Wandel in der Behandlung des allergischen Schnupfens – kritisch hinterfragt!

In der letzten Zeit konnte man zunehmend den Eindruck gewinnen, ein allergischer Schnupfen solle zunächst primär symptomatisch behandelt werden. Nach Ansicht einiger Experten soll die spezifische Immuntherapie zudem nicht mehr so häufig angewendet werden, auch um Kosten zu sparen. Der DAAB ist der Ansicht, dass kurzfristige Kosteneinsparungen langfristig Kosten produzieren. Wenn die Beschwerden nur symptomatisch gelindert werden, kann vermehrt Asthma entstehen.

In einer Stellungnahme der deutschen allergologischen Gesellschaften (AeDA, DGAKI und GPA) vom Dezember 2015 heißt es: „Es handelt sich bei der AIT (Allergenspezifische Immuntherapie, inzwischen neue Bezeichnung) nicht nur um die einzige kausale, sondern sicherlich auch um die rationalste, rationellste und langfristig wirtschaftlichste Therapieform allergischer Erkrankungen.“ Eine aktuelle Studie (GAP) zeigt besonders Vorteile bei Kindern mit Gräserpollenallergien bei der Prävention von Asthmasymptomen, wenn die Therapie bereits in einem jüngeren Alter begonnen wurde. Eine Hyposensibilisierung kann zudem hilfreich sein, um bei einem bereits bestehenden Asthma den Verbrauch der Medikamente zu senken. Doch die Hürden für den Einsatz der Hyposensibilisierung (SIT) steigen.

Einige Experten fordern, in Zukunft die Stärke der allergischen Beschwerden mehrmals ärztlich zu kontrollieren und erst bei einer anhaltenden, mäßig bis starken Beschwerdestärke und gleichzeitiger symptomatischer Behandlung durch entsprechende Medikamente, die Hyposensibilisierung einzusetzen. Durch die Medikamente wird meist eine Abschwächung der Symptome erreicht und viele Patienten, bei denen nach Ansicht des DAAB eine SIT vernünftig wäre, könnten durch diese Einstufung keine erhalten.

Gleichermaßen stellt sich die Frage, wie Ärzte die Beschwerdelage der Patienten kontrollieren sollen, da viele Allergie-Patienten durch den Selbsterwerb antiallergischer und antientzündlicher Medikamente in der Apotheke kaum noch zum Arzt gehen.

Es bleibt spannend…

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