Pollen sind unterschätzte Umweltschadstoffe

Je nach Pflanzenart haben Pollen eine unterschiedliche Größe und Form und lösen mit unterschiedlichen Pollenmengen in der Luft allergische Beschwerden aus. Dabei können, abhängig vom Ort des Vorkommens, für einen Pollenallergieauslöser wie beispielsweise Ambrosia auch unterschiedliche Pollenmengen allergische Beschwerden auszulösen.  Das soll auch an den vor Ort bestehenden Umweltfaktoren liegen. Zum einen werden die Entzündungsreaktionen und nachfolgenden allergischen Beschwerden durch die Allergene in den Pollen ausgelöst. Es gibt aber in den Pollen auch noch weitere Substanzen, die die Entzündungsreaktion verstärken oder direkt Schleimhautzellen der Atemwege schädigen können. Dadurch kann die Wirkung von Allergenen noch verstärkt werden. Auch Luftschadstoffe haben eine schädigende Wirkung auf die Atemwege. Zusätzlich stellten Forscher fest, dass Pollen mit Luftschadstoffen im Austausch stehen. Kleine Staubpartikel können an ihrer Oberfläche Pollen tragen, die dann in die unteren Atemwege transportiert werden. Schadstoffe wie Stickstoffdioxid (NO2) und Kohlendioxid (CO2) können Größe, Vitalität, Form und Stoffwechsel von Pollenkörnern verändern. Substanzen, die allergen wirken oder indirekt Zellen schädigen, werden durch Schadstoffe in der Pflanze wie Ozon, Schwermetalle, Diesel, CO2 und Schwefeldioxid (SO2) stärker ausgebildet.

Es gibt sogar ein eigenes „Pollen-Mikrobiom“. Die Bakteriendichte auf den Pollen kann je nach Pflanzenart (z.B. Gräser/ Birke) aber auch an unterschiedlichen Orten (Stadt/Land) verschieden sein. Je mehr N02 in der Außenluft ist, desto weniger fanden sich unterschiedliche Bakterien auf den Pollen. Was das bedeutet ist bisher nicht klar. Aber die Forscher verweisen auf die positive Bedeutung der Bakterienvielfalt beim menschlichen Darm. Und nicht zuletzt hat auch das Klima Einfluss auf die Pollen. Durch die Zunahme der Temperaturen hat sich die Pollensaison bereits verlängert. Aber auch die Luftfeuchtigkeit, Windstärke und –richtung können den Pollenflug beeinflussen. Bei zu hoher Luftfeuchtigkeit nimmt der Pollenflug ab, bei einer Windstärke von 2-4 Metern pro Sekunde sollen die höchsten Pollenkonzentrationen in der Luft auftreten. Wird der Wind stärker, können Pollen weit verweht werden, dadurch nimmt die Pollenmenge aber lokal auch wieder ab.

Zusammenfassung nach: Pollen als Umweltnoxen – Wirkung und Interaktion mit anderen Umweltfaktoren, Autor: Prim. Priv.-Doz. Dr. Fritz Horak Allergiezentrum Wien West vom 15.03.2018 Artikel: https://ch.universimed.com/fachthemen/9390

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