Neue webinare des DAAB

„Im Notfall sicher handeln“ – Notfallmanagement bei schweren allergischen Reaktionen

Wann:  Freitag, 19.01.2018 um 16 Uhr

Referentin: Britta Stöcker, Bonn (Kinder- und Jugendärztin und Anaphylaxie-Trainerin)

Inhalt:

  •  Wie erkenne ich eine schwere allergische Reaktion?

  • Welche Medikamente gibt es zur Soforthilfe bei Anaphylaxie?

  • Welche Maßnahmen werden im Notfall durchgeführt?

  • Hilfsmittel und Dokumente

Zielgruppe: Das Webinar richtet sich in erster Linie an Eltern von anaphylaxiegefährdeten Kindern und selbst betroffene Allergiker. Es kann bei Interesse auch von ErzieherInnen und LehrerInnen besucht werden.

Kosten:       Das Webinar ist kostenfrei

Link zur Anmeldung: https://attendee.gotowebinar.com/register/977812570592326403

Weitere DAAB Anaphylaxie-Webinare in Kürze auf der homepage des DAAB www.daab.de oder fordern Sie unser Programm an unter info@daab.de.

Ein interessanter Fall zum Jahresbeginn

Allergie auf Musikinstrumente

Bei Berufsmusikern sind allergische Kontaktekzeme ein häufiges Problem. Durch den sehr intensiven Kontakt mit Holz oder Metall kann es zu einer allergischen Reaktion an Händen, Mund oder Gesicht/Hals kommen. Als Auslöser bei Holzinstrumenten spielen vor allem Rosenhölzer wie Ebenholz oder Palisander eine Rolle. Auch die Schlagstöcke von Schlaginstrumenten werden aufgrund der Klangeigenschaften aus diesen Hölzern gefertigt. Bei Blechblasinstrumenten kann eine Kontaktallergie auf Nickel oder Messing entstehen.

Bei Hobbymusikern werden diese Reaktionen natürlich seltener beobachtet. Besteht allerdings zum Beispiel eine Neurodermitis oder eine Neigung zu Ekzemen, sollte bei entsprechendem Hobby auch an diese Auslöser gedacht werden. So gibt es einen aktuellen Fall von einem Kontaktekzem am Mund eines 14 jährigen Mädchens, dass viermal die Woche Blockflöte spielt. Durch mehrere Beratungsgespräche mit den Experten des DAAB und detektivischem Spürsinn, konnten wir mit den Eltern den Verdacht erhärten, dass das Blasinstrument eventuell der Auslöser ist. Allergietestungen beim Dermatologen stehen nun an um den Verdacht zu bestätigen.

Achtung: Viele Erkältungsbäder enthalten Allergieauslöser

Gerade in der kalten Jahreszeit greift man gerne auf duftende Erkältungsbäder zurück. Aber Vorsicht: Viele Erkältungsbäder enthalten starke Allergieauslöser.

Erkältungsbäder enthalten Zusätze wie Fichten- oder Kiefernadelöl, Rosmarin- oder Eukalyptusöl, Menthol oder Kampfer. Speziell der natürliche Bestandteil der Nadelholzöle (Kiefer, Fichte,) das Delta-3-Caren, gilt als starker Allergieauslöser. Kampfer ist für seine starke irritative und allergenisierende Wirkung an der Haut bekannt. Zudem besteht speziell bei Kindern und Säuglingen Vergiftungsgefahr.

Erkältungsbäder entspannen den Körper und die Seele und sind gerade in der kalten Jahreszeit eine Wohltat. Wählen Sie das Badeöl allerdings sorgsam aus und verzichten auf Duftstoffe, Kampfer, Menthol und Nadelholzöle. Oftmals reicht ein hochwertiges Pflanzenöl mit ein paar wenigen Tropfen eines verträglichen ätherischen Öls, wie Eukalyptus-, Thymian- oder Rosmarinöl.  Für Kinder und Säuglinge sollte ein Schuss Pflanzenöl im warmen Wasser ausreichen.

Erkältungsbäder werden als Arzneimittel oder kosmetische Produkte angeboten. Bei den Arzneimitteln müssen problematische Duftstoffe, wie auch bei den kosmetischen Produkten, seit diesem Jahr ebenfalls gekennzeichnet werden. Sie werden mit ihrer INCI Bezeichnung auf der Verpackung aufgeführt.

