Mythen zum Thema Ernährung und Allergien – Der DAAB klärt auf!

Die Spurenkennzeichnung auf Lebensmittelverpackungen ist gesetzlich vorgeschrieben. Falsch!

Hersteller verwenden mitunter in der Kennzeichnung ihrer Produkte die freiwelligen Angaben zu möglichen Spuren (Fremdkontaminationen), die durch die Produktion ungewollt in ein Lebensmittel gelangen können.
„Kann Spuren von …. enthalten“  oder
„Hergestellt in einem Betrieb, der auch … verarbeitet“.
Diese Angaben sind gesetzlich nicht geregelt. Sie erfolgen von den Herstellern aus Gründen der Produkthaftung. Trotz bestehendem Hinweis müssen nicht zwingend Kontaminationen eines Allergieauslösers im Produkt enthalten sein. Bei fehlendem Hinweis bedeutet es im Gegenzug nicht, dass keine Kontaminationen möglich sind.

Allergie-Rückruf wegen nicht gekennzeichneter Sulfite

Allergie-Rückruf: indische Gewürzmischung „MDH CHANA MASALA“

 

 

 

 

 

 

Grund: Das Produkt enthält nicht gekennzeichnete Sulfite

Die Global Foods Trading GmbH ruft die indische Gewürzmischung „MDH CHANA MASALA, 100 g“ zurück. Wie das Unternehmen mitteilt, wurden in einer Probe Sulfite nachgewiesen.

Aus diesem Grund wird ausdrücklich darauf hingewiesen dieses Produkt nicht mehr zu verwenden

Artikel: MDH CHANA MASALA (indische Gewürzmischung)
Inhalt: 100 g

Betroffen ist ausschließlich die Ware mit dem

Mindesthaltbarkeitsdatum 30.01.2019
LOT Nr. 81
Hersteller: MDH Mahashian Di Hatti Ltd

Verbraucher können die bereits gekaufte Ware zur Verkaufsstelle, gegen Erstattung des Kaufpreises, zurückbringen oder auf Wunsch umtauschen.

Kundenservice
Fragen beantwortet das Unternehmen von Montag bis Freitag unter der kostenfreien Rufnummer 0800/ 950 950 9 in der Zeit von 9.00 bis 18.00 Uhr oder per E-Mail unter info@gftonline.de

Sulfite können allergische Reaktionen auslösen, Folgeerscheinungen bei Unverträglichkeiten können Übelkeit, Kopfschmerzen,  Nesselsucht,  Bronchospasmen,  Asthma sein oder niedrigen Blutdruck zeigen.

Internationaler Boykott des Kinofilms “Peter Hase”

Internationaler Boykott des Kinofilms Peter Hase

In den USA ist der neue Kinofilm „Peter Rabbit“ angelaufen: ein animierter Kinderfilm, in dem der Bösewicht McGregor zur Strecke gebracht werden soll, indem er mit seinem Allergieauslöser „Brombeeren“ konfrontiert wird, was im Film als witzige, clevere Idee dargestellt wird.
Er erleidet eine schwere allergische Reaktion, woraufhin er das Notfallmedikament in Form eines Adrenalin-Autoinjektors anwendet.
Weltweit hat dies zu Protesten und Boykottaufrufen von Betroffen mit Nahrungsmittelallergien geführt.

Auch der Deutsche Allergie- und Asthmabund hat – wie verschiedene andere Patientenorganisationen – die ortsansässige Niederlassung von Sony Pictures Entertainment angeschrieben. Wir haben unseren großen Unmut über diese gefährliche Darstellung von Nahrungsmittelallergien zum Ausdruck gebracht und dazu aufgefordert, in Zukunft auf angemessene Art und Weise die Belange von Allergikern in Filmen darzustellen.
Wir lehnen es entschieden ab, dass Kinder in dieser Form dazu angestiftet werden, andere Klassenkameraden mit Nahrungsmittelallergien zu gefährden, zu mobben und zu diskriminieren!

