Milchallergie oder Laktose-Intoleranz?

Blähungen nach einem Quarkdessert, Durchfall nach Milchgenuss  - aber alle Allergietests fallen negativ aus?
Dann kann eine Laktose-Intoleranz vorliegen.

Nicht nur das Milchprotein kann bei entsprechend sensibilisierten Menschen in Form einer Milchallergie zu unangenehmen Reaktionen nach dem Verzehr führen, auch das Kohlenhydrat der Milch, der Milchzucker, kommt in diesen Fällen als Auslöser einer Laktose-Intoleranz (Milchzucker-Unverträglichkeit) in Betracht.

Bei einer Laktose- Unverträglichkeit wird das Kohlenhydrat der Milch (Milchzucker) – nicht oder nicht ausreichend aufgespalten. So verbleibt der Milchzucker im Darm und
wird durch Darmbakterien verstoffwechselt. Es kommt zur Gärung und zu den typischen Symptomen wie Durchfall und Blähungen.
Hervorgerufen wird die Symptomatik durch einen Mangel an Laktase, dem Enzym, welches für die Verdauung von Milchzucker zuständig ist.

Diagnose Atemtest unumgänglich

Der klassische Nachweis der Laktose-Unverträglichkeit ist der H2-Atemtest. Bei diesem etablierten Testverfahren wird in der Arztpraxis – nach Gabe von Laktose – das Gas H2 in bestimmten Zeitabständen in der ausgeatmeten Luft bestimmt. Wird die Laktose nicht gespalten, entsteht dieses Gas im Dünndarm und wird abgeatmet.
Behandelt wird die Laktose-Intoleranz über eine Ernährungsumstellung. Während der Milchallergiker zum Beispiel eine strikte Karenz einhalten muss, da die allergische Reaktion schon auf kleinste Mengen auftreten kann, gestaltet sich die Diät des Laktose-Intoleranten moderater.
Ein komplettes Meiden bis hin zu Spuren von Laktose ist allerdings nur in sehr seltenen Fällen notwendig  und bei der angeborenen Form (Alactasie).
Wie streng eine laktosearme Kost zu gestalten ist, wird im Rahmen einer individuellen Ernährungstherapie festgelegt. In einem Drei-Stufen-Schema kommt erst eine streng laktosearme Kost zum Einsatz, die nach Besserung der Beschwerden systematisch aufgebaut wird.
Adressen von Ernährungsfachkräften aus Ihrer Region erhalten Sie unter info@daab.de

 

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