Sprechstunde per Internet – ist das die Zukunft?

Erste niederländische Studienergebnisse zur web basierten Versorgung asthmatische Kinder zeigt, dass diese auch virtuell gut versorgt sind. Eine Internet-Sprechstunde für Kinder mit Asthma mindert die Qualität der Versorgung offenbar nicht, dass fanden niederländische Forscher der Uniklinikum Nijmegen heraus, so berichtet heute die Ärztezeitung. Die Arzt-Patienten-Kommunikation über das Internet bietet vor allem bei chronischen Erkrankungen viele Chancen. Kritiker befürchten allerdings, dass die Versorgungsqualität darunter leiden könnte.

In der niederländischen Studie wurden 210 Kinder mit gesichertem mittelschwerem Asthma eingeschlossen, wobei jeweils 105 Familien das webbasierte Angebot nutzten und 105 Kinder in die Kontrollgruppe kamen. Für die Studie wurde ein Internetportal mit gesondertem Chatraum und einem Forum für die Eltern eingerichtet. Sowohl Eltern, wie auch Kinder konnten so Fragen stellen, Informationen austauschen, die Peak-Flow Daten an die behandelnden Ärzte schicken und mit dem Asthma-Management-Team kommunizieren. Alle Teilnehmer wurden im Vorfeld entsprechend geschult. Die persönliche Vorstellung in der Kontrollgruppe erfolgte alle vier Monate in der entsprechenden Ambulanz. Bei Kindern der Studiengruppe wurden diese Kontrolltermine auf alle acht Monate reduziert um einen direkten Vergleich zu haben.

Nach 16 Monaten schnitten die virtuell betreuten Kinder nicht nur genauso gut, sondern sogar etwas besser ab als die der Kontrollgruppe. Die Anzahl der beschwerdefreien Tage war nahezu identisch. Entscheidender so die Forscher, sei aber der Umstand, dass dies mit einem nur halb so großen Betreuungsaufwand durch das Ärzteteam erzielt wurde, zumindest was persönliche Vorstellungstermine angeht. Bezüglich aller anderen Kontroll- und Therapieparameter zeigten sich keine Unterschiede zwischen den Gruppen.

Ob sich dieser Effekt auch dauerhaft zeigt oder eher zu einer Verharmlosung der Erkrankung beiträgt, müsste sicherlich in weiteren Studien untersucht werden. Nach Ansicht des DAAB ist aber ein webbasiertes Angebot, wenn auch im Moment eher als zusätzliches Angebot, sehr sinnvoll. Ebenfalls könnte es hilfreich sein für Familien in Regionen, in denen keine pneumologischen Kinderärzte ansässig sind.  Bestätigen weitere Studien den Effekt, kann es sicherlich ebenfalls eine gute Alternative sowohl für Familien, wie auch Ärzte sein.

Weitere Informationen zur Studie finden Sie in der Ärztezeitung oder in der Originalveröffentlichung.

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