Rezept: Schnelle Gemüsesuppe für dunkle Tage

Was wärmt in der dunklen Jahreszeit besser, als eine heiße Suppe?
Unser Grund-Rezept lässt sich vielfältig abwandeln, so dass für jeden Geschmack etwas dabei ist.
Beim Gemüse sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Entweder wird nur eine Gemüsesorte verwendet (Möhren, Zucchini, Blumenkohl, Sellerie, Kürbis oder oder oder)
Oder man mischt Gemüsesorten z.B. Möhren und Lauch oder Paprika und Tomaten…
Es gibt unzählige Möglichkeiten.
Es kann auch ein Teil Kartoffeln verwendet werden, dann sättigt die Suppe mehr und wird sämiger.

Auch bei der Sahne gibt es viele Variationsmöglichkeiten. Anstatt süßer oder saurer Sahne kann z.B. auch Hafersahne verwendet werden. Kokosmilch gibt eine ganz andere Geschmackskomponente. Dazu passen als Gewürze  z.B. Ingwer oder Zitronengras.

Grundrezept für 4 Personen
1          Zwiebel
800 g   Gemüse (Entweder eine Sorte oder gemischt. Es kann auch ein Teil Kartoffeln
verwendet werden)
2 EL     Öl
900 ml Gemüsebrühe
100-200 g (je nach Geschmack) süße Sahne oder saure Sahne
Salz, Pfeffer

Die Zwiebel würfeln, das Gemüse waschen, putzen und in grobe Würfel schneiden. In einem großen Topf das Öl erhitzen und die Zwiebel darin glasig dünsten. Die Gemüsewürfel hinzufügen, kurz andünsten und mit Gemüsebrühe auffüllen.
Je nach Gemüsesorte und Größe der Stücke 10-20 Minuten köcheln lassen, bis alles gar ist. (Zur Probe einfach mit einem Messer in das Gemüse stechen).
Nun wird die Suppe püriert und anschließend nach Wunsch die Sahne dazugegeben.
Zum Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Der Fantasie sind bei der Abwandlung des Rezeptes keine Grenzen gesetzt.
Wer mag, kann auch noch Fischstücke z.B. Lachs, als Suppen-Einlage hinzufügen.
Dazu das Fischfilet mit Zitronensaft beträufeln, in Stücke schneiden und zu der pürierten Suppe geben. Etwa 12 Minuten bei geringer Temperatur gar ziehen lassen. Fertig!

Als Topping sind Kräuter, Croutons oder geröstete Mandelblättchen denkbar.

Guten Appetit!

Allergische Reaktionen auf Kohl?

Immer wieder wird bei uns an der DAAB-Hotline (01805/052121) gefragt, ob es allergische Reaktionen auf Kohlsorten gibt. Die Anrufer berichten von Blähungen, Durchfall und Völlegefühl.

Kohlsorten zählen zu den Lebensmitteln, die bei vielen Menschen Beschwerden auslösen können. Die genannten Symptome sind jedoch natürliche Reaktionen des Körpers und sollten nicht mit einer Allergie verwechselt werden. Um Kohlgerichte verträglicher zu machen, kann man Kümmel zugeben oder etwas Natron ins Kochwasser geben.

Wie kann man trotz einer Hühnerei-Allergie eine Panade herstellen?

Goldbraun und knusprig- Mit einer Panade schmecken Fisch und Fleisch gleich doppelt gut. Welche Alternativen es für die knusprige Umhüllung gibt, wenn eine Hühnerei-Allergie vorliegt verraten wir Ihnen:

Die Eimasse kann durch Milch oder Sahne ersetzt werden. Das Schnitzel oder der Fisch werden in Mehl gewälzt, in Milch getaucht und anschließend in Semmelbröseln gewendet. Muss auf Milch oder Sahne (ebenfalls) verzichtet werden, nimmt man stattdessen Wasser oder Getreidedrinks. Es gibt auch die Variante, das Mehl mit so viel Wasser zu verrühren, dass ein dickflüssiger Teig entsteht. Damit wird das Fleisch oder der Fisch eingerieben. Die Panade mit Salz und gegebenenfalls anderen Gewürzen abschmecken.

