Norwegische Wintersportler mit Olympiamedaillen dank Asthma?

33 Medaillen in zwölf Tagen sind die bisherige Bilanz der Norwegischen Olympioniken. Dafür haben sie jedoch laut Medienberichten für 121 Sportler 6.000 Asthmasprays, mit nach Südkorea gebracht. Es ist seit vielen Jahren bekannt, das Leistungssportler in Wintersportdisziplinen ein Asthma entwickeln können. Die stetige Einatmung von Kälte unter extremen Atembedingungen (Geschwindigkeit, kurze schnelle Inhalationen) kann so ein Kälte-bedingtes Asthma auslösen.

Auch Wintersportler wie Claudia Pechstein, Annie Friesinger, Ricco Gross, Jochen Behle, Lasse Kjus, Peter Schlickenrieder oder Denise Biellmann leiden laut Medienberichten unter Asthma.

Vor diesem Hintergrund ist an Sportlern, die Asthmamedikamente benötigen zunächst einmal nichts Verwerfliches, denn Experten erläutern, dass ein intensives, jahrelanges Ausdauertraining zur Entstehung von Asthma beizutragen scheint, denn  viele Sportler entwickeln das Krankheitsbild erst im Laufe ihres Sportlerlebens und nicht schon in der Kindheit. Die Forscher vermuten besonders folgende Ursachen

  • Die verstärkte Atmung kühlt die Atemwege aus und die Blutgefäße verengen sich, auch die Atemwege verengen.
  • Die verstärkte Atmung führt auch zu Wasserverlust, es werden Entzündungsvermittler freigesetzt, die wiederum eine Atemwegsverengung bewirken.
  • Generell kann das Einatmen von verschmutzter oder kalter Luft (Wintersportarten) ein Risikofaktor sein. Bei Hochleistungsschwimmern kann zusätzlich auch der Chloramingehalt der Atemluft eine Rolle spielen.

Die aktuelle Berichterstattung vergisst unserer Ansicht nach wichtige Fragen zu stellen. So ist zum Beispiel nicht genau klar wer vom Norwegischen Team diese Medikamente einnimmt, wieviele Packungen überhaupt verwendet wurden und was für Wirkstoffe es sind (Bedarfsmediaktion oder Dauermedikation) und auch was eine akzeptable Dosis ist  Denn die richtet sich bei einem Asthma immer nach der individuellen Schwere der Erkrankung. Ob diese Mengen nun realistisch sind oder nicht, kann nur das Ärzteteam entschieden. Mal sehen was am Ende rauskommt….

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