Lebensbedrohliche Insektengift-Allergie

Allergische Reaktionen auf Insektenstiche werden in Deutschland am häufigsten durch Bienen und Wespen hervorgerufen, wobei in 70 Prozent der Fälle, die Wespe der Übeltäter ist. Für mehr als 3 Millionen Deutsche kann so ein Stich lebensgefährlich sein. Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa zwanzig Menschen an einem allergischen Schock, der durch Insektenstiche ausgelöst werden kann. Die Dunkelziffer liegt aber wahrscheinlich deutlich höher.

Beim Insektengiftallergiker treten nach einem Stich heftige Schwellungen rund um die Einstichstelle auf, manchmal begleitet von Atemnot, Schwindelgefühl, Schwellungen im Gesicht sowie am Hals und starker allgemeiner Hautrötung. Meist setzen diese Reaktionen Sekunden beziehungsweise Minuten nach dem Stechen ein. Bei Nicht-Allergikern sind für eine tödliche Giftwirkung mehrere hundert bis tausend Stiche notwendig. Hat ein Mensch jedoch eine Allergie gegen das Insektengift entwickelt, so kann es bei jedem weiteren Stechen zu starken, teilweise sogar lebensgefährlichen Reaktionen kommen (anaphylaktischer Schock).

Aber das ist kein Grund zur Panik. Denn es gibt eine hilfreiche Behandlungsform, so dass auch Insektengiftallergiker den Sommer genießen können. Eine Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie) sorgt dafür, dass sich die Reaktion des Immunsystems auf das für die meisten Menschen eigentlich harmlose Insektengift wieder normalisiert. „Von dieser Behandlung profitieren 90 Prozent der Insektengiftallergiker“, so Sonja Lämmel, Pressesprecherin vom Deutschen Allergie- und Asthmabund – DAAB. Leider nehmen viele Patienten diese Behandlungsform nicht wahr, so dass sie jeden Sommer erneut das Risiko haben einen allergischen Schock zu riskieren, so Lämmel weiter.  Die Kosten für diese Therapie werden bei Insektengiftallergikern von allen Krankenkassen übernommen.

Die Anzeichen erkennen – und rechtzeitig handeln!

Neben der Hyposensibilisierung ist für den akuten Fall das Wichtigste, die ersten Anzeichen eines anaphylaktischen Schocks zu erkennen und ernst zu nehmen. Bei bekannter Allergie, sollte sofort nach einem Stich das Notfallset angewendet und der Notarzt informiert werden. Ist eine Allergie nicht bekannt, sollte genau beobachtet werden, was nach dem Stich passiert. Ist die Reaktion auf die Einstichstelle begrenzt, reichen Sofortmaßnahmen wie kühlen und ein Antihistaminikum. Sind weitere Reaktionen zu beobachten, wie Nesselsucht, Schwellungen im Gesicht und am Hals oder Juckreiz an Handinnenflächen und Fußsohlen, Kreislaufreaktionen oder erhöhter Herzschlag,  deutet dies auf eine Allergie hin. Hier gilt es sofort den Notarzt zu rufen, da wahrscheinlich noch kein Notfallset vorhanden ist.

DAAB-Tipps für Insektengift-Allergiker

  • Immer ein Notfallset mitführen und sofort anwenden, wenn man gestochen wurde.
  • In der Nähe von Bienen und Wespen rasche Bewegungen vermeiden und nicht nach ihnen schlagen.
  • Möglichst nicht in die Nähe von blühenden Blumen oder reifem Fallobst gehen. Vorsicht beim Obst- und Blumenpflücken.
  • Vorsicht bei Gartenarbeiten! Bedecken Sie dabei so viel wie möglich von Ihrem Körper (lange Ärmel, lange Hosen, Hut).
  • Weite, flatternde Kleider, schwarze Stoffe und farbige Blumenmuster meiden.
  • Meiden Sie Parfüms, Haarsprays, stark parfümierte Pflegeprodukte.
  • Lassen Sie beim Essen im Freien keine Süßigkeiten oder Fleischreste herumliegen.
  • Gehen Sie im Sommer nie barfuß. Bienen bevorzugen den Aufenthalt im Klee und viele Wespen leben in Bodenlöchern.
  • Meiden Sie Mülltonnen und Abfallkörbe im Freien.

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