzungen pro Saison, beginnend jeweils etwa einen Monat vor dem Pollenflug. Auch hier ist eine gründliche Anamnese wichtig. Nur wenn klar ist, welche Auslöser für die Beschwerden verantwortlich sind, können die richtigen Schritte eingeleitet werden.
Zahlreiche Studien geben stichhaltige Gründe für eine Akupunktur:

  • Nach der Behandlung konnten weniger allergische Nasenbeschwerden nachgewiesen werden.
  • Es zeigte sich eine deutliche Verbesserung der krankheitsspezifischen Lebensqualität.
  • Es konnte eine Reduktion der Medikamenteneinnahme aufgezeigt werden und es kam zu einem Rückgang der körpereigenen Antikörper (IgE-Antikörper) im Blut.

Die Krankenkassen zahlen die Akupunktur aktuell meist nur bei Rückenschmerzen und Kniegelenkarthrose.

Wie eine Akupunktur funktioniert und welche weiteren alternativen Behandlungsmethoden es gibt, erfahren Sie in unserem Ratgeber „Alternative Heilmethoden“, den Sie kostenfrei bei uns bestellen können unter info@daab.de
In der aktuellen Ausgabe der „Allergie konkret“ 2/2018 erläutern wir ausführlich die aktuelle Studienlage zur Akupunktur. Jetzt kostenfrei anfordern  unter info@daab.de

Neues aus der Forschung: Heuschnupfen beeinträchtigt die sportliche Leistung- Hyposensibilisierung schafft Linderung

Ein allergischer Schnupfen kann die Leistungsfähigkeit von Sportlern stark beeinflussen.
Forscher untersuchten nun in einer Gruppe von Berufs- und Freizeitsportlern  die Häufigkeit der saisonaler Pollenallergien (Heuschnupfen) und die Auswirkungen auf die Wahl der Allergiebehandlung und deren Nutzen für die sportliche Leistung.
Es erfolgte eine Selbstbefragung.
In der Pollen-Hochsaison 2014 wurden Teilnehmer aus der Deutschen Sporthochschule und dem Kölner Marathon 2014 rekrutiert. 636 Fragebögen wurden ausgefüllt.
Über 42 Prozent der Teilnehmer berichteten von einer Pollenallergie und über 30 Prozent von Asthma. Leistungsbeeinträchtigungen wurden bei mehr als 80 Prozent der Allergiker festgestellt. Insgesamt verwendeten über 82 Prozent Medikamente zur Linderung ihrer Beschwerden, über 32 Prozent nutzten alternative Therapien und über 47 Prozent die sogenannte Hyposensibilisierung.
Die Teilnehmer, die mit der Hyposensibilisierung behandelt wurden,  hatten weniger Allergieprobleme beim Training als die, die symptomatische und alternative Therapien verwendeten.
Die meisten Teilnehmer hatten Bedenken hinsichtlich der Hyposensibilisierung, wie Nebenwirkungen, negative Auswirkungen auf die sportliche Leistungsfähigkeit oder vermuteten eine fehlende Langzeitwirkung.
Bei den meisten Sportlern wurde der allergische Schnupfen nicht ausreichend gut behandelt. Grund dafür könnten die Vorbehalte gegenüber der Hyposensibilisierung sein.

Fazit: Durch Pollenallergien wurde die sportliche Leistungsfähigkeit der Sportler während der Pollensaison enorm reduziert. Diese Auswirkungen können durch eine geeignete Behandlung wie die Hyposensibilisierung (Allergenspezifische Immuntherapie) gemildert werden.
Die Forscher empfehlen, Patienten und Ärzten ein besseres Verständnis der verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten zu vermitteln, um die sportliche Leistungsfähigkeit von Pollenallergikern zu verbessern.

Was ist eine Hyposensibilisierung?
Mit der sogenannten Hyposensibilisierung (Allergenspezifische Immuntherapie) sollen Allergiker an ihren Allergieauslöser gewöhnt werden, damit sie weniger Beschwerden haben.
Zudem kann dadurch der Medikamentenverbrauch gesenkt werden. Die Hyposensibilisierung sollte möglichst frühzeitig nach dem Auftreten von Allergien wie Pollen- oder Hausstaubmilbenallergien erfolgen, damit eine gute Wirksamkeit erreicht und auch das Risiko für die Entwicklung eines allergischen Asthmas gesenkt werden kann.
Die Therapie erfolgt in der Regel über drei Jahre.
Es stehen verschiedene Formen wie Spritzen, Tabletten und Tropfen zur Verfügung.
Für den guten Erfolg ist die richtige Diagnostik sehr wichtig. Der Patient muss auf die Allergene reagieren, die in dem Therapiepräparat enthalten sind.
Für den jeweiligen Auslöser muss ein Therapiepräparat zur Verfügung stehen, dass den Auslöser in ausreichender Menge enthält.
Eine Beratung zum Thema  Hyposensibilisierung erhalten DAAB-Mitglieder unter info@daab.de

Quelle:
J Sports Med Phys Fitness. 2018 Jul 16. doi: 10.23736/S0022-4707.18.08556-0. [Epub ahead of print]
Impaired sports performance of athletes suffering from pollen-induced allergic rhinitis: a cross-sectional, observational survey in German athletes.
Salem L1, Dao VA2, Shah-Hosseini K1, de Marees M3, Mester J3, Mösges R1,2, Vent J4,5,6.

