Lebensmittelallergien unter Geschwistern – eher unwahrscheinlich

Max reagiert auf Milcheiweiß allergisch. Die Mutter von Max ist bei der Einführung von Milch bei seiner Schwester Maria sehr ängstlich. “Nicht, dass auch Maria eine Allergie auf Milcheiweiß entwickelt”, so ihre Angst. Häufig werden Geschwisterkindern von Lebensmittelallergikern fälschlicherweise Lebensmittel vorenthalten aus Angst das Kind könnte auch darauf reagieren. Forscher der Kinderklinik in Chicago fanden nun heraus, dass das Risiko für Geschwister auch an einer Lebensmittelallergie zu erkranken im Vergleich zum Durchschnitt der Bevölkerung nur gering erhöht. Das ist das überraschende Resultat der US-amerikanischen Studie, an der insgesamt 1.120 Kinder im Alter von 0 bis 21 Jahren beteiligt waren. Es handelte sich um 478 Kinder mit einer Lebensmittelallergie und ihre 642 Geschwister. Gängige Allergien, zum Beispiel gegen Erdnüsse, Hühnereieiweiß, Kuhmilch, Soja, Krebstiere und Walnuss wurden anhand von Befragungen der Eltern und speziellen Untersuchungen geprüft. Jedes zweite Geschwisterkind (53 Prozent) hatte zwar Antikörper gegen diese Lebensmittel im Blut oder einen positiven Pricktest, zeigte aber keine Allergiesymptome. Ein Drittel der Kidner war nicht sensibilisiert und wies auch keine Unverträglichkeiten auf. Nur knapp 14 Prozent der Kinder reagierten aktuell auf das gleiche Lebensmittel wie der Bruder oder die Schwester. Die Sorge der Eltern, dass auch Geschwister allergisch auf Lebensmittel reagieren könnten, ist demnach unbegründet. Ganz im Gegenteil, dass vorsichtige Meiden bestimmter Lebensmittel, kann das Risiko für die Entwicklung einer Allergie im späteren Leben sogar erhöhen, so die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „Journal of Allergy and Clinical Immunology: In Practice“.

Quelle:
The Journal of Allergy and Clinical Immunology: In Practice, Bd. 4, Nr. 5, S. 956-962, 2016

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