Gibt es bald die allergenarme Erdnuß?

Der DAAB startet als Kooperationspartner das neue Projekt LACOP (Low allergen containing plants). Es handelt sich um ein Forschungsprojekt des Bundesministerium für Bildung und Forschung zur Entwicklung allergenarmer Lebensmittel, speziell Erdnuss und Senf. Ziel ist die Herstellung von Nahrungspflanzen mit einem reduzierten Gehalt allergener Speicherproteine. Neben dem DAAB sind noch Experten der Leibniz Universität Hannover, TU Braunschweig und der Charité Berlin involviert. Das erste Treffen fand heute in der Leibniz Universität in  Hannover statt. Sabine Schnadt stellte den Kooperationspartnern den DAAB vor.

Wir werden weiterhin über die Erfolge des Projektes berichten.

 

Winterblues – Achtung Vitamin D-Spiegel

Gerade jetzt in dieser dunklen und trüben Jahreszeit ist oftmals die Vitamin D Produktion verringert. Die wohl bekannteste Erkrankung in Zusammenhang mit einem Vitamin D – Mangel ist die Rachitis (Knochenerweichung). Gegenwärtig konzentrieren sich verschiedene Untersuchungen auf die gesundheitsförderlichen Eigenschaften des Vitamin D, zum Beispiel als Schutzfaktor vor Infektionen, Autoimmunerkrankungen, Tumorerkrankungen oder Diabetes mellitus Typ 2. Darüber hinaus stellen Mediziner einen weiteren Zusammenhang dar. Die aktuelle Studienlage lässt Hinweis zu, dass Vitamin-D einen günstigen Effekt auf den Asthmaverlauf hat, in dem es vor viralen Infekten schützt und das Ansprechen auf Kortison bei asthmatischen Kindern verbessert.

Nach den bisherigen Ergebnissen scheint die Bestimmung des Vitamin D-Spiegels im Serum (25-OH-D-Spiegel) insbesondere bei bestimmten Risikogruppen sinnvoll:

- Menschen mit häufigen viralen Infekten

- Asthmatiker

- Übergewichtige (adipöse) Patienten

- Dunkelhäutige Menschen

- Patienten mit Vitamin-D armer Ernährung (z.B. auch Milch- und Fischallergiker)

 -„Stubenhocker“

- Ältere Menschen

- Kinder

Doch: Wie hoch ist der Vitamin D-Bedarf und wie ist er zu decken? Hierauf gibt es bisher keine verlässlichen Antworten, da dies noch kontrovers diskutiert wird. Der Körper braucht zur Deckung des Bedarfs tägliche Spaziergänge an der frischen Luft. Kurze kontrollierte Aufenthalte in der Sonne (wenn sie denn scheint) ohne Sonnenschutzmittel, verbessern die Vitamin-D Synthese in der Haut (aber Sonnenbrand vermeiden). Ein- bis zweimal in der Woche frischen Seefisch essen und eine ausgewogene Ernährung mit Milch- und Milchprodukten (Lebensmittelallergiker sollten eine Ernährungstherapie nutzen). Wer zu einer Risikogruppe gehört, sollte mit dem Hausarzt die Bestimmung des Vitamin D 25 (OH) Spiegels besprechen. Der Wert sollte vor dem Winter bestimmt werden und idealerweise über 60 nmol/l liegen. Die Bestimmung des Vitamin D 25 (OH) Spiegels ist eine IGEL-Leistung und kostet circa 25,- €.

