Vorsicht: Raupen des Eichenprozessionsspinner

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners sind für Mensch und Tier problematisch. Die Raupen sind nun wieder an vielen Eichen zu sehen und in manchen Regionen eine regelrechte Plage.

Die Härchen der Raupen können bei Kontakt mit dem Menschen zu Haut- oder Atemwegsreaktionen führen. Die Brennhaare sind sehr fein und haben Widerhaken. Sie können auch leicht brechen und enthalten das Nesselgift Thaumetopoein. Bei Berührung mit der Haut oder den Schleimhäuten, können bei Mensch und Tier entzündliche Reaktionen ausgelöst werden. Manchmal tritt die Reaktion erst Stunden später nach dem Kontakt mit den Brennhaaren auf. Häufig sind davon unbedeckte Hautstellen wie Gesicht, Hals, Unterarme und Armbeugen betroffen. Kommen Haare an die Augen können starke Reizungen und Juckreiz oder auch Augenentzündungen (an Bindehaut, Hornhaut oder selten im Augeninneren) entstehen. Beim Einatmen der Haare kann es zu Reizungen im Rachen (ähnlich einer Erkältung, auch mit Halsschmerzen), zu Husten und Atemnot und in schweren Fällen zu Asthmaanfällen oder Bronchitis kommen. Die Beschwerden können unter Umständen erst nach Wochen abklingen. Auch eine schwere allergische Reaktion (Anaphylaktischer Schock) ist in seltenen Fällen möglich. Außerdem können auch allgemeine Symptome wie Schwindel, Benommenheit und Fieber bestehen.

Bei derartigen gesundheitlichen Beschwerden und Verdacht auf Raupenkontakt, sollte immer ein Arztbesuch erfolgen. Dann können die entsprechenden Behandlungsmaßnahmen eingeleitet werden.

Tipps bei Kontakt:

Nach vermutlichem Brennhaarkontakt sollte intensiv geduscht, die Kleidung gewechselt und die getragene Kleidung gewaschen werden. Zur akuten Behandlung der Symptome werden entzündungshemmende Präparate (Cortison-Wirkstoffe), beispielsweise bei Hautreaktionen in Form von Salben und eventuell auch antiallergische Medikamente  (Antihistaminika) eingesetzt.

Langfristige Belastung möglich

Die Raupen- oder Larvenzeit dauert von April bis Mitte Juli, dann folgt eine Puppenphase über drei bis sechs Wochen. Während der Puppenruhe halten sich die Tiere in großen Seidennestern auf. Durch die beim Bau der Nester verwendeten Gifthaare sind sie vor natürlichen Feinden geschützt. Die Gifthaare selbst und auch leere Puppenhüllen können aber durch Wind verfrachtet und bei Wald-, Forst- und Gartenarbeiten wieder aufgewirbelt werden. Die Gifthaare behalten über mehrere Jahre ihre Wirkung. In betroffenen Regionen ist es daher möglich, dass entsprechende Krankheitsfälle ganzjährig, auch außerhalb der Raupen- und Puppenperiode, auftreten. Von Juli bis Ende August/Anfang September schwärmen die geschlüpften Nachtfalter aus, sie haben nur eine kurze Lebensdauer und legen ihre Eier innerhalb von zwei Tagen ab. Dies kann in einem Radius von bis zu zwei Kilometern vom jeweiligen Nest geschehen. Inzwischen erfolgen in betroffenen Städten und Kreisen verschiedene Maßnahmen gegen die Verbreitung der Raupen und ihrer Haare.

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