Heuschnupfen – natürlich behandeln?

Vorsicht -  So einfach wie in der aktuellen Pressemitteilung vom Kneipp-Original Bad Wörishofen ist es nicht.

Heute flatterte eine Pressemeldung aus Bad Wörishofen ins Haus und lässt uns aufschrecken. Hier werden „Wertvolle Allergie-Tipps aus dem Kneipp-Original Bad Wörishofen“ gegeben, die für Pollenallergiker gefährlich werden können.

So heißt es in der Pressemitteilung:“ … Das abendliche Bad sollten Pollenallergiker deshalb mit einem Schuss Pfefferminzöl anreichern… Alternativ eignen sich auch frische Pfefferminzblätter, welche in einem Kräutersäckchen ins warme Wasser gegeben werden…“ und weiter „… Durch den anhaltenden Heuschnupfen leiden Allergiker häufig auch unter verschleimten Bronchien. Abhilfe schaffen ätherische Öle mit Fenchel oder Dill… Für eine nachhaltige Wirkung die heilsamen Dämpfe mehrmals am Tag tief durch die Nase und den Mund einatmen…“

Pfefferminze, Fenchel, Dill und andere Kräuter können bei Pollenallergikern Kreuzallergien auslösen. Nicht nur der Verzehr, sondern auch das Einatmen kann allergischen Beschwerden auslösen oder verstärken. Versichern Sie sich vor Anwendung, dass Sie die eingesetzten Kräuter vertragen und dosieren Sie so vorsichtig, dass die empfindlichen Bronchien, speziell bei Asthmatikern, nicht zusätzlich gereizt werden.

Weiter heißt es:“ … Wer seinem Körper nachhaltig etwas Gutes tun möchte, der sollte demnach regelmäßig einen basischen Entlastungstag einlegen. Denn auch eine Übersäuerung kann den Heuschnupfen verursachen. …..“

Dem DAAB sind keine wissenschaftlichen Belege bekannt, dass eine Übersäuerung des Körpers eine Allergie fördert. Zudem besitzt der Körper einen Säure-Basen-Haushalt, der für ein gewisses Gleichgewicht sorgt. Pollenallergikern profitieren von keiner speziellen Ernährungsform. Nur wenn Beschwerden auf einzelne Gemüse- und Obstsorten oder Kräuter auftreten, ist es sinnvoll im Rahmen einer individuellen Ernährungstherapie die Verträglichkeit zu prüfen.

 Auch der DAAB empfiehlt als altes Hausmittel die Nasendusche mit einem speziellen Nasenduschsalz. Abzuraten ist unserer Ansicht nach allerdings von der Methode, wie Kneipp sie empfiehlt, einfach einen Teelöffel Kochsalz in 200 Milliliter lauwarmen Wasser auflösen und in die Nasendusche einzufüllen.  In normalem Kochsalz sind meist für die Nase unerwünschte Inhaltsstoffe wie zum Beispiel Fließregulierungsmittel enthalten. Zur Spülung sollte also mindestens Kochsalz in pharmazeutischer Qualität, besser noch ein spezielles Nasenspülsalz verwendet werden.

Fazit: Nicht jede Empfehlung ist für jeden Pollenallergiker geeignet. Hausmittel können unterstützend angewendet werden, sollten aber im Vorfeld gut durchdacht und individuell nach Risiko und Nutzen abgewägt werden.

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