Kamelmilch als Allheilmittel?

Brüssel hat den EU-Markt für Kamelmilchprodukte nach langwierigen Verhandlungen  geöffnet. Kamelmilch wird als ein Allheilmittel angepriesen.

Das „weiße Gold der Wüste“ soll gegen Allergien und Diabetes, sogar gegen Krebs und Aids wirken.

Es ist jedoch Vorsicht geboten vor allzu hohen Erwartungen. Auf der sicheren Seite seien Milchallergiker keinesfalls, meint Margitta Worm vom Allergie-Centrum-Charité in Berlin. “Auch Kamelmilch enthält Allergene, die über die Kreuzreaktivität zu den Kaseinen bei Kuhmilchallergikern Reaktionen auslösen können”, sagt die Professorin. Zwar gebe es Studien, die darauf hinweisen, dass solche Reaktionen weniger oft vorkommen als etwa bei Ziegenmilch. Dennoch gelte: “Wenn jemand auf Kuhmilch allergisch reagiert, ist auch Kamelmilch nicht sicher.”

Zurzeit fehlen vor allem umfassende klinische Studien zum Thema. Auch die enorme Breite an Anwendungsmöglichkeiten und die Vielzahl an Heilsversprechen machten misstrauisch. “Man kann da wohl schon fast von einem Hype sprechen”, so der Berliner Allergieexperte Jörg Kleine-Tebbe vom Allergie- und Asthma-Zentrum Westend, “die Kamelmilch scheint eine aktive Lobby zu haben.”

Solange diese klinischen Studien nicht existieren, bleiben die Kamelmilchprodukte wohl nicht mehr als eine exotische Bereicherung des europäischen Lebensmittelmarktes.

Quelle: Spiegel online

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