Neuer Ansatz zur Therapie einer Lebensmittelallergie

In einer kleinen Studie mit 48 Kindern wurde eine neue Therapiekombination zur Behandlung einer Nahrungsmittelallergie probiert. Hierbei wurde zum einen eine orale Immuntherapie durchgeführt, die durch die Gabe des monoklonale Antikörper Omalizumab unterstützt wurde. Bei der oralen Immuntherapie wird das Immunsystem mit einer langsam gesteigerten Menge des Allergieauslösers konfrontiert. Ziel ist es das Immunsystem wieder an die Allergieauslöser zu gewöhnen, also eine Toleranz zu entwickeln. Allergologen der Stanford University School of Medicine haben jetzt untersucht, ob die Effektivität der oralen Immun­therapie durch eine gleichzeitige Behandlung mit Omalizumab verbessert werden könnte.

Omalizumab ist ein Wirkstoff, der aktuell zur Behandlung des allergischen Asthmas und der Nesselsucht  zugelassen ist. Omalizumab wirkt wie ein IgE-Antikörperfänger und kann so allergische Prozesse unterbinden. Da das IgE auch bei der Nahrungsmittelallergie beteiligt ist, liegt es nahe diese Wirkung in Kombination mit der oralen Immuntherapie, die ursprünglich für die Behandlung des Heuschnupfens entwickelt und auch als Desensibilisierung bezeichnet wurde, zu testen. Der Lancet Gastroenterology & Hepatology berichtet aktuell über die Erfolge der randomisierten Studie.

An der Studie nahmen 48 Kinder im Alter von 4 bis 15 Jahren teil, bei denen eine Allergie gegen mehrere Nahrungsmittel, wie Milch, Ei, Weizen, Soja, Sesam, Erdnuss oder Baumnüsse (Mandeln, Cashew, Haselnuss, Walnuss) vorlag.

Die kleinen Patienten erhielten über 16 Wochen Injektionen, bei 36 Patienten mit dem Wirkstoff Omalizumab und bei 12 Patienten ohne Omalizumab. Ab der achten Woche wurde in beiden Gruppen mit der oralen Immuntherapie begonnen. Sie wurde auch nach dem Ende der medikamentösen Therapie über 20 Wochen fortgesetzt. Am Ende der Studie nach insgesamt 36 Wochen wurde bei allen Kindern eine doppel­blinde placebokontrollierte orale Nahrungsmittelprovokation durchgeführt.

Ergebnis: In der Gruppe mit der Omalizumab-Gabe vertrugen 30 von 36 Kindern (83 Prozent) zwei Gramm des Allergieauslösers wieder. In der Gruppe ohne Omalizumab waren es nur vier von zwölf (33 Prozent). Häufig wurde eine Toleranz gegen mehrere Nahrungsmittel erzielt. Damit konnte ein Erfolg nachgewiesen werden, dass die gleichzeitige Gabe des IgE-Antikörperfängers die Entwicklung einer Toleranz beschleunigt. Gleichzeitig konnte auch nachgewiesen werden, dass vorliegende Kreuzreaktionen ebenfalls einen positiven Verlauf nahmen. So vertrugen 20 von 24 Kinder (83 Prozent) mit einer Cashewnuss-Allergie später wieder Pistazien. Alle 17 Kinder, die wegen einer Walnussallergie behandelt wurden, hatten im Anschluss einen negativen Provokationstest auf Pekannüsse.

Die Frage nach den Nebenwirkungen beantworteten die Experten ebenfalls positiv. Es gab nur einen Patienten in der Placebogruppe mit Atembeschwerden. Häufiger traten allerdings gastrointestinale Beschwerden auf.

Die Studie mit wenig Probanden sollte sicherlich weitergeführt werden um zu sehen, ob der Effekt auch bei einem größeren Kollektiv haltbar ist. Die Ergebnisse machen aber Hoffnung, dass in Zukunft vielleicht endlich eine sichere Therapie für Menschen mit Nahrungsmittelallergien gefunden wird.