Heilung der Apfel-Allergie bald möglich?

Nach Schätzungen des DAAB vertragen circa 65 Prozent aller Menschen mit einer Birkenpollen-Allergie auch keine Äpfel. Aus Österreich kommen nun Ergebnisse einer kleinen Studie, die nach Ansicht der Forscher erfolgsversprechende Behandlungsoptionen aufzeigen. Der DAAB hat sich die Studie angesehen und ist nicht ganz so euphorisch.

Um das Immunsystem wieder an den Allergieauslöser zu gewöhnen, nutzt man bei der Pollenallergie zum Beispiel die Hyposensibilisierung mit guten Heilungsprognose. Warum also nicht auch bei den Kreuzreaktionen diese Therapieform verwenden. Leider ist es bei den Nahrungsmitteln nicht ganz so einfach, da zum Beispiel die Allergieauslöser sehr instabil sind. Studien zu unterschiedlichen Therapieoptionen nach dem Prinzip der Hyposensibilisierung laufen im Moment in klinischen Studien an unterschiedlichen Zentren. Aktuell liefert eine Untersuchung der Forschergruppe an der Universitätsklinik Wien bei einer kleinen Probandenzahl neue Ergebnisse.

60 Probanden mit einer Birkenpollenallergie und klinisch relevanter assoziierter Apfel-Allergie wurden in die Studie eingeschlossen. Je 20 erhielten für 4 Monate eine Behandlung mit a) Placebo, b) mit dem Birkenpollen-Allergen (Bet v 1) und c) mit dem ganz spezifischen Apfel-Allergen Mal d 1 (gentechnisch hergestellt, dadurch reproduzierbar und sehr stabil).

Laut Aussagen der Forscher, sind die Ergebnisse vielversprechend. Schaut man aber genauer hin, sind es nur 6 von 20 Probanden, die das spezifische Birkenpollenallergen Bet v 1 erhielten, die nach der Behandlung keine Beschwerden mehr hatten. Sie könnten theoretisch nach der Therapie wieder rohe Äpfel essen. Bei den restlichen 14, wurden die Symptome signifikant vermindert, sodass auch diese nicht mehr grundsätzlich auf den Verzehr von rohen Äpfeln verzichten müssen. Allerdings lassen die Ergebnisse keine Aussage darüber zu, wieviel Apfel für diese Gruppe verträglich ist.

Was nicht unerwähnt bleiben sollte, ist, dass bei der sublingualen Gabe des Extraktes in der Studie, sowohl beim Bet v 1, wie auch beim Mal d 1, Nebenwirkungen zum Beispiel in Form von Kribbeln im Mund auftraten.

Die Ergebnisse der Studie sind nach Ansicht des DAAB ein Anfang in die richtige Richtung, aber es bedarf sicherlich weiterer Untersuchungen, ob sich das Ergebnis auch bei einem größeren Patientenkollektiv reproduzieren lässt. Kreuzreaktionen sind so individuell und oftmals reagieren die Patienten nicht nur auf den Apfel, sondern auf weitere rohe Obstsorten, so dass unserer Ansicht nach bei der Forschung, eher an der Ursache angesetzt werden sollte. Entgegen der Meinung der Forscher, denken wir, wenn die Forschung in diese Richtung weitergeht, ist es noch ein langer Weg, bis Pollenallergiker von ihren Kreuzreaktionen befreit werden.

Hintergrund Kreuzreaktionen

Die Mundschleimhaut kribbelt, die Lippen schwellen an und im Hals entsteht ein Kloßgefühl. All das können Symptome nach dem Verzehr von Äpfeln sein. Die Beschwerden werden als orales Allergie-Syndrom OAS bezeichnet und gehören zu den Kreuzreaktionen, die entstehen können, wenn das Immunsystem auf gleiche/ähnliche Allergieauslöser in unterschiedlichen Pflanzen oder Lebensmitteln reagiert. An diesem Beispiel, die Birkenpolle und der Apfel. Der enthaltene Allergieauslöser im Apfel ist unter anderem das Mal d 1, eine spezielles Protein aus der Gruppe der PR 10 Proteine. Einfach erklärt, das PR 10 Protein ist die Familie (z.B. Müller) und das Mal d 1 ist Jonhannes Müller. Es gibt nun noch andere Mitglieder der Familie Müller, zum Beispiel die Marianne Müller, das Bet v 1  in der Birke.

 

 

 

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