DAAB Warnhinweis: Nicht gekennzeichnete Milch in Trink-Schokolade am Stil von Hussel

Die Firma Hussel GmbH ruft aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes in Abstimmung mit der zuständigen Behörde die Artikel „Trinkschokolade am Stiel“ in verschiedenen Sorten zurück.

 

Betroffen ist folgende Ware:
Trinkschokolade am Stiel, 35g in den Sorten:
- Vollmilchschokolade
- Zartbitter
- Kaffee
- Karamell & Flor de Sal
- Vanille weiße Schokolade

Alle Chargen mit dem MHD 2019 und 2020

Grund des Rückrufs:
Bei den unter den Artikelbezeichnungen „Trinkschokolade am Stiel Zartbitter 35g“
und „Trinkschokolade am Stiel Kaffee 35g“ verkauften Sorten kann nicht ausgeschlossen werden, dass es sich um Sorten Vollmilch, Karamell und Vanille weiße Schokolade handelt. In diesem Falle fehlt die für die Allergiker wichtige Deklaration des Inhaltsstoffs „Milch“. Das kann bei Personen, die an einer Milchunverträglichkeit leiden, zu allergischen Reaktionen führen.
Diesem Personenkreis ist dringend vom Verzehr abzuraten.
Auch bei den anderen Sorten kann eine Sortenvertauschung nicht ausgeschlossen werden.
Die Qualität der Produkte selbst ist durchgängig einwandfrei, sodass diese von Nicht-Allergikern unbedenklich verzehrt werden können.
Verbraucheranfragen richten Sie bitte an den Pressekontakt:
Roland Rissel, Communications Manager, Tel.: 02331 690 2417,
E-Mail: r.rissel@hussel.de

Die betroffenen Produkte können selbstverständlich gegen Erstattung des Kaufpreises in der jeweiligen Einkaufsstätte zurückgegeben oder an Hussel GmbH (Kabeler Str. 4, 58099 Hagen) unfrei versendet werden.

Allergie konkret: Allergien, Asthma, Neurodermitis vom Baby bis Kleinkind

Ihr Kind hat Allergien, Asthma oder Neurodermitis? Dann haben Sie sicherlich viele Fragen.
Das Gesundheitsmagazin „Allergie konkret“ des Deutschen Allergie- und Asthmabundes ist mit einer Sonderausgabe für Eltern erschienen.
Themen sind:

  • Asthma im Kindesalter
  • Allergiediagnostik und –therapie
  • Nahrungsmittelallergien
  • Anaphylaxie
  • Allergie-Prävention
  • Allergien in Kita und Schule
  • Neurodermitis-Hautpflege sowie Tipps.

Die Sonderausgabe kann – auch in größerer Stückzahl (z.B. für Kindergarten und Schule oder Freunde) beim DAAB kostenfrei bestellt werden.
Per Email unter info@daab.de oder telefonisch unter 0 21 66 /64 788 20.

Bei Neurodermitis Impfen?

Impfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten präventiven Maßßnahmen, die in der Medizin zur Verfügung stehen. Moderne Impfstoffe sind gut verträglich, unerwünschte Arzneimittelwirkungen werden nur in seltenen Fällen beobachtet. Ziel der Impfung ist es, den Geimpften vor einer ansteckenden Krankheit zu schützen.
Die Leitlinie Neurodermitis der Fachgesellschaften empfiehlt, Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Neurodermitis nach STIKO-Empfehlungen regulär zu impfen. Bei einem akuten Neurodermitisschub  wird das Verschieben der Impfung bis zur Stabilisierung des Hautzustands empfohlen.