Kennzeichnungspflichtige  Duftstoffe
Duftstoffe mit der INCI-Bezeichnung
Amyl cinnamal Amylcinnamylalkohol
Anise alcohol Evernia furfuracea extract (Baummoosextrakt)
Benzyl alcohol Benzyl benzoate
Benzyl cinnamate Butylphenyl methylpropional
Benzyl salicylate Cinnamal
Cinnamyl alcohol Citral
Citronellol Coumarin
Evernia prunastri extract (Eichenmoosextrakt) Eugenol
Farnesol Geraniol
Hexyl cinnamal Hydroxycitronellal
Hydroxyisohexyl-3-cyclohexene-carboxaldehyde Isoeugenol
Limonene Linalool
Methyl-2-octynoate Alpha-Isomethyl-ionone

Winterblues – Achtung Vitamin D-Spiegel

Gerade jetzt in dieser dunklen und trüben Jahreszeit ist oftmals die Vitamin D Produktion verringert. Die wohl bekannteste Erkrankung in Zusammenhang mit einem Vitamin D – Mangel ist die Rachitis (Knochenerweichung). Gegenwärtig konzentrieren sich verschiedene Untersuchungen auf die gesundheitsförderlichen Eigenschaften des Vitamin D, zum Beispiel als Schutzfaktor vor Infektionen, Autoimmunerkrankungen, Tumorerkrankungen oder Diabetes mellitus Typ 2. Darüber hinaus stellen Mediziner einen weiteren Zusammenhang dar. Die aktuelle Studienlage lässt Hinweis zu, dass Vitamin-D einen günstigen Effekt auf den Asthmaverlauf hat, in dem es vor viralen Infekten schützt und das Ansprechen auf Kortison bei asthmatischen Kindern verbessert.

Nach den bisherigen Ergebnissen scheint die Bestimmung des Vitamin D-Spiegels im Serum (25-OH-D-Spiegel) insbesondere bei bestimmten Risikogruppen sinnvoll:

- Menschen mit häufigen viralen Infekten

- Asthmatiker

- Übergewichtige (adipöse) Patienten

- Dunkelhäutige Menschen

- Patienten mit Vitamin-D armer Ernährung (z.B. auch Milch- und Fischallergiker)

 -„Stubenhocker“

- Ältere Menschen

- Kinder

Doch: Wie hoch ist der Vitamin D-Bedarf und wie ist er zu decken? Hierauf gibt es bisher keine verlässlichen Antworten, da dies noch kontrovers diskutiert wird. Der Körper braucht zur Deckung des Bedarfs tägliche Spaziergänge an der frischen Luft. Kurze kontrollierte Aufenthalte in der Sonne (wenn sie denn scheint) ohne Sonnenschutzmittel, verbessern die Vitamin-D Synthese in der Haut (aber Sonnenbrand vermeiden). Ein- bis zweimal in der Woche frischen Seefisch essen und eine ausgewogene Ernährung mit Milch- und Milchprodukten (Lebensmittelallergiker sollten eine Ernährungstherapie nutzen). Wer zu einer Risikogruppe gehört, sollte mit dem Hausarzt die Bestimmung des Vitamin D 25 (OH) Spiegels besprechen. Der Wert sollte vor dem Winter bestimmt werden und idealerweise über 60 nmol/l liegen. Die Bestimmung des Vitamin D 25 (OH) Spiegels ist eine IGEL-Leistung und kostet circa 25,- €.

Frohe Weihnachten

Der Deutsche Allergie- und Asthmabund wünscht allen Mitgliedern, Kooperationspartnern, Unterstützern, Lesern und Freunden ein wunderschönes Weihnachtsfest und ruhige, besinnliche Tage. Wir verzichten auch in diesem Jahr auf den Versand von Weihnachtskarten, um die Umwelt zu schonen und um dieses Budget in unsere Projekte 2018 zu integrieren.

Weihnachten im Schnee – geeigneten Sonnenschutz nicht vergessen

Sonnenschutz ohne unnötige Zusatzstoffe wie allergisierende Duft-, Konservierungs- und Farbstoffe sind sinnvoll, vor allem bei empfindlicher und zu Allergien neigender Haut.

Begriffe wie „Sensitiv“ oder „Für Allergiker geeignet“ sind gesetzlich jedoch nicht geschützt. Das macht es dem Verbraucher schwer, geeignete Produkte zu finden.
Achten Sie beim Einkauf daher auf das DAAB-Logo “getestet und empfohlen”.
Mit seinem Label will der Deutsche Allergie- und Asthmabund den Betroffenen die Suche nach verträglichen Produkten erleichtern.
Die Produkte mit dem DAAB-Logo wurden auf ihre Inhaltsstoffe überprüft und von Allergikern im Anwendertest für sehr gut befunden. Erhältlich sind die Produkte z.B. bei dm drogeriemarkt, Rossmann, Rewe, Mueller und saisonal bei Lidl und Aldi Nord.
Gerne senden wir Ihnen eine Übersicht der Sonnenschutzprodukte mit dem DAAB-Logo zu. Senden Sie uns dazu eine Mail an: info@daab.de
Weitere Informationen finden Sie hier

