Neues aus der Forschung: Heuschnupfen beeinträchtigt die sportliche Leistung- Hyposensibilisierung schafft Linderung

Ein allergischer Schnupfen kann die Leistungsfähigkeit von Sportlern stark beeinflussen.
Forscher untersuchten nun in einer Gruppe von Berufs- und Freizeitsportlern  die Häufigkeit der saisonaler Pollenallergien (Heuschnupfen) und die Auswirkungen auf die Wahl der Allergiebehandlung und deren Nutzen für die sportliche Leistung.
Es erfolgte eine Selbstbefragung.
In der Pollen-Hochsaison 2014 wurden Teilnehmer aus der Deutschen Sporthochschule und dem Kölner Marathon 2014 rekrutiert. 636 Fragebögen wurden ausgefüllt.
Über 42 Prozent der Teilnehmer berichteten von einer Pollenallergie und über 30 Prozent von Asthma. Leistungsbeeinträchtigungen wurden bei mehr als 80 Prozent der Allergiker festgestellt. Insgesamt verwendeten über 82 Prozent Medikamente zur Linderung ihrer Beschwerden, über 32 Prozent nutzten alternative Therapien und über 47 Prozent die sogenannte Hyposensibilisierung.
Die Teilnehmer, die mit der Hyposensibilisierung behandelt wurden,  hatten weniger Allergieprobleme beim Training als die, die symptomatische und alternative Therapien verwendeten.
Die meisten Teilnehmer hatten Bedenken hinsichtlich der Hyposensibilisierung, wie Nebenwirkungen, negative Auswirkungen auf die sportliche Leistungsfähigkeit oder vermuteten eine fehlende Langzeitwirkung.
Bei den meisten Sportlern wurde der allergische Schnupfen nicht ausreichend gut behandelt. Grund dafür könnten die Vorbehalte gegenüber der Hyposensibilisierung sein.

Fazit: Durch Pollenallergien wurde die sportliche Leistungsfähigkeit der Sportler während der Pollensaison enorm reduziert. Diese Auswirkungen können durch eine geeignete Behandlung wie die Hyposensibilisierung (Allergenspezifische Immuntherapie) gemildert werden.
Die Forscher empfehlen, Patienten und Ärzten ein besseres Verständnis der verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten zu vermitteln, um die sportliche Leistungsfähigkeit von Pollenallergikern zu verbessern.

Was ist eine Hyposensibilisierung?
Mit der sogenannten Hyposensibilisierung (Allergenspezifische Immuntherapie) sollen Allergiker an ihren Allergieauslöser gewöhnt werden, damit sie weniger Beschwerden haben.
Zudem kann dadurch der Medikamentenverbrauch gesenkt werden. Die Hyposensibilisierung sollte möglichst frühzeitig nach dem Auftreten von Allergien wie Pollen- oder Hausstaubmilbenallergien erfolgen, damit eine gute Wirksamkeit erreicht und auch das Risiko für die Entwicklung eines allergischen Asthmas gesenkt werden kann.
Die Therapie erfolgt in der Regel über drei Jahre.
Es stehen verschiedene Formen wie Spritzen, Tabletten und Tropfen zur Verfügung.
Für den guten Erfolg ist die richtige Diagnostik sehr wichtig. Der Patient muss auf die Allergene reagieren, die in dem Therapiepräparat enthalten sind.
Für den jeweiligen Auslöser muss ein Therapiepräparat zur Verfügung stehen, dass den Auslöser in ausreichender Menge enthält.
Eine Beratung zum Thema  Hyposensibilisierung erhalten DAAB-Mitglieder unter info@daab.de

Quelle:
J Sports Med Phys Fitness. 2018 Jul 16. doi: 10.23736/S0022-4707.18.08556-0. [Epub ahead of print]
Impaired sports performance of athletes suffering from pollen-induced allergic rhinitis: a cross-sectional, observational survey in German athletes.
Salem L1, Dao VA2, Shah-Hosseini K1, de Marees M3, Mester J3, Mösges R1,2, Vent J4,5,6.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.