Als DAAB-Mitglied profitieren Sie von der individuellen  und persönlichen Beratung per Telefon oder E-Mail durch unser Experten-Team.
Darüber hinaus erhalten Sie vier Mal im Jahr unser Magazin “Allergie konkret”. Hier lesen Sie aktuelles rund um die Krankheitsbilder Allergie, Asthma, Lebensmittelunverträglichkeiten und Neurodermitis. Wir informieren Sie über neue Behandlungsmöglichkeiten sowie Neues aus der Gesundheitspolitik.
Der Mitgliedsbeitrag beläuft sich auf lediglich 36 Euro pro Jahr und gilt für alle Familienangehörigen, die in Ihrem Haushalt leben.
Probieren Sie uns einfach aus!
http://daab.de/ueber-den-deutschen-allergie-und-asthmabund/ihre-vorteile-als-mitglied/

Neues aus der Forschung: Kann der Erfolg einer Hyposensibilisierung in Zukunft vorhergesagt werden?

Eine spezifische Immuntherapie kann den Alltag für Allergiker deutlich angenehmer machen. Ein Team der Technischen Universität München (TUM) hat die Prozesse im Körper während einer dreijährigen spezifischen Immuntherapie untersucht. Die Forscherinnen und Forscher fanden dabei Hinweise darauf, warum die Allergieimpfung so viel Zeit benötigt und wie sich die Erfolgsaussichten schon früh bestimmen lassen.
Wenn direkt nach der ersten Behandlungsphase, also dem Abschluss der Einleitungsphase, besonders viele regulatorische B-Zellen und wenige TH-17-Zellen messbar waren, wurden nach drei Jahren deutlich weniger Allergiesymptome festgestellt.
Die Technischen Universität München hat diesen Test patentieren lassen. Wenn er Serienreife erreicht, kann man Patientinnen und Patienten eine aufwendige Behandlung mit geringen Erfolgsaussichten ersparen.

Bei einer spezifischen Immuntherapie, auch Hyposensibilisierung genannt, geben Ärztinnen und Ärzte Injektionen mit den Substanzen, auf die der Körper allergisch reagiert, meist Pollen- oder Milbenextrakte.
In der ersten Phase der Therapie erhöhen sie die Dosis nach und nach. Ist eine sogenannte Erhaltunsdosis erreicht, werden über einen längeren Zeitraum – in der Regel drei Jahre – Spritzen mit dieser Dosis gegeben. Wenn alles gut geht, sind die allergischen Reaktionen nach dieser Behandlung dauerhaft schwächer.
Ein Team um Adam Chaker, Leiter der Allergieambulanz an der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde des TUM-Universitätsklinikums  hat das komplexe Wechselspiel verschiedener Zelltypen und Substanzen des menschlichen Immunsystems  während einer dreijährigen Immuntherapie beobachtet.
„Unsere Daten zeigen, dass die Vorgänge bei einer Immuntherapie komplexer sind als bislang angenommen“, so Adam Chaker. „Es sind Zelltypen beteiligt, die bislang in diesem Zusammenhang kaum beachtet wurden. Wir sind insbesondere überzeugt, dass regulatorische B-Zellen eine deutlich wichtigere Rolle spielen als bisher gedacht.“

In der zweiten Phase der Behandlung  entscheidet sich das Abwehrsystem des Körpers, ob ein Allergen weiterhin massiv bekämpft wird und daher zu Heuschnupfen, Asthma oder anderen allergischen Erkrankungen führt oder ob der Körper lernt, dass Allergen zu tolerieren.
Dabei ändert sich das Verhältnis von pro-allergischen T-Zellen, T-Regs und regulatorischen B-Zellen laufend. In der Studie war mal ein Zelltyp stärker vertreten, mal ein anderer. Erst nach drei Jahren pendelte sich das Verhältnis ein.
Bei den Patientinnen und Patienten, die die Therapie regulär beendeten, gab es Übereinstimmungen, die schon früh Voraussagen über den Therapie-Erfolg ermöglichten.
Wenn direkt nach der ersten Behandlungsphase, also dem Abschluss der Einleitungsphase, besonders viele regulatorische B-Zellen und wenige TH-17-Zellen messbar waren, wurden nach drei Jahren deutlich weniger Allergiesymptome festgestellt.

