Nanopartikel – Kleine Quälgeister für die Darmflora?

Die Vorsilbe “nano” steht bei Maßeinheiten für „ein Milliardstel“. Mit diesen Winzlingen wird mittlerweile in vielen Branchen gearbeitet. Sie entwicklen durch ihre “Größe” ganz neue Eigenschaften oder eine weitaus größere Reaktionsfähigkeit als die Ausgangssubstanzen. Nanopartikel finden in der heutigen Zeit vielfältigen Einsatz zum Beispiel in der Gesundheits-, Textil- und Elektroindustrie. Und auch in der Herstellung von Lebensmitteln sind sie nicht mehr wegzudenken. Zahnpflegekaugummis,  Süßigkeiten, Kochsalz oder Ketchup sind nur einige Beispiele die Nanopartikel enthalten. US-Wissenschaftler gehen nun der Frage nach, ob diese Substanzen unsere Darmschleimhaut schädigen, wie die Fachzeitschrift NanoImpact berichtet.

Zu den häufig genutzten Nanopartikeln gehört zum Beispiel Titandioxid, das in Zahnpflegeprodukten wie Kaugummis oder Zahnpasten eingesetzt wird. Die US-Wissenschaftler der Binghamton University verwendeten für die aktuelle Untersuchung ein In-vitro-Modell des Darmepithels. Das Zellmodell wurde für mehrere Stunden und mehrere Tage mit physiologisch relevanten Dosen an Titandioxid ausgesetzt. Das Ergebnis: Die Nanopartikel sorgten für verschiedene Einschränkungen der physiologischen Darmzellfunktionen und die Barrierefunktion sank signifikant. Zusätzlich konnten vermehrt proinflammatorische (Entzündungsfördernde) Signale nachgewiesen werden. Zudem wurde die Resorption von Eisen, Zink und Fettsäuren gehemmt. Weitere Ergebnisse bleiben abzuwarten.

Original Veröffentlichung in der NanoImpact.

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