Erdnüsse als unbeabsichtigte Zutat in Lebensmitteln: In der Regel gekennzeichnet

BfR 19.11.2015

Das BfR untersuchte Produkten aus dem Handel auf Einträge von Erdnüssen. Sowohl Produkte mit und ohne Hinweise wie  „Kann Spuren von Erdnüssen enthalten“ oder „kann Erdnüsse enthalten oder auch „Wird in einem Betrieb hergestellt, der auch Erdnüsse herstellt“ wurden untersucht. Erdnüsse können allergische Reaktionen auslösen und müssen daher auf der Verpackung von Lebensmitteln als Zutat angegeben werden. Die Kennzeichnung möglicher ungewollter Kontaminationen hingegen unterliegt keinen gesetzlichen Vorschriften.

Ob die Kennzeichnungen mit den Inhalten ausgewählter Lebensmittelproben übereinstimmen, hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einem gemeinsam mit der französischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, Umwelt- und Arbeitsschutz   (ANSES) durchgeführten Forschungsprojekt untersucht.

Zwei Aspekte haben sich heraus kristallisiert:

1. Produkte ohne Hinweis auf Erdnüsse sind nicht immer automatisch sicher, denn von insgesamt 633 Produkten, die nicht mit einem Hinweis auf Erdnuss versehenen waren, enthielten zwei Proben dennoch Erdnuss. Der Anteil positiver Proben lag damit bei 0,3 %.

2. Produkte mit Hinweis auf Erdnuss sind oftmals überkennzeichnet und schränken so die Auswahl für Allergiker ein, denn nur 2,6 % der 266 Proben mit einer Kennzeichnung von Spuren von Erdnüssen enthielten auch wirklich messbare Kontaminationen oberhalb von 1 mg/kg.

Zwar gibt es keine hundertprozentige Sicherheit, aber diese Untersuchung unterstützt die Ergebnisse der Stakeholder Konferenz des DAAB in Berlin, dass wir endlich Schwellenwerte und gesetzliche Vorgaben für die ungewollten Kontaminationen benötigen.

Die Proben der BfR Untersuchung stammen aus dem französischen Einzelhandel, trotzdem sind die Ergebnisse auf den deutschen Markt übertragbar. Zu den untersuchten Lebensmitteln zählten unter anderem Frühstückszerealien, Müsliriegel, Backwaren, Snacks, Pizzas, Crème-Desserts, Kuchen, Kekse, Schokolade, Eiscreme und Sorbets. 266 Proben, knapp ein Drittel, enthielten einen Hinweis auf Erdnuss auf der Verpackung, die übrigen 633 waren ohne entsprechende Angabe.

Die ausführliche Meldung finden Sie unter http://www.bfr.bund.de/de/presseinformation/2015/35/erdnuesse_als_allergene_in_lebensmitteln__in_der_regel_gekennzeichnet-195740.html

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