Argumente fürs Durchhalten
„Wir haben diesen Test patentieren lassen“, sagt Adam Chaker. „Wenn er Serienreife erreicht, könnten wir Patientinnen und Patienten eine aufwendige Behandlung mit geringen Erfolgsaussichten ersparen.
Bei einem positiven Ergebnis liefert so ein Test hingegen gute Argumente, eine dreijährige Therapie durchzuziehen. Bislang brechen viele Patienten die Therapie früher ab.“

Nach Pressemitteilung TUM vom 18.10.2018
Mehr zum Thema Hyposensibilisierung erfahren Sie auf unserer Seite https://www.daab.de/allergien/hyposensibilisierung/

Kennzeichnung der Kosmetika – wichtige Information für Kontaktallergiker

Die Inhaltsstoffe der Kosmetika müssen auf den Produkten EU-weit einheitlich und vollständig angegeben werden. Alle Bestandteile in Shampoos, Lotion & Co. werden mit ihren englischen bzw. botanischen Fachbezeichnungen auf der Verpackung genannt. Eine Ausnahme sind Duftstoffe, die unter der Sammelbezeichnung „Parfum“ oder „Fragrance“ angegeben werden, nur für die 26 allergieauslösenden Duftstoffe gibt es eine Deklarationspflicht. Leider ist die Kennzeichnung nicht direkt verständlich, deutschsprachige Bezeichnungen sind nicht vorgesehen – zum Ärger vieler Verbraucher. Doch für Kontaktallergiker ist diese vollständige Deklaration eine wichtige Hilfe, um Produkte ohne ihre Allergieauslöser auswählen zu können. Anhand der diagnostizierten Kontaktallergene können sie unter Beachtung der INCI-Liste ihre problematischen Allergieauslöser erkennen und meiden.

Hautpflege im Herbst – die Gefahr von Kontaktallergien steigt

Gerade Menschen mit empfindlicher Haut, Neurodermitis oder Kontaktallergien benötigen in der kälter werdenden Jahreszeit eine geeignete und verträgliche Pflege. Im Herbst und Winter können sich, wenn der Schutzfilm der Haut durch eine nicht ausreichende Pflege nicht intakt ist, schneller Kontaktallergien entwickeln.

Hautpflege den Bedürfnissen der Haut anpassen

Herbstwinde, Heizungsluft, Temperaturwechsel und die letzten Sonnentage verlangen der Haut Vieles ab und sie wird stärker beansprucht. Die beginnende Kälte führt zu einer Verengung der Blutgefäße und zu einer schlechteren Durchblutung. Die Heizungsluft in den Innenräumen tut das Ihrige dazu und trocknet die Haut zusätzlich aus. Die Hautschutzfunktion ist durch die fehlende Feuchtigkeit und den niedrigeren Fettgehalt der Haut nicht optimal gegeben, Allergene haben leichteres Spiel und es kann schneller zu Kontaktekzemen oder einem Neurodermitisschub kommen. Trockene Haut juckt und durch das Juckreizlindernde „Kratzen“ wird die Haut verletzt und Keime und Bakterien können nun schneller eindringen.

Kontaktallergie – Haut in Aufruhr

Kontaktallergien entstehen, wenn allergieauslösende Bestandteile, wie z.B. Duft-, Konservierungs-, Farbstoffe oder ätherische Öle von Cremes oder anderen Pflegeprodukten, in die Haut eindringen und sie in Alarmbereitschaft versetzen. Allergische Reaktionen wie Rötungen, starker Juckreiz, Schwellungen, Bläschen, nässender Ausschlag, Hautschuppung können bis zu 72 Stunden nach dem Hautkontakt auftreten. Bei ständigem, wiederholtem Kontakt mit dem Allergieauslöser kann sich ein chronisches Hautekzem mit entzündlichen Hautverdickungen, starker Verhornung und einer Vergröberung der Hautfelderung (Lichenifikation) entwickeln.

Entscheiden Sie sich also für Pflegeprodukte ohne Duft-, Konservierungs-, Farbstoffe und ätherische Öle. Diese erkennen Sie im Handel an dem DAAB Logo für Pflegeprodukte. Dies garantiert Ihnen, dass keine Allergie auslösenden Stoffe in den Produkten enthalten sind. Die aktuelle Logo Liste des DAAB zu Kosmetika/Pflegeprodukten ohne Duft-, Farb- und Konservierungsstoffen, schicken wir Ihnen gerne zu. Einfache eine Email an info@daab.de senden.

Noch ein Wort zur Lippenpflege im Herbst

Um spröde Lippen zu verhindern, sollte man die dünne Haut der Lippen mit einer speziellen Lippenpflege, einem Lippenbalsam oder einer -creme mit einem höherem Fettgehalt, pflegen. Dies wird mit jedem Tag an dem die Temperaturen weiter sinken wichtiger. Verzichten Sie auf Pflegestifte mit Mineralölen, die sich wie ein Film auf die Lippen legen. Die Haut quillt dadurch auf und trocknet noch mehr aus. So hat man ständig das Gefühl, noch mehr cremen zu müssen.

Insektengift-Allergie Blitzlichter aus unserem Webinar

Wussten Sie schon, dass

  • Wespenstiche auch im Winter möglich sind. Die Königinnen überwintern zum Beispiel in Holzstapeln und an wärmeren Tagen werden sie wach. Seien Sie als Allergiker also vorsichtig, wenn Sie draußen Holz für den Kamin holen.
  • Hornissen nachtaktiv sind. Reagieren Sie allergisch auf Hornissenstiche, müssen Sie auch nachts mit einem Stich rechnen.
  • im Durchschnitt 2/3 der Menschen mit einer Insektengift-Allergie keine Hyposensibilisierung durchführen. Dabei ist das die einzige und sicherste ursächliche Behandlung dieser Allergieform. Es ist wie eine Lebensversicherung!
  • Sie unter einer Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie SIT) Blutspenden dürfen. Jeweils ab einer Woche nach der Injektion ist das möglich. Dies betrifft jegliche SIT, unabhängig vom Allergen (also sowohl Insektengifte als auch Frühblüher etc.)
  • Insektenstiche bei Kindern mit 28 % der 2. häufigste Auslöser und bei Erwachsenen mit 60 % der häufigste Auslöser einer einer anaphylaktischen Reaktion sind.
  • Sie nach durchgeführter Hyposensibilisierung (SIT), in der Klinik eine Stichprovokation machen sollten, um zu sehen ob die Behandlung erfolgreich war.
  • Sie auch bei einer Schwangerschaft die Hyposensibilisierung weiterführen können, wenn sie gut vertragen wird.

Heuschnupfen: Jetzt pollenfreie Zeit nutzen und die ursächliche Therapie starten!

Desensibilisierung? Hyposensibilisierung? Spezifische Immuntherapie (SIT)? Allergieimpfung? Es gibt viele Bezeichnungen für diese erfolgreiche Therapieoption für Allergiker, die nach wie vor zu empfehlen ist. Wir geben Ihnen einen kurzen Überblick worauf es dabei ankommt.
Besonders Pollenallergiker sollten in der pollenfreien Zeit an eine Spezifische Immuntherapie (SIT) denken. Dabei wird das Allergen, auf das der Patient reagiert regelmäßig und über einen längeren Zeitraum verabreicht. Der Herbst bietet sich an, da nun die Allergene in der Luft abnehmen und das Immunsystem zur Ruhe kommt.

Effekt?
Auf der Basis einer seriösen Allergiediagnostik kann mit Hilfe dieser ursächlichen Therapieform eine sehr gute Linderung der Heuschnupfen-Beschwerden erreicht, der Medikamentenverbrauch gesenkt und das Risiko für die Entstehung eines allergischen Asthma bronchiale minimiert werden.

Für wen?
Eine Spezifische Immuntherapie ist zu empfehlen, wenn
•    die klinische Relevanz (Behandlungsnotwendigkeit) für eine Pollenallergie nachgewiesen wurde,
•    die gute Wirkung der Therapie für den jeweiligen Auslöser belegt ist,
•    ein geeigneter Allergenextrakt zur Verfügung steht,
•    die Spezifische Immuntherapie über drei Jahre durchgeführt werden kann.
Die Therapie sollte über drei Jahre erfolgen, um die größtmögliche Wirksamkeit zu erzielen.

