Neues aus der Forschung

Warum die Amish People selten Allergien bekommen

Kinder, die mit Dreck und Tieren in Kontakt kommen, haben seltener Allergien als Kinder in einem sterilen Umfeld – das zeigen Studien der letzten Jahre immer wieder. In einem interessanten Vergleich stellten Wissenschaftler nun fest, dass die Form der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung dabei eine Rolle spielt.

Bei den Amischen, die moderne Techniken ablehnen und ihre Äcker noch mit Pferden pflügen, beobachtete die Allergologin Erika von Mutius einen sehr ausgeprägten Allergie-Schutz.

Hier wachsen die Kinder im direkten Kontakt mit Tieren und Stallstaub auf. Dieser Bakteriencocktail scheint das Immunsystem zu einer Allergentoleranz zu bringen.

Die Hutterer hingegen, eine andere religiöse, Landwirtschaft betreibende Gemeinschaft in Nordamerika, leiden ähnlich häufig unter Allergien wie Stadtmenschen, da sie eine moderne, industrialisierten Landwirtschaft, mit Großbetrieben und großem Maschinenpark betreiben.

Wirklich effektiv funktioniert der Schutz aber nur, wenn Kinder schon von klein auf mit den Mikroben im Stall konfrontiert werden. Am besten schon vor der Geburt.

Auch andere Forscher haben inzwischen nachgewiesen: Je früher Kinder mit möglichst verschiedenen Mikroben und Allergenen aus der Umwelt konfrontiert werden, desto besser tolerieren sie diese im späteren Leben. Dies gilt auch für Nahrungsmittel. Die LEAP-Studie bei Kindern mit Neurodermitis, die schon eine geringfügige Sensibilisierung auf Erdnüsse haben, zeigte dass jene Kinder, die  Erdnüsse und Erdnussbutter erhielten, seltener allergisch auf dieses Nahrungsmittel reagierten.

Das Fazit der Forscher ist, dass ein früher Kontakt mit Mikroben, das frühe Zufüttern fester Nahrung, weniger Kaiserschnitte und keine Antibiotika unter der Geburt, Allergien in Zukunft vielleicht eindämmen würden.

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