Neuer Ansatz zur Therapie einer Lebensmittelallergie

In einer kleinen Studie mit 48 Kindern wurde eine neue Therapiekombination zur Behandlung einer Nahrungsmittelallergie probiert. Hierbei wurde zum einen eine orale Immuntherapie durchgeführt, die durch die Gabe des monoklonale Antikörper Omalizumab unterstützt wurde. Bei der oralen Immuntherapie wird das Immunsystem mit einer langsam gesteigerten Menge des Allergieauslösers konfrontiert. Ziel ist es das Immunsystem wieder an die Allergieauslöser zu gewöhnen, also eine Toleranz zu entwickeln. Allergologen der Stanford University School of Medicine haben jetzt untersucht, ob die Effektivität der oralen Immun­therapie durch eine gleichzeitige Behandlung mit Omalizumab verbessert werden könnte.

Omalizumab ist ein Wirkstoff, der aktuell zur Behandlung des allergischen Asthmas und der Nesselsucht  zugelassen ist. Omalizumab wirkt wie ein IgE-Antikörperfänger und kann so allergische Prozesse unterbinden. Da das IgE auch bei der Nahrungsmittelallergie beteiligt ist, liegt es nahe diese Wirkung in Kombination mit der oralen Immuntherapie, die ursprünglich für die Behandlung des Heuschnupfens entwickelt und auch als Desensibilisierung bezeichnet wurde, zu testen. Der Lancet Gastroenterology & Hepatology berichtet aktuell über die Erfolge der randomisierten Studie.

An der Studie nahmen 48 Kinder im Alter von 4 bis 15 Jahren teil, bei denen eine Allergie gegen mehrere Nahrungsmittel, wie Milch, Ei, Weizen, Soja, Sesam, Erdnuss oder Baumnüsse (Mandeln, Cashew, Haselnuss, Walnuss) vorlag.

Die kleinen Patienten erhielten über 16 Wochen Injektionen, bei 36 Patienten mit dem Wirkstoff Omalizumab und bei 12 Patienten ohne Omalizumab. Ab der achten Woche wurde in beiden Gruppen mit der oralen Immuntherapie begonnen. Sie wurde auch nach dem Ende der medikamentösen Therapie über 20 Wochen fortgesetzt. Am Ende der Studie nach insgesamt 36 Wochen wurde bei allen Kindern eine doppel­blinde placebokontrollierte orale Nahrungsmittelprovokation durchgeführt.

Ergebnis: In der Gruppe mit der Omalizumab-Gabe vertrugen 30 von 36 Kindern (83 Prozent) zwei Gramm des Allergieauslösers wieder. In der Gruppe ohne Omalizumab waren es nur vier von zwölf (33 Prozent). Häufig wurde eine Toleranz gegen mehrere Nahrungsmittel erzielt. Damit konnte ein Erfolg nachgewiesen werden, dass die gleichzeitige Gabe des IgE-Antikörperfängers die Entwicklung einer Toleranz beschleunigt. Gleichzeitig konnte auch nachgewiesen werden, dass vorliegende Kreuzreaktionen ebenfalls einen positiven Verlauf nahmen. So vertrugen 20 von 24 Kinder (83 Prozent) mit einer Cashewnuss-Allergie später wieder Pistazien. Alle 17 Kinder, die wegen einer Walnussallergie behandelt wurden, hatten im Anschluss einen negativen Provokationstest auf Pekannüsse.

Die Frage nach den Nebenwirkungen beantworteten die Experten ebenfalls positiv. Es gab nur einen Patienten in der Placebogruppe mit Atembeschwerden. Häufiger traten allerdings gastrointestinale Beschwerden auf.

Die Studie mit wenig Probanden sollte sicherlich weitergeführt werden um zu sehen, ob der Effekt auch bei einem größeren Kollektiv haltbar ist. Die Ergebnisse machen aber Hoffnung, dass in Zukunft vielleicht endlich eine sichere Therapie für Menschen mit Nahrungsmittelallergien gefunden wird.

Weihnachtsstern- Vorsicht bei Latex-Allergie

In der Adventszeit hat der Weihnachtsstern in den Blumenläden und in vielen Wohnzimmern Hochkonjunktur -Gibt es ihn doch inzwischen in vielen unterschiedlichen Farben und Ausprägungen.

Doch nicht jeder kann sich daran erfreuen:  Menschen, die eine Allergie auf Naturlatex haben, können auf das Gewächs allergisch reagieren, z.B. mit Beschwerden im Augen- oder im Nasenbereich.

Eine hübsche Alternative ist zum Beispiel die Christrose.