Durch wen?
Die Spezifische Immuntherapie gehört in die Hände eines erfahrenen Allergologen/in. “Allergologie” ist eine Zusatzqualifikation, die ein Facharzt erwerben kann.

Wie?
Neben der klassischen Therapie mit Spritzen, bei der (beim Arzt) die Allergenlösungen unter die Haut des Oberarms injiziert wird, können zur Behandlung auch Tropfen oder (bei Gräserpollenallergikern) auch Tabletten eingenommen werden. Bei Tropfen und Tabletten wird die Wirkung des Präparates über die Aufnahme durch die Mundschleimhaut erzielt.
Bei guter Diagnostik und richtiger Anwendung sind stärkere Nebenwirkungen eher selten und auf Beschwerden wie Jucken und Kribbeln an der Einstichstelle oder im Mundraum begrenzt, die zudem mit fortschreitender Behandlung durch den Gewöhnungseffekt abnehmen.

Auch für Kinder geeigent?
Der DAAB empfiehlt bei Kindern mit Allergien eine frühzeitige Hyposensibilisierung, da sie als ursächliche Behandlung für eine gute Linderung der Symptome sorgen und auch eine Präventionsmaßnahme vor Neusensibilisierungen im Kindesalter sein kann.
Lesen Sie dazu mehr in unserer Zeitschrift “Allergie konkret” 3/2018. Kurze Mail an info@daab.de genügt.

Blüht die Hasel schon?

Haben Sie an Haselsträuchern auch schon Blütenstände entdeckt und sind als Pollenallergiker verunsichert?
Wir können Sie beruhigen – das ist ganz normal.
Haselsträucher legen die Blütenstände bereits im Herbst an- und benötigen dann erst einen Kältereiz, damit sich die Blütenstände öffnen und die Pollen in die Luft abgegeben werden können.
Und bei den aktuellen milden Temperaturen ist fraglich, wann die erste Kälte kommt ;-)

Allerdings beobachten wir, dass nach wie vor Gräser und Kräuter wie Gänsefuß blühen.
Die Allergie-Saison ist für den ein oder anderen also noch nicht beendet.

Tipps zur Behandlung einer Pollenalergie finden Sie hier www.daab.de/allergien/pollenallergie-heuschnupfen/

Tattoos – Gefährlicher Körperschmuck

Tattoos sind beliebt, etwa 10 Prozent der Deutschen haben mindestens ein Tattoo. Bei den unter 30-Jährigen ist es fast ein Viertel, die ihr Äußeres auf diese Art und Weise dauerhaft verändert haben, nicht immer direkt sichtbar, aber dem Modetrend folgend. Beim Tätowieren werden Farbpigmente mit speziellen Nadeln tief in die Haut gebracht, nicht ohne langfristige Folgen und Risiken, denn der dauerhafte Hautschmuck kann langwierige ästhetische und gesundheitliche Folgen haben. Wer eine empfindliche Haut und eine höhere Allergiedisposition hat, sollte auf die riskante Tätowierung eher verzichten, denn sie stellt nach den aktuellen Eischätzungen der Wissenschaftler eine unkalkulierbare Belastung für den Körper mit unklaren Langzeitfolgen dar.

Beim Tätowieren werden Farbpigmente mit Hilfe von feinen Nadeln unter die Haut – genauer gesagt in die Dermis, also in die mittlere Hautschicht – eingebracht, wo sie dauerhaft verbleiben sollen. Da bei diesem Verfahren die Hautbarriere umgangen beziehungsweise verletzt wird, sind hohe hygienische Standards beim Tattoo-Stechen wichtig. Die Qualität der Tätowiermittel wird durch die seit Mai 2009 geltende Tätowiermittelverordnung geregelt: sie sollen sicher sein und die Gesundheit nicht schädigen. In einer langen Verbotsliste werden ungeeignete Farbstoffe aufgeführt. Doch diese gesetzliche Regelung bietet keinen umfassenden Schutz, denn eine gesundheitliche Bewertung von Einzelstoffen auf ihre Eignung für Tätowierungen fehlt bisher.

Schätzungen zu Folge treten bei jedem zehnten Tätowierten unangenehme bis schwere Hautreaktionen auf wie Ausschlag, Nesselfieber, Juckreiz, Schwellungen und Hautentzündung auf, die oft langwierige Behandlungen nach sich ziehen. Ein großes Risiko stellen allergieauslösende Stoffe wie Nickel (häufigster Auslöser einer Kontaktallergie mit höchster Sensibilisierungsrate), Konservierungsmittel wie Isothiazolinone oder Farbstoffe wie para-Phenylendiamine, Chrom (in grünen Farben), Cadmium (gelb), Quecksilber (rot) oder Kobalt (blau) dar. Besorgniserregend ist, dass beispielsweise Nickel oder Cadmiumsalze unter UV-Wirkung beim Sonnenbaden oder im Solarium starke Hautreizungen auslösen können. Auch können Sonnenstrahlen einige Tattoofarbstoffe verändern oder spalten und so eine Unverträglichkeitsreaktion auslösen. Die Diagnostik der Hautunverträglichkeitsreaktionen sollte bei einem spezialisierten Dermatologen durchgeführt werden.

Zusätzlich fehlen Untersuchungen, ob und wie die eingebrachten Tätowiermittel im Körper wirken, denn sie bleiben nicht an Ort und Stellen, sondern werden auch abtransportiert oder abgebaut. Eine weitere Gefahr sind Pigmentablagerungen in den Lymphknoten. Farbpigmente in Nanogröße können sich im Lymphknoten dauerhaft anreichern und sie vergrößern. Die Langzeitfolgen solcher Ablagerungen für den Organismus sind bisher nicht erforscht.

Tattooentfernung – ein Abschied nicht ohne Risiko

Wenn die Freude über ein Tattoomotiv nachlässt, stehen für das Entfernen verschiedene Methoden zur Wahl. Doch jede Methode birgt Gefahren, wie Hautinfektion, Narbenbildung oder eine Freisetzung giftiger Spaltprodukte. Die Methode der Wahl ist die Laserbehandlung, aber auch Anwendung ätzender hochkonzentrierter Milchsäure, Hautabschleifung oder operatives Entfernen von Hautschichten werden eingesetzt. Bei der Laserbehandlung mit hochenergetischen Lichtimpulsen werden die Farbpigmente gespalten, dadurch verblasst die Farbe des Tattoos. Diese Methode ist bei schwarzen und dunkelblauen Pigmenten effektiv. Eine BfR-Studie aus dem Jahr 2015 hat gezeigt, dass dabei hochtoxische und krebserregende Fragmente wie Blausäure oder Benzol entstehen können. Beschrieben wurden auch Verbrennungen der Haut, Narbenbildung, Pigmentstörungen oder die Entstehung von Bindegewebswucherungen, die das Erscheinungsbild der Haut gravierend verschlechtern und weitere Behandlungen erforderlich machen. Bei der Anwendung flüssiger Tattoo-Entferner wie der hochkonzentrierten Milchsäure kann es zu schweren Entzündungsreaktionen mit Narbenbildung kommen. Hinzu kommt, dass für die Kosten einer Tattoo-Entfernung die Krankenkassen nicht aufkommen. Das bedeutet – je nach Größe des Tattoos sind mehrere Behandlungen notwendig, die aus eigener Tasche bezahlt werden müssen. Eine Tattoo-Entfernung sollte auf jeden Fall nur vom geschulten Personal durchgeführt werden – mittels medizinisch anerkannter Verfahren.

Wer eine empfindliche Haut und höhere Allergiedisposition hat, sollte auf die riskante Tätowierung eher verzichten, denn sie stellt nach den aktuellen Eischätzungen der Wissenschaftler eine unkalkulierbare Belastung für den Körper mit unklaren Langzeitfolgen dar.