Update: Liefer-Engpass Anaphylaxie Adrenalin-Autoinjektoren

Der Fastjekt ist weltweit betrachtet der Adrenalin Autoinjektor, der in den meisten anderen Ländern zugelassen ist. Er heißt allerdings nur in Deutschland und Österreich Fastjekt und wird ansonsten unter dem Namen Epipen  (z.B. in UK, USA, Kanada, Australien) oder Altellus (in Spanien) vertrieben.

Aus dem Verbund der Patientenorganisationen im Bereich Anaphylaxie weltweit wissen wir, dass der Lieferengpass überall auf der Welt besteht.

Der DAAB ist sowohl mit dem Hersteller, als auch mit den anderen Patientenorganisationen in Verbindung. Sollte es Neuigkeiten geben, was Ursachen, Gründe oder Verfügbarkeiten dieses oder der anderen Adrenalin-Autoinjektoren, Jext und Emerade anbelangt, informieren wir sofort.

Ansonsten bleibt es zurzeit bei folgenden Empfehlungen:

1. Wenn Sie ein neues Rezept in einer Apotheke nicht einlösen können, versuchen Sie es bei einer anderen Apotheke. Fragen Sie dabei ggf. nach dem Zulieferer, d.h. nach dem Apotheken-Großhändler. Es scheint so zu sein, dass verschiedene Apotheken-Großhändler noch unterschiedlich große Kontingente verfügbar haben. Daher kann es sein, dass eine Apotheke, die von einem Großhändler beliefert ist, der keinen Bestand mehr hat, keinen AAI bestellen kann, während eine andere (ggf. in direkter Nachbarschaft) lieferfähig ist, weil ein anderer Großhändler noch AAIs vorrätig hat. Fragen Sie ggf. auch Verwandte oder Freunde, die in anderen Städten/ Orten wohnen.

2. Die Adrenalin-Autoinjektoren sind immer mindestens bis zum Ende des jeweils aufgedruckten Haltbarkeitsdatums verwendbar.

3. Sollte kein neuer AAI zur Verfügung stehen, verwenden Sie im Notfall den Alten. Es ist besser einen abgelaufenen AAI anzuwenden, als gar keinen. Man schadet sich damit nicht,da das Adrenalin nicht “schlecht” wird, sondern nur mit zunehmendem Alter an Wirkungskraft verliert- und das aber nicht von “Heute auf Morgen”. Es ist daher sehr gut möglich, dass ein kurzfristig abgelaufener AAI noch voll funktionsfähig ist. Eine bessere Einschätzung gibt Ihnen auch die Färbung der Flüssigkeit im AAI. Schauen Sie hierfür durch das Sichtfenster (teilweise unter dem Aufkleber des AAI): wenn diese milchig trüb ist, ist dies ein Zeichen dafür, dass eine Veränderung des Medikaments stattgefunden hat. Selbst dann ist jedoch das Motto “Lieber einen abgelaufenen AAI anwenden, als gar keinen”

Unterstützen Sie die Arbeit des DAAB, indem Sie Mitglied werden. Je mehr Stimmen wir vereinigen, desto besser werden wir gehört. www.daab.de

Neues aus der Forschung! Bakterien machen Beifußpollen aggressiver

Forscher der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München (HMGU) haben über fünf Jahre die Luft in der Innenstadt Münchens und in der alpinen Region Davos auf Pollen und sogenannte Endotoxine untersucht.
Endotoxine sind chemische Verbindungen, die Bakterien auf ihrer Oberfläche ablagern und freigesetzt werden, wenn Bakterien in ihre Einzelteile zerfallen und absterben.Endotoxine können Entzündungsreaktionen auslösen.
In München nahm die Endotoxinmenge dann zu, wenn die Pollenkonzentration von Beifuß-Pflanzen anstieg. In Davos war die allgemeine Luftbelastung durch Pollen und Endotoxine sehr viel geringer. Der Zusammenhang von Endotoxinen und Beifuß-Pollen war aber auch dort nachweisbar.
Beifuß-Pollen sind sehr allergen. Durch die Endotoxine wird der Pollen für Beifuß-Allergiker noch problematischer. Als Hauptquelle der Endotoxine wurde das Bakterium Pseudomonas luteola ausgemacht.
Die Hauptblüte von Beifuß ist Juli bis September.

Quelle:
Jose Oteros, Elke Bartusel, Francesca Alessandrini, Andrés Núñez, Diego Alejandro Moreno, Heidrun Behrendt, Carsten Schmidt-Weber, Claudia Traidl-Hoffmann, Jeroen Buters: Artemisia pollen is the main vector for airborne endotoxin, Journal of Allergy and Clinical Immunology, July 2018, DOI: 10.1016/j.jaci.2018.05.040

Lieferengpässe bei den Medikamenten des Notfallsets

In den letzten Wochen wurden wiederholt Lieferengpässe bei Medikamenten des Notfallsets gemeldet. Wir fragten bei den Herstellern nach und erhielten aktuelle Liefertermine. Die Hersteller werden sich bei neuen Informationen umgehend bei uns melden.
Nun ein Zwischenbericht zu Emerade (Bausch und Lomb).

Emerade (voraussichtliche Verfügbarkeit)
Ab 27. August
EMERADE 150 Mikrogramm, 0,15 ml (PZN 10544267)
EMERADE 150 Mikrogramm, 2×0,15 ml (PZN 10552611)
EMERADE 300 Mikrogramm, 0,30 ml (PZN 10544304)

Ab 10. September
EMERADE 500 Mikrogramm, 0,50 ml (PZN 10544333)

Ab 17. September
EMERADE 300 Mikrogramm, 2×0,30ml, (PZN 10552634)
EMERADE 500 Mikrogramm, 2×0,50ml, (PZN 10552640)

Auch andere Hersteller von Adrenalinautoinjektoren haben Lieferschwierigkeiten, z.B. aufgrund von Problemen mit Zulieferern.

Celestamine (flüssiges Cortison)
Celestamin Liquidum: Für das Kortisonpräparat mit dem Wirkstoff Bethamethason, das häufig für das Notfallset bei Patienten mit Anaphylaxie-Risiko verschrieben wird, besteht der Lieferengpass noch bis September 2018. Alternativ wird der Prednisolon-Saft Okrido als flüssiges Präparat empfohlen. Ebenfalls kann auf Cortison-Tabletten ausgewichen werden.
Wir informieren Sie regelmäßig über die aktuellen Entwicklungen, folgen Sie uns daher auch auf Facebook! www.facebook.com/daab.allergie

Notfall-Set vor Hitze schützen

Das Adrenalin im Autoinjektor für Menschen mit Anaphylaxie ist temperaturempfindlich – daher sollte gerade jetzt darauf geachtet werden, dass der Adrenalin-Autoinjektor (AAI) nicht zu starker Hitze ausgesetzt ist.
Andererseits ist das Adrenalin aber auch nicht gleich funktionsuntüchtig, wenn es einmal wärmer wird als 25 Grad Celsius.In den Kühlschrank gehört der jedoch Pen nicht!!!!
Er sollte auch im Sommer immer mitgenommen werden und dabei sein. Der Fastjekt darf darüber hinaus auch nicht im Kühlschrank gelagert werden, da es passieren kann, dass die Mechanik, die die Injektion auslöst blockiert, wenn er zu kalt wird.

Was kann man tun um kühl zu lagern :

  • eine kleine Thermo- oder Isolierkanne schütz vor zu großer Hitze (oder auch Kälte im  Winter z.B. beim Skifahren). Den Pen dazu einfach in die leere Kanne geben.
  • Beim Picknick oder einem Tag am See den Adrenalin-Autoinjektor in ein Handtuch eingewickelt in der Kühltasche mitnehmen.
  • Eine spezielle Tasche zur Kühlung von Diabetes – oder Adrenalin-Pens ist die “Frio-Tasche”. Der Kühleffekt hält 48 Stunden. Das einzige was man dafür braucht ist kaltes Wasser – ideal für den Campingurlaub.
  • Eine andere Tasche, die von der Mutter eines anaphylaxie-gefährdeten Kindes entworfen wurde kann mit einem kleinen Kühlpack ausgestattet werden: die “Anabag” gibt es unter www.anabag.de (Beim Fastjekt sicherheitshalber ein Tuch um das Kühlpack wickeln)

Weitere Tipps für Taschen zur Aufbewahrung von AAIs gibts für DAAB Mitglieder in der Rechercheliste “Anaphylaxie-Hiflsmittel”.

Sollte es doch einmal passieren, dass der Adrenalin-Autoinjektor starker Hitze ausgesetzt war, können Sie überprüfen, ob das Adrenalin darunter gelitten hat. Jeder AAI hat ein Sichtfenster (zum Teil unter der Beschriftung/Folie des AAIs).
Die hier sichtbare Flüssigkeit sollte nicht milchig trüb sein. Ist dies der Fall, ist es ratsam sich ein neues Rezept zu besorgen und den Pen auszutauschen.
Sollte allerdings in der Zwischenzeit ein Notfall eintreten, ist es immer besser den vorhandenen AAI anzuwenden, als gar keinen.
Das Adrenalin ist in einem solchen Fall nicht “schlecht”, es ist nur nicht mehr ganz so wirksam.
Kommen Sie gut durch die Hitze!