Neue Bäume braucht das Land????

DAAB fordert: Großflächige Neuanpflanzung von Bäumen muss Allergieproblematik berücksichtigen!

Mit Erstaunen hörten wir am Montag (21.08.) auf WDR 5 „Morgenecho – Westblick am Morgen“ einen kurzen Radiobeitrag über ein neues Projekt zum Klimawandel im Arnsberger Wald und Lipper Bergland. Dort sollen auf einer Fläche von ca. 36 Fußballfeldern (26 Hektar), elf verschiedene nicht heimische Baumarten angepflanzt und deren Wachstum über Jahre beobachtet werden.

Im Bericht wurde von 10.000 Bäumen gesprochen, die dort bald angepflanzt werden sollen. Man will neue, robuste Baumarten finden, die den veränderten Klimabedingungen bei uns gewachsen sind. Sie sollen Wetterextremen wie Hitze und Stürmen standhalten und natürlich gutes Holz liefern.

Es handelt sich bei den Testbäumen um sieben Nadel- und vier Laubbaumarten, die in den Küstenregionen der USA, in China und Japan oder Südafrika heimisch sind. Sie sollen in Mischung mit der heimischen Rotbuche angebaut werden. In einer Pressemitteilung des Landesbetriebes Wald und Holz Nordrhein-Westfalen finden wir weitere Informationen. Genannt werden dort Westliche Hemlocktanne (Tsuga heterophylla) und Küstentanne (Abies grandis), Araukarie (Araucaria araucana), Atlaszeder (Cedrus atlantica), Küstenmammutbaum(Sequoia sempervirens), Gebirgsmammutbaum (Sequoiadendron giganteum), Sicheltanne (Cryptomeria japonica), Baumhasel (Corylus coruna), Edelkastanie (Castanea sativa), Orient-Buche (Fagus orientalis) und -Platane (Platanus orientalis).

Einige solcher nicht heimischer Arten wachsen bereits jetzt bei uns in Parks oder Gärten.

Ein großflächiger Anbau würde in der Zukunft auch verstärkt neue Allergieauslöser fördern.

Nadelbäume sind windblütig. Zu dieser Gruppe gehören auch Zedern, die normalerweise ab einem Alter von 15 bis 20 Jahren blühen. Sie haben große Pollenkörner mit Luftsäcken. Ihre Pollen sollen meist im Umkreis von einigen 100 Metern herabsinken.

Die Himalaya-Zeder gilt aber in Indien als starker Allergieauslöser.

Die Atlas-Zeder kann ebenfalls Pollenallergien hervorrufen. Die Hauptblütezeit der echten Zedern erfolgt bei uns im September/Oktober.

In Japan gehören Pollen der Sicheltanne („Japanische Zeder“), einer Zypressenart, zu den häufigsten Allergieauslösern.

Zypressen sind ebenfalls windblütig. Auch Küstenmammutbaum bzw. Gebirgsmammutbaum gehören zu den Zypressengewächsen und können Pollenallergien verursachen.

Zypressen blühen im Frühjahr, meist zwischen März und Mai.

Die Edelkastanie ist insekten- und (sekundär) ebenfalls windblütig.

Allergien sind möglich wenn auch bisher selten. Beim Anbau von Edelkastanien könnten Pollenallergien entstehen aber auch Kreuzreaktionen bei bestehenden Allergien auf andere Laubbäume wie Buche oder Eiche erfolgen, die auch wie die Edelkastanie zur Familie der Buchengewächse gehören.

Auch Buchen oder Platanen können Allergien auslösen. Die Orientalische Platane soll beispielsweise ein wichtiger Allergieauslöser in Städten Südwestasiens und Südosteuropas sein.

Das Projekt zu den neu eingeführten Baumarten wird durch Bundesmittel unterstützt.

Der DAAB fordert: Bei Projekten, die das Ziel einer großflächigen Nutzung neuer Pflanzenarten verfolgen, muss für die Zukunft auch eine mögliche Allergieproblematik berücksichtigt werden.

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