Wespen: Gefahr nicht nur im Limonadenglas!

Sie sind wieder da: Wespen!
Sie kommen nun in großer Zahl, sobald Essen und Getränke  von uns nach draußen getragen werden.  Dabei mögen sie nicht nur Süßes, sondern auch Fleisch und Wurst.
So wird das Frühstück oder der Grillabend auf dem Balkon oder im Garten  zur echten Herausforderung.

Hier unsere Tipps:

  • Vermeiden Sie rasche Bewegungen, schlagen Sie nicht nach den Wespen – das macht sie aggressiv.
  • Auch das Wegpusten der Tiere ist nicht ratsam: Das im Atem enthaltene Kohlendioxid gilt im Wespennest als Alarmsignal.
  • Decken Sie beim Essen im Freien Süßigkeiten oder Fleisch ab.
  • Trinken Sie nicht direkt aus Flaschen oder Getränkedosen; benutzen Sie Strohhalme und  decken Sie Trinkgläser ab.
  • Meiden Sie weite, fliegende Kleider, gelbe und dunkle Farben sowie farbige Blumenmuster, bevorzugen Sie helle Farben.
  • Vermeiden Sie Parfums. Nutzen Sie keine duftenden Kosmetika wie Hautcremes, Sonnencremes, Deos oder Wasch- und Reinigungsmittel. Nutzen Sie duftstofffreie Alternativen (Liste hierzu beim DAAB unter info@daab.de)
  • Gehen Sie nie barfuß, denn viele Wespen leben im Boden. Tragen Sie geschlossene Schuhe.
  • Vermeiden Sie Erschütterungen von Wespennestern. Die Angriffsmotivation der Tiere nimmt mit steigender Distanz zum Nest ab.
  • Bringen Sie an den Fenstern ein Insektengitter an. An Tagen mit schwülwarmer Witterung, können die Tiere vermehrt stechen.

Ablenkfütterung
Um von den ungeliebten Tischgästen gänzlich in Ruhe gelassen zu werden, empfiehlt der NABU  eine Ablenkfütterung. Überreife Weintrauben eignen sich dazu am besten. Fünf bis zehn Meter vom Ort des eigentlichen Geschehens entfernt aufgestellt, halten die Früchte die Wespen in Schach. Vorsicht: Laut NABU wirken unverdünnte Marmelade oder reiner Honig als Ablenkung weniger gut. Sie machen die Tiere aggressiv.

Allergische Reaktionen
Haben Sie bereits allergische Reaktionen auf Wespen gezeigt? Dann sollten Sie über ein Notfallset verfügen.
Es enthält als schnell wirkendes Notfallmedikament Adrenalin in Form eines Autoinjektors (vordosierte Injektion für medizinische Laien) sowie ein antiallergisch wirkendes Antihistaminikum gegen den Juckreiz und ein entzündungshemmendes Kortisonpräparat.

Verhalten nach einem Stich
Vor Ort befindliche Familienmitglieder oder Freunde informieren, damit sie Hilfe leisten können (Notarzt rufen, Notfallset holen und nach Notfallplan anwenden, wenn der Patient es nicht selbst kann)

Anzeichen beginnender allergischer Reaktion und Erste-Hilfe-Maßnahmen:
Haut: Quaddeln (Nesselausschlag), Hautrötung, Schwellung von Lippen und Gesicht, Jucken (Handfächen, Fußsohlen, Genitalbereich)
oder
Magen-Darm: Übelkeit, Erbrechen, Krämpfe, Durchfall, Kribbeln in Mund und Rachen
oder
Sonstiges: Fließschnupfen, unbestimmtes Angstgefühl, Schwindel

•    Beim Patient / Kind bleiben
•    Notarzt rufen 112!
•    Antihistaminikum und Kortison verabreichen
•    Adrenalin-Autoinjektor bereithalten und Patient auf weitere Anzeichen einer schweren Reaktion beobachten (Anaphylaxie)

Anzeichen einer schweren Reaktion und Erste-Hilfe-Maßnahmen:
Atemwege: plötzliche Heiserkeit, Husten, pfeifende Atmung, Atemnot
Herz-Kreislauf: Blutdruckabfall/Bewusstlosigkeit
Gleichzeitiges oder aufeinander folgendes Auftreten von Beschwerden an unterschiedlichen Organen: Haut/Magen-Darm/Atemwege/Kreislauf.
oder
Wenn sicher ist, dass man von dem Insekt gestochen wurde, auf welches man allergisch reagiert, sollten folgende Maßnahmen auch bereits bei beginnender Symptomatik (s.o.) durchgeführt werden:

Adrenalin-Autoinjektor seitlich in den Oberschenkelmuskel verabreichen. Anaphylaxie-Patienten sollten sofort den Adrenalin-Autoinjektor nutzen. Er wirkt gegen die Erweiterung der Blutgefäße bei einer allergischen Reaktion und stabilisiert dadurch den Kreislauf.
Lagerung:

  • bei Atemnot: hinsetzen, aufrechter Oberkörper, damit die Lunge gestreckt ist und das Atmen leichter fällt.
  • bei Kreislaufbeschwerden: hinlegen, Rückenlage, Beine hoch
  • Bei Bewusstlosigkei : stabile Seitenlage
  • Im Zweifelsfall, wenn möglich, entscheidet der Patient selbst, was für ihn angenehmer ist.
  • Notarzt rufen 112!
  • Zusätzlich Antihistaminikum und Kortison geben

Durch die allergische Reaktion werden die Blutgefäße geweitet und der Patient gibt Wärme ab. Eine Decke ist hilfreich.
Für das Rettungsteam vor Ort ist es wichtig zu wissen, wann der Stich erfolgte und was dann darauf geschah, damit die richtigen Notfallmaßnahmen getroffen werden können.

Einen Anaphylaxie-Notfallplan und weitere Informationen zum Thema „Insektenstich-Allergie“ erhalten Sie beim DAAB unter info